Another Vampire Story #4

Nach der Untersuchung durch Tsunade, Shizune und Sakura hatten die drei Medis ihm absolute Bettruhe verordnet. Ausnahme war nur ein Trip ins Bad, den er aber niemals allein tätigen durfte. Jedes Mal musste er vorab eine Schwester rufen, damit sie sich notieren konnten, wann & wie oft er musste und wie viel im WC landete, und vor allem, in welcher Konsistenz & Farbe. Neben täglichen Urinproben wollte Tsunade Unteranderem auch eine Stuhlprobe von ihm, doch darauf wartete sie bisher vergeblich.

Es war bereits Narutos dritter Tag im Krankenhaus. Zwar hatte er in seinem Einzelzimmer seine Ruhe und die Schwestern hielten sich penibel an die Vorgaben, die sie von der Hokage bekommen hatten, doch es war weiterhin ein Krankenzimmer in einem Krankenhaus. Und das war ein Fakt, den er absolut nicht abkonnte.
Tagsüber betrat das Personal den Raum nur, wenn Naruto sie gezielt rief. Ansonsten ließen sie ihn in Ruhe. Sie lüfteten nicht einmal, weil es ihnen verboten worden war. Die Fenster durften sie erst nach Sonnenuntergang öffnen. Als Sicherheitsvorkehrung, damit die Luftzüge nicht mit den Vorhängen spielten. Diese waren sogar noch verstärkt worden, um weniger Tageslicht durchzulassen. Angeblich hatte er wohl eine Lichtallergie entwickelt, welche sich auf natürliches Tageslicht beschränkte. Das künstliche Licht der Neon-Röhren war scheinbar kein Problem.
Die Schwestern nahmen es hin und fragten nicht weiter nach. Es schien sie nicht einmal zu stören, dass Kurama sich permanent außerhalb von Narutos Körper befand, zumeist am Fußende von Narutos Bett lag, und den Tag überwiegend verschlief.
Auch Naruto schlief viel. Im Krankenhaus ging das auch super, denn es lag nichts anderes an. Dank seiner Albträume schlief er jedoch nie mehr als 2 Stunden am Stück. Tsunade hatte bereits von Kurama davon erfahren, dass er Albträume hatte und lies das beobachten. Durch Kurama hatte sie auch den perfekten Beobachter dafür gefunden.
Zum Frühstück, Mittag und Abendbrot brachten sie ihm ein Tablet, was er jedoch nicht anrührte. Er überließ es seinem Fuchs, der komischerweise total auf diesen Krankenhausfraß stand. Das war etwas, dass er Tsunade von sich aus erzählt hatte, denn er hatte die Schnauze voll vom ewigen Kotzen. Um seine Nährstoffzufuhr sicherzustellen, hatte sie ihm daher einen Tropf verpasst und jeden Tag nahm sie ihm Blut ab, um die Werte zu kontrollieren.

Wie jeden Abend kam besuch. Offenbar hatten Sakura und Kakashi es weitergetragen, dass Naruto erst ab dem späten Nachmittag wieder voll zurechnungsfähig war. Wenn man es so nennen konnte. Durch seine Tagschläfrigkeit musste keiner das Training schwänzen. Zudem hatte Tsunade extra für ihn die Besuchsregeln etwas angepasst, damit der Freundeskreis nicht sofort wieder gehen musste.
Narutos Team war jeden Abend bei ihm. Ebenso wie Iruka. Die anderen Teams wechselten sich ab, damit es nicht zu viele auf einmal im Raum waren.
An diesem Abend war Asuma mit dem Ino-Shika-Cho Junioren anwesend. Es war ihr erster Besuch bei Naruto und es hatte sie sehr schockiert, wie schlecht es ihm wirklich ging. Der Unterschied zwischen dem, was die Anderen ihnen beschrieben hatten und dem, was der Realität entsprach, war enorm. Zudem hatte alle sehr verwundert, die äußerliche Veränderung der Haarfarbe mitzuerleben. In insgesamt 4 Tagen war sein Haar von Goldblond nach Kalkweiß gewechselt. Zudem hing es mittlerweile eher schlaff herab, statt wie sonst wirr in alle Richtungen abzustehen.
Noch waren diese Haare feucht. Sakura hatte sie ihm gewaschen. Eigentlich war es nicht ihre Aufgabe, dies zu tun, doch Naruto bestand darauf, dass sie es machte und keine der Schwestern. Den Körperkontakt zum Stationspersonal hielt er so gering wie möglich.
»Wenn sie noch länger werden, sollten wir sie demnächst kürzen«, merkte die Iryounin an, während sie seine Haare bürstete.
»Ist doch egal, wie lang sie sind«, grummelte Naruto betrübt. »Wenn Tsunade mich nicht heilen kann, darf ich mir bald nen Sarg aussuchen«
»Lass den Unsinn! Du wirst wieder gesund«, stoppte Iruka die schlechten Gedanken des Burschen.
»Das glaubst du doch selbst nicht«, meinte Naruto traurig. Absichtlich sah er woanders hin. Am Liebsten wäre es ihm, wenn er jetzt allein wäre. Allerdings käme sein nächster Besuch dann erst am nächsten Abend und die Zeit bis dahin war trotz Kuramas Gesellschaft sehr einsam.
Ehe er sich versah, fand er sich in einer Umarmung wieder. Es waren die starken Arme seines ehemaligen Senseis, die ihn an dessen Brust drückten. »Durch deine negativen Gedanken machst du es nur schlimmer. Glaub an dich, wie sonst auch«, versuchte der Mann Naruto aufzumuntern.
»Ich bin einfach nur realistisch«, sprach der Uzumaki traurig.

