Another Vampire Story #3

Naruto hatte noch lang geweint. Diese ganzen ungewollten Veränderungen. Das alles war erdrückend und er brach nicht zum ersten Mal deswegen zusammen. Dazu das Chaos in seinem Kopf, das jetzt für weitere Verwirrung sorgte. Durch Kuramas Worte war ihm schmerzlich bewusst geworden, dass er sich in eine Person verliebt hatte, die unerreichbar war. Als Schüler und Lehrer war ihnen eine Beziehung untersagt. Davon mal ab, dass Kakashi offensichtlich kein Interesse an Männern hatte. Seine Vorliebe für Jiraiyas Schundromane grenzte schon fast an wahnhafter Besessenheit. Und darin ging es um Paare in der Mann-Frau-Konstellation. Für einen schwulen Mann war das nichts.
Kakashi. Der Name und das maskierte Gesicht schwirrten ihm zum Ende hin unaufhörlich im Kopf herum. Es war dessen Stimme, die Naruto beruhigte und schließlich einschlafen. Lang hielt diese Ruhepause jedoch nicht, denn Deidara sprengte ihn wieder in den Wachzustand zurück.
Fürs Erste nutzte er die Gelegenheit, um sich der Kleidung zu entledigen und zu duschen. Anschließend schlüpfte er in ein bequemeres Outfit. Eine Boxershorts und eine Jogginghose. Ein Shirt zog er nicht an, da er sich fast sicher war, dass er es ohnehin wieder einsauen würde, und in den Spiegel hatte er schon seit Tagen nicht mehr geschaut. Er traute sich einfach nicht, diesem erbärmlichen Etwas entgegen zu sehen, das aus ihm geworden war.
Eine Weile stand er unschlüssig in der Küche. Er hatte sich Wasser aufgekocht, schwankte jedoch zwischen der Packung Ramen und dem Instantkaffee. Wenn man die derzeitigen Reaktionen seines Magens betrachtete, war die Nudelsuppe eigentlich verschwendet. Kaffee würde jetzt allerdings auch keinen Sinn machen. Besser wäre es, wenn er die Chance nutzen würde, um noch etwas zu schlafen.
Auf der anderen Seite hoffte Naruto, dass er die Ramen diesmal auch im Magen behalten würde. Er fühlte sich derart ausgehungert, dass es ihm vorkam, als würde der Magen sich demnächst ausweiten und damit beginnen, seine Lunge zu fressen, oder die Rippen, oder irgendeines der anderen Organe in der näheren Umgebung.
Seufzend öffnete er die Plastikbox und kippte das heiße Wasser hinein.

Nach Narutos Abgang hatte der Rest des Teams über das geredet, was war. Anschließend waren sie zu Tsunade gegangen, um ihr davon zu erzählen. Was auch immer mit Naruto nicht stimmte, jedem von ihnen war klar, dass es sich massiv auf seinen Körper auswirkte. Höchstwahrscheinlich auch auf die Psyche. Es wurde Zeit, dass die Hokage ein Machtwort sprach, damit Naruto sich endlich helfen ließ.
Zusammen mit der Senju standen sie vor der Wohnung des Jinchuurikis. Sie hatten mehrmals geklopft, geklingelt und nach ihm gerufen, aber er hatte ihnen nicht geöffnet.
»Und wenn er nicht da ist?«, fragte Sakura in die Gruppe.
»Wo soll er denn sonst sein?« stellte Tsunade die Gegenfrage. »So wie ich es verstanden habe, schottet er sich derzeit so extrem ab, dass seine Wohnung der einzige Ort ist, wo er sein könnte. Zumal die Anbu mir versichert haben, dass er definitiv nicht auf dem Kopf des 4. Hokage sitzt«
»Seid mal kurz leise«, kam es darauf von Kakashi, wofür er einige verwunderte Seitenblicke bekam. »Hört ihr das?«
Gemeinsam lauschten sie für einen Moment.
»Ja. Da bewegt sich was in der Wohnung«, meinte Yamato darauf.
»Naruto! Jetzt mach doch auf. Wir wissen, dass du da bist!«, rief Tsunade diesmal etwas lauter.
Irgendwas tat sich auf der anderen Seite der Tür. Sie konnten hören, wie das Schloss sich langsam entriegelte und schließlich öffnete sich die Tür, die ihnen bisher den Weg versperrte. Doch vor ihnen stand nicht Naruto, sondern ein kleiner Fuchs von der Größe einer Katze, an dessen Hinterteil 9 Schwänze zu erkennen waren.
»Bevor ihr ausflippt: Ja, ich bin der Kyuubi. Ja, ich bin im Moment frei und NEIN, ich habe kein Interesse daran, meine Umgebung in Schutt und Asche zu legen. Dafür mache ich mir gerade genau so Sorgen um Naruto, wie ihr. Und da ich genau weiß, dass ihr nach ihm sucht, er sitzt im Bad«, schoss es aus dem Tierdämon heraus, bevor die Menschen reagieren konnten. Darauf wand der Fuchs sich von den Personen ab und kehrte zu seinem Herren zurück.
Tsunade beschloss, dass sie sich dieser Tatsache später widmen wollte. Andere Dinge hatten im Moment Vorrang. Sie atmete daher noch einmal tief durch und begab sich in die Wohnung. Wo sie hinmusste, war schnell rausgefunden, denn viele Möglichkeiten gab ohnehin nicht, um sich zu verstecken.
Das Bad war der einzige Bereich, der mit einer weiteren Tür vom Rest der Wohnung abgetrennt war. Diese stand offen und bot einen erschreckenden Blick auf das, was sich innerhalb des Raumes befand.
Nicht nur Tsunade verschlug es die Sprache, auch Sakura, Kakashi und Yamato waren geschockt, denn in, auf und um das WC befand sich Unmengen erbrochenes Blut. Ebenso an Narutos Mund und auf seiner Brust. Auf der schwarzen Jogginghose aller Wahrscheinlichkeit auch, nur ließ es sich da nur schwer erkennen.

