Nur 1 Jahr – Version 1

Eine kurze Naruto Fanfiktion vom November 2013.
Diese Fassung (Die „Alte“) ist etwa 2200 Worte lang.

Zwei Stunden war es nun her, seid seine Hinata ein gesundes kleines Mädchen zur Welt gebracht hatte. Sie war sehr erschöpft gewesen und hatte geschlafen, somit konnte Naruto beruhigt seinem Plan nachgehen.
Er gab seiner kleinen Tochter ihr Geschenk. Das Siegel, welches einst den Kyuubi in ihm gehalten hatte, übertrug er auf das kleine Mädchen – in einer veränderten Form, damit sein Freund und Partner auf seine Tochter aufpassen konnte. Darauf verabschiedete er sich dem Fuchs.

Wenige Minuten waren seit dem vergangen.
Nun war Naruto allein.
Er befand sich auf dem Treppenpfad, welcher zwischen den Steinköpfen der Hokage die Felswand hinauf führte. Schon lange hatte er sich mit dem abgefunden, was gleich geschehen würde. All seinen Frust hatte er bereits raus gelassen, all seine Tränen hatte er bereits geweint. Er war völlig im Einklang mit sich selbst. Keinerlei Emotion war in seinem Gesicht abzulesen. Er war bereit für das, was kam. Es war an der Zeit.

Zeit sich am vereinbarten Treffpunkt blicken zu lassen.
Zeit ein gegebenes Versprechen einzulösen.
Zeit zu sterben.

Schon seid einigen Monaten hatten seine Freunde einen Verdacht. Sie wussten, das etwas mit ihm nicht stimmte. Ob sie auch ahnten, was es war? Sicher nicht. Niemand bis auf Kurama konnte davon wissen. Niemand außer dem Kyuubi war dabei gewesen. Vor einigen Wochen hatte ihm Tsunade den Posten als nächster Hokage angeboten. Spätestens da war allen klar, das etwas nicht stimmte, denn er hatte abgelehnt. Seid dem beobachteten sie Naruto heimlich, ließen ihn nicht mehr aus den Augen.

Als wenn er das nicht bemerkten würde…

Auch jetzt beobachteten sie ihn. Seid er das Krankenhaus verlassen hatte, folgten ihm seine Freunde mit etwas Abstand. Zunächst hatten sie wohl vermutet, das er sich wieder auf den Kopf des 4. Hokage setzen würde. Das machte Naruto oft, wenn er nachdachte. Doch er ging an dem Kopf vorbei und stieg die Stufen weiter hinauf, bis er die Felswand komplett erklommen hatte. Oben ging er zu der kleinen Aussichtsplattform, von welcher man einen sehr guten Blick über das ganze Dorf hatte.

Ein Fuin platzierte er auf dem Boden, welches ein Schild von einem 10 Meter Radius beschwor. Niemand sollte bis zu ihm heran kommen. Nun stand er da, die Hände lässig in den Hosentaschen, die Augen geschlossen und den Kopf leicht in den Nacken gelegt. Ein kleines Lüftchen umwehte ihn und er genoss es.

Es dauerte nicht lange, bis seine Freunde zu ihm kamen. Er konnte ihre Blicke auf seinem Rücken spüren. Ihr Worte, mit denen sie auf ihn einredeten. Seinen Namen, den sie schrien, weil ein einfach nicht reagierte. Er wollte sie nicht hören. Er wollte alles um ihn herum ausblenden. Doch war dies nicht so einfach, wie er es sich gedacht hatte. Kurama hatte seinen Freunden offenbar schon erzählt, was er vorhatte. Nur kannten sie nicht die ganze Wahrheit und redeten wie besessen auf ihn ein, um ihn von dem Abzuhalten, was er in ihren Augen wohl vorhatte.
Pünktlich um Mitternacht leuchtete der Boden vor seinen Füßen. Drei Personen in seltsamen fremden Gewändern standen vor ihm. Es war nicht das erste Mal, das er ihnen begegnete. Einer von ihnen trug eine silbrig leuchtende Rüstung und ein großes Schwert. Er stand in der Mitte. Links von ihm stand eine Frau in einem sehr eleganten Kleid, welches ebenfalls auf eine silbrige Art zu schimmern schien und der rechte Mann trug einen silberweißen Kimono, welcher mit goldenen Monden bestickt war.