Eine Weile stand Iruka einfach so da, mit Naruto im Arm. Keiner sagte ein Wort und der Jüngere genoss die Umarmung. Bis Shikamaru die Ruhe durchbrach: »Wir waren heute beim Ichirakus. Teuchi und Ayame haben heute nach dir gefragt. Sie vermissen dich«, erzählte der Nara.
»Ich vermisse sie auch. Die Ramen sind mir da schon fast egal. Mich kotzt an, dass ich hier nicht rausdarf«, sprach Naru traurig.
»Mich würde es auch nerven, wenn ich hier festsitzen würde«, meinte Shikamaru verstehend.
»Quatsch. Du wärst froh, denn hier könntest du durchgehend schlafen«, stichelte Ino grinsend.
Darauf lachten alle. Sogar Naruto amüsierte sich darüber. Seine trüben Gedanken wurde er jedoch nicht vollends los. Irgendwas Seltsames ging mit ihm vor. Nicht nur die letzten Wochen über. Auch in den letzten Stunden schien sich irgendwas zu ändern. Er spürte es immer deutlicher, wie sich eine Art Druck in ihm aufbaute, der Stunde um Stunde zunahm. Und er wusste nicht, wie dieser Druck sich später entladen wollte. In seinem Kopf malte er sich Bilde davon aus, wie er selbst explodierte und es ihn in Stücke riss. Eine unangenehme Vorstellung. Hoffentlich war die Realität angenehmer.
Für einige Minuten war es wieder ruhig, ehe der Fuchs auf sich aufmerksam machte, der auf Fußende eingerollt geschlafen hatte.
»Sakura, hol eine Schwester. Sofort!«, bellte Kurama mit einem derart besorgniserregenden Ton, dass alle Anwesenden zunächst schockiert zusammenzuckten. Die Kunoichi besann sich jedoch schnell und tat, was der Bijuu verlangt hatte.
»Er muss sich übergeben. Gebt mal die Nierenschale vom Tisch rüber«, meinte Kurama weiter.
Naruto hatte sich noch keinen Millimeter bewegt. Er saß auf seinem Bett und war wie zur Salzsäule erstarrt, weil er etwas in sich spürte, was unbedingt rauswollte, obwohl er gar nichts gegessen hatte. Und es wurde von einem unangenehmen Gefühl begleitet, dass es diesmal nicht nur andere Gründe hatte, sondern dass diese ihm auch nicht gefallen würden.
Kaum war die Nierenschale in Kotzposition, kam wie auf Kommando ein größerer Schwall blutrote Flüssigkeit heraus.
Die Tür öffnete sich und eine Schwester trat in den Raum. Sie hörte nur ein »Oh mein Gott!« von Iruka.
»Holt Tsunade her, sofort!«, meinte Sakura streng und sofort war die Schwester wieder verschwunden.
»Und ihr geht erstmal vor die Tür«, befahl sie den restlichen Anwesenden. Nur Iruka durfte bleiben und ihr mit Naruto helfen.