Sofort waren die Iryounin an Narutos Seite. Da er oben ohne vor ihnen saß, war das Ausmaß seiner Abmagerung genauestens zu erkennen. Er musste schon länger mit dem Problem kämpfen. Zudem wunderte Tsunade die äußerlichen Veränderungen, die auch Kakashi schon teilweise erkannt hatte. Das Fehlen der Narben auf den Wangen, die seltsame rote Färbung der Augen, obwohl sie blau sein müssten. Zudem konnte sie deutlich ergraute Strähnen im Haar des eigentlich goldblonden Jungen erkennen.
Erst auf dem zweiten Blick erkannte Tsunade, dass Naruto nicht bewusstlos war, sondern durchaus mitbekam, was um ihn herum passierte.
»Naruto? Kannst du mich verstehen?«, fragte sie. Bekam jedoch keine Reaktion von ihm.
»Er versteht dich. Er hat nur keine Kraft mehr, um noch irgendwie zu reagieren«, erklärte Kurama ihr.
»Wie lang geht das schon?«, wollte Tsunade wissen.
»Seit der Mission in Suna vor 3 Wochen. Die Veränderung war mehr ein schleichender Prozess und es wird mit jedem Tag schlimmer. Angefangen mit der Tagmüdigkeit und Hyperaktivität in der Nacht. Dann kam die Unverträglichkeit für jede Nahrung. Er isst im Prinzip seit fast 2 Wochen nicht, da er bei jedem Versuch direkt am Kotzen ist. Und seit Neuestem reagiert er übermäßig empfindlich auf jedes Tageslicht. Sonne ist besonders schlimm, weshalb er andere Sache besorgt hat. In der neuen Kleidung fühlt er sich wohler. Es schirmt besser ab«, erklärte der Fuchs.
»Warum hat er denn nichts gesagt?«, schimpfte Tsunade. »Ich hätte ihm doch geholfen!«
»Er hatte gehofft, es hört von allein auf. Jeder hier im Dorf schiebt Panik wegen mir und Naruto wollte es nicht noch schlimmer machen. Wenn rausgekommen wäre, dass er krank ist, wären die erste Frage nicht gewesen, wie es ihm geht, sondern ob die Sicherheit fürs Dorf nicht gefährdet ist. Den Meisten hier in Konoha ist er doch völlig egal«, meinte der Fuchs traurig.
»Aber du scheinst doch kein Problem zu sein. Wieso hat er das nie erwähnt? Dann wäre die Situation doch völlig anders!«, fragte Tsunade weiter.
»Wäre sie nicht. Naruto ist ein Monster und keiner glaubt ihm deswegen. Dass er nichts dafürkann, dass ich ihn ihm lebe und dass er ein ganz normaler Junger ist, der durchaus das Recht auf ein Leben hat, versteht in diesem Dorf niemand«, kam diesmal recht gereizt von dem Tierdämon.
»Du hast ihn gern, nicht wahr?«, klang die Hokage diesmal etwas sanftmütiger.
»Er ist mein einziger Freund und ich bin der einzige Freund, dem er alles erzählen kann, denn durch unsere Verbindung bekomm ich ohnehin alles mit. Ich kenne alle seine Macken. Ich weiß, was er mag, wen er liebt und was er fürchtet. Ich bin immer für ihn da, wenn ihn was bedrückt und tröste ihn durch die verheulten Nächste. Oder im Moment auch durch die verheulten Tage. Was ich nicht kann, ist ihn mit seinem Problem zu helfen. Ich weiß nicht, was er hat. Eigentlich dürfte er gar nicht krank sein, weshalb es mich sehr verärgert, dass ich ihm nicht helfen kann«, sprach der Fuchs betrübt.

Tsunade dachte einige Minuten über ihr weiteres Vorgehen nach. Im Moment war Naruto halbwegs stabil, wenn sein Puls auch besorgniserregend niedrig war.
Sakura säuberte Naruto bereits mit warmen Wasser. Wenn sie damit fertig war, würden sie ihn für weitere Untersuchungen in die Klinik bringen und vorerst auch dort behalten. Kakashi packte daher eine Tasche für Narutos Krankenhausaufenthalt.

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Ein Gedanke zu „Another Vampire Story #3“

  1. Hey^^,
    super das Naru so schnell Hilfe bekommt und das die anderen die Initiative ergriffen haben. Ich hoffe das sie ihm schnell helfen können. Allerdings frag ich mich auch ob sie daran denken das Naru die Sonnenstrahlen nicht verträgt, wenn si in ins Krankenhaus bringen.
    Lg. Fabel

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