Der Fremde mit der Rüstung betrachtete den jungen blonden Ninja vor sich. Er schien selbstsicher und entschlossen, doch auch voller Trauer und Schmerz. Einige Meter hinter ihm standen eine Reihe von weiteren Ninja, welche verzweifelt auf den Blonden einredete und versuchte durch dessen Barriere zu kommen. Sie waren wohl mit ihm befreundet.

Die fremde Frau war vorgetreten und betrachtete einen Moment den jungen Ninja. Kurz darauf ging sie zu ihm und stellte sich direkt vor ihn. Er war noch jung, gerade mal 17 Jahre alt und noch nicht völlig ausgewachsen. Einige Zentimeter überragte sie den jungen Blonden noch. Sanft streichelte sie seine Wange und wischte einige seiner Tränen fort, welche er durch die Worte seiner Freunde schon länger nicht mehr zurück halten konnte.

„Bist du dir wirklich sicher, das du dies tun willst?“, fragte sie ihn mit sanfter Stimme. Sie sprach nicht sehr laut, doch laut genug, das die anderen Ninja ihre Worte problemlos verstehen konnten.

„Nein, ich will es nicht! Aber es ist Teil des Vertrages…“, antwortete Naruto wahrheitsgemäß und blinzelte einige Tränen weg. „…und diesen Vertrag werde ich einhalten.“

Zufrieden und mit einem traurigen Lächeln nickte sie den jungen Blonden zu und begab sich wieder an die Seite ihrer beiden Begleiter. Alle drei berieten sich kurz und nickten sich darauf zu. Der Mann mit der Rüstung trat vor und zog sein Schwert.

„Knie nieder!“, sprach der Mann kurz darauf und wartete, bis Naruto sich vor ihm gekniet hatte. Die Ninja hinter dem Blonden begannen nun richtig zu schreien, doch er ignorierte alle Rufe.

Naruto kniete mit beiden Beinen auf dem Boden und saß auf seinen Füßen. Seine Hände lagen entspannt auf den Oberschenkeln. Sein Oberkörper war grade. Sein Haupt war erhoben und zeigte keinerlei Regung, während er dem Mann mit dem Schwert in die Augen blickte. Seine Zeit war gekommen. Der letzte Punkt des Vertrages würde sich nun erfüllen.

Langsam hob der Mann das Schwert, bis er es mit beiden Armen hoch über seinen Kopf hielt. Auf der anderen Seite der Fuinbarriere hielten die Ninja die Luft an. Einige schlugen die Hände vor den Mund, andere schauten weg, oder hielten sich die Augen zu. Manche standen einfach nur da und starrten auf den gerüsteten Mann mit den riesigen Schwert hoch über seinem Kopf, welches das Leben ihres Freundes gleich beenden würde.

Erinnerungen schossen Naruto durch den Kopf. Ob dies einer von diesen berüchtigten Momenten im Angesicht des sicheren Todes war? Einer von dieser Momenten, in denen man sein ganzes Leben vor dem inneren Auge nochmal betrachten konnte?

Vor genau einem Jahr verlief die entscheidende Schlacht des 4. großen Ninjakrieges. Viele Ereignisse und Wendungen hatte es in diese Schlacht bereits gegeben.

So kämpfte Naruto unter anderem an der Seite seines Vaters, der eigentlich tot war, gegen einen übermächtigen Ninja, welcher ebenfalls tot sein müsste, aber trotzdem unter den Lebenden weilte. Viele Stunden waren bereits vergangen und kaum ein Ninja hatte noch viel Kraft und Ausdauer, um diesen Kampf noch lange fortzusetzen.

Die Müdigkeit zerrte an seinen Knochen und so kam es, das Naruto in einem unaufmerksamen Moment ein Jutsu seines Gegners abbekam und einige hundert Meter weit flog, bevor er unsanft auf dem harten Felsen liegen blieb. Seine Verletzungen waren tödlich und auch sein Bijuu Partner Kurama hatte nicht mehr genug Kraft, um Naruto vor dem sicheren Tod zu bewahren.