Es dauerte nicht lang und die Hokage eilte durch die Flure des Krankenhauses. Kurz darauf betrat sie auch schon das Zimmer ihres derzeitigen Sorgenkindes.
»Was ist los?«, fragte sie sofort, als sie in den Raum stürmte.
»Er hat sich wieder erbrochen«, meinte Kurama schlicht.
Eine Schwester befand sich wieder im Raum. Sie hatte weitere Behältnisse gebracht, da sie nicht wussten, wie viel Naruto erbrechen würde. Drei davon standen bereits gefüllt auf dem Tisch im Raum. Bevor sie entsorgt wurden, sollte Tsunade einen Blick drauf werfen. Eine Weitere hatte Naruto vor sich. Sie wurde von Sakura gehalten, während Iruka dem Jungen über den Rücken strich.
Naruto zitterte am ganzen Körper und wirkte absolut schockiert. Ihm liefen einige Tränen über die Wangen, was das ganze Bild noch schrecklicher machte. Tsunade konnte diesen Anblick kaum ertragen. Sie wusste einfach nicht mehr, was sie noch mit ihm machen sollte. Das Gewicht reduzierte sich weiter, da sein Körper die zugeführten Nährstoffe nicht aufnahm und die Experimente mit seinem Blut brachten nicht positives. Es wirkte mehr, als würde der Bursche mit jeder vergehenden Stunde ein kleinen wenig mehr sterben.
»Tsunade-sama. Er verliert seine Zähne«, berichtete die Schwester an Sakuras Seite.
Diese Aussage rüttelte Tsunade wach und sie schaute genauer nach. In jeder der vier Schalen mit dem Erbrochenen waren auch einige seiner Zähne zu sehen. Sie waren gut erkennbar zwischen dem roten Blut. Allein in den drei Schalen auf dem Tisch befanden sich etwa 20 von ihnen. Nochmal 4 waren in der Schale, in die Naruto ein weiteres mal spuckte.
Seufzend trat sie näher und erkannte, dass es jetzt sogar 7 Zähne waren.
»Naruto, ich befürchte, dass es diesmal erst aufhört, wenn alle raus sind. Wieviele sind es noch?«, fragte sie nach.
»Drei«, antwortete der Fuchs für ihn.
Nickend griff Tsunade sich eine leere Schale und legte sie Naruto auf den Schoss. Darauf beauftragte sie die Schwester damit, dass sie eine Probe von dem Blut nahm. Die Zähne sollte sie in einem Tütchen sammeln und den Rest darauf entsorgen.
Erst nachdem die junge Frau gegangen war, widmete sich Tsunade wieder ihrem Patienten. »Es wird Zeit, dass ich dir etwas erzähle«, begann Tsunade. »Vorher muss ich jedoch wissen, ob Iruka dabei sein darf, denn er ist offiziell kein Teil deiner Familie«
»Er soll bleiben«, meinte wieder Kurama.
Tsunade fragte da nicht weiter nach. Wenn Naruto zu geschafft war, übernahm der Fuchs oft das Reden, da er anhand von Narutos Gedanken wahrnehmen konnte, was er antworten wollte.
»Dein Körper nimmt die Nährstoffe nicht auf. Zudem finden sich in deinem Blut deutliche Anzeichen von Zerfall und ich habe bisher nichts gefunden, was diesen Prozess aufhält oder gar umkehrt. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll«, gab sie betrübt zu.
»Dann stirbt er also«, meinte diesmal Iruka.
»Sieht so aus. Deswegen würde ich gern jemanden hinzuziehen, der mir helfen soll«, erzählt Tsunade.
»Und wer soll das sein?«, fragte diesmal Naruto selbst. Seine Worte klangen schwach, aber sie waren hörbar.
»Ich möchte, dass sich Inoichi in deinen Erinnerungen umsieht. Vielleicht findet er heraus, wie du mit dieser seltsamen Krankheit infiziert wurdest. Wenn wir den Urspung festlegen können, lässt sich vielleicht dadurch etwas finden, was es aufhält«, teilte sie ihren Gedanken mit.
Naruto sah man es an, dass er nachdachte. Schließlich nickte er schwach und Kurama antwortete für ihn »Er ist einverstanden«
Etwas entspannter atmete sie durch. Sie war froh, dass er zugestimmt hatte. »Ich werde es für Morgen arrangieren. Du hast heute schon genug mitgemacht«
»Er will es jetzt schon. So schnell wie möglich«, warf der Fuchs ein.
»Und wieso?«, wollte Tsunade wissen.
»Ihm läuft die Zeit davon. Jede Minute ist derzeit unermesslich wertvoll. Mach es besser sofort«, meinte Kurama darauf und diesmal war Tsunade sich sicher, dass es nicht Naruto war, der durch das Tier zu ihm sprach, sondern Kurama selbst.

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Ein Gedanke zu „Another Vampire Story #4“

  1. Hey^^,
    also… ich weis grade nicht wirklich was ich sagen soll. Wobei eins fällt mir doch ein. Ich hab mir natürlich auch so meine Gedanken gemacht wie es weiter gehen könnte, aber eins war definitiv nicht dabei: Naru soll seine Zähne verlieren (?!). Wie bist du darauf den gekommenen? Das kamm wirklich unerwartet. Allerdings zeigt das ja nur wider das du ein guter Autor bist und deine Geschichten spannend bleiben ^^.
    Bin schon gespannt darauf zu erfahren was Naru passiert ist.
    Lg
    Fabel

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