Das war die Zeit, in der Naruto zum ersten Mal Bekanntschaft mit den drei Fremden gemacht hatte. Von allen anderen unbemerkt, waren sie bei ihm erschienen und boten ihm einen Vertrag an.

Die Macht, seinen Feind auszuschalten. Die Macht, alle seine Freunde zu retten – sogar jene, welche in diesem Krieg bereits ihr Leben lassen mussten. Die Macht, diesen Krieg endlich zu beenden. Doch gab es da eine Bedingung. Er selbst musste mit seinem Leben dafür bezahlen. Nur ein Jahr wurde ihm gewährt. Ein Jahr, in dem er seine Angelegenheit regeln konnte, bevor sie zu ihm zurückkehrten, um sein Leben einzufordern.

Naruto hatte nicht wirklich darüber nachgedacht, sondern einfach angenommen. Es war ihm egal, was mit ihm passieren würde. Er wollte nur diesen Krieg beenden und seine Freunde retten. Der Kyuubi war der einzige, der dies Gespräch mitbekam.

Die Fremden heilten seinen Körper und gaben ihm seine neue Kraft und das Wissen, wie diese einzusetzen war. Er sollte weise damit umgehen. Naruto und Weise! Etwas, das mal gar nicht zusammen passte, aber er schwor sich selbst, das er keinen Unfug mit dieser Kraft anstellen würde. Sein Herz schlug nur dafür, andere zu beschützen. Er war nicht daran interessiert grundlos etwas zu zerstören.

Mit seiner neuen Macht war es einfach gewesen den Krieg zu beenden. Der Feind war schnell besiegt. Zur Sicherheit hatte Naruto dessen Seele gleich mit vernichtet, damit niemand auf die Idee kam, diesen Ninja erneut auf die Lebenden loszulassen.

Nach der Schlacht wurde er als Held gefeiert. Er genoss die Aufmerksamkeit machte sich einige Tage auch keine Gedanken bezüglich des Vertrages. Erst als Kurama ihn darauf ansprach, begann er darüber nachzudenken.
 

Einige Wochen vergingen und er kam Hinata ungewollt näher. Naruto hatte nicht vorgehabt, sich eine Freundin zu suchen. Er wollte nicht, das sie darunter leiden musste, wenn er sie nach Ablauf seiner Frist allein zurück ließ. Dennoch schien er von Hinata magisch angezogen zu werden.

Ende Dezember – an ihrem Geburtstag – passierte schließlich etwas, was er noch weniger vorhatte. Sie hatten miteinander geschlafen – und das ohne einen Schutz! Einige Zeit später stellte sich heraus, das sie ein Kind bekam. Sie waren beide noch 16 und bekam zusammen ein Kind. Etwas zu früh für Narutos Geschmack. Kurama wies ihn jedoch auf eine Kleinigkeit hin, welche als einzig positives daran gesehen werden konnte. Das Kind könnte noch während der 1-Jahres Frist zur Welt kommen. Damit wäre das Kind der perfekte Kandidat, für das Siegel, welches Kurama binden würde. Auch wenn Naruto seinem Kind diese Bürde nicht antun wollte.

Die nächsten Monate verbrachte Naruto damit sich mit den Fuins auseinander zu setzten. Das er ein Uzumaki war, zeigte sich dabei sehr deutlich, den er lernte sie unglaublich schnell und auch eigene Fuins waren für ihn sehr einfach zu erstellen. Mit Kurama arbeitete er an einem neuen Siegel, welches er benutzen wollte um Kurama auf seine Tochter zu übertragen. Zu dieser Zeit begannen seine Freunde langsam verdacht zu schöpfen.

Im Sommer machte Tsunade Naruto das alles entscheidende Angebot. Das Angebot, welche ihrer Ansicht nach, ihren blonden Chaosninja aufmuntern würde und auf welche er schon sehr lange wartete. Sie bot ihm ihren Posten als Hokage an. Doch zum erstaunen aller lehnte er ab. Nun waren sich alle sicher, das mit Naruto etwas nicht stimmen konnte. Das war der beginn ständiger Beobachtung.

Nun war der Tag gekommen.

Es war der 10. Oktober.

Seid dem Ende des 4. großen Ninjakrieges war genau 1 Jahr vergangen. Viele Stunden lag Hinata bereits im Krankenhaus. Die Wehen hatten eingesetzt. Wenn das Kind noch an diesem Tag zur Welt kommen würde, dann hätte es mit seinem Vater zusammen Geburtstag. Naruto musste bei dem Gedanken lächeln.

Seine Tochter war nun geboren. Sie war so klein gewesen, so zierlich und zerbrechlich. So ein winziges kleines Geschöpf im Arm zuhalten, war sehr ungewohnt gewesen. Naruto hatte darauf bestanden, das seine kleine Tochter den Namen Hikari bekommt. Sie sollte für Hinata ein Licht sein. Das Licht, das seine Liebste vor der Dunkelheit bewahren würde, sobald er nicht mehr bei ihnen war. Kurama hatte er mit einem neuartigen Siegel an seine Tochter gebunden, damit er sie immer beschützen konnte.

Und nun war er hier, am oberen Rand der Hokagefelsen.

Regungslos kniete er vor dem Fremden mit dem Schwert, welches dieser mit beiden Händen hoch über seinen Kopf hielt. Sein Atem war ruhig. Sein Blick verlor sich in dem tiefen hellen Blau, in welchem die Augen des Fremden leuchteten.

Sein Verstand hatte völlig abgeschaltet.

In wenigen Sekunden würde es vorbei sein.

Das Schwert begann sich zu senken. Zuerst langsam, dann schneller. Naruto verzog keine Mine. Auch sein Blick wandte er nicht von dem Fremden ab. Stumm und regungslos wartete er auf seinen Tod.

Doch es geschah nichts.

Wenige Millimeter vor Naruto stoppte das Schwert. Kurz darauf zog sich der Fremde zu seinen Begleitern zurück. Die Frau trat erneut vor und hockte sich vor Naruto um ihn zu umarmen. Sie gab ihm einen Kuss auf die Stirn, bevor sie aufstand und sich wieder zu ihren Begleitern stellte.

Darauf erhob sie ihre Stimme, damit nicht nur Naruto, sondern auch die anderen Ninja sie gut hören konnten: „Wir möchten dich beglückwünschen Naruto. Du hast unseren Test bestanden. Es war nie eine Bedingung gewesen, das du für die Kraft, welche wir dir schenkten, in den Tod gehst. Wir musste nur sicher sein, das unser Geschenk bei dir in guten Händen ist. Du bist ein gutherziger und rechtschaffener junger Mann. Pass gut auf dich auf und benutze unser Geschenk weise.“

Die Frau löste das Fuin auf – welches Naruto zuvor um sich gespannt hatte, damit seine Freunde ihn nicht stören konnten – und die drei Fremden verschwanden.

Die Ninja waren noch immer geschockt bezüglich dessen, was vor ihren Augen geschehen war. Tsunade war die ersten, welche sich aus ihrer Schockstarre befreien konnte und lief auf Naruto, um diesen zu umarmen. Kurz darauf folgten einige weitere, bis sie letztlich alle um Naruto standen.

Dieser bekam von alledem nicht viel mit. Der Schock saß auch bei ihm tief und nachdem er Tsunade und ihre Umarmung bemerkt hatte war er weinend in ihren Armen zusammengebrochen. Er konnte es einfach nicht fassen. Er durfte weiterleben.

Sie ließen ihn wirklich am Leben.

Einige Tage später war Naruto gefasst genug um seinen Freunden endlich die ganze Geschichte zu erzählen. Hinata war nicht sonderlich begeistert davon gewesen, das er ihr dies alles verschwiegen hatte, doch war sie froh darüber, das er noch unter ihnen weilte.

Tsunade machte Naruto erneut das Angebot ihren Posten als Hokage zu übernehmen und diesmal sagte er zu.

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