Kin Hatake #008 – Die geheime Spezialmission

Nach einem kurzen Gespräch mit Tsunade hatte Asuma sich auf den Weg nachhause begeben. Sein Ziel war der Speicher der Sarutobi Villa. Vor Jahren hatten sie dort die vielen Kisten entdeckt, die seine verstorbene Mutter dort gelagert hatte. Altes Spielzeug aus Kindertagen und die alte abgelegte Kleidung, aus die er und seine kleine Schwester herausgewachsen waren. Sie hatte alles aufgehoben, dass noch brauchbar war. Alles war sorgfältig verpackt und die Kisten hatte sie sehr genau beschriftet. Noch war alles an seinem Platz. Seine Schwester hatte mittlerweile selbst Kinder, doch sie hatte die alten Sachen nie angerührt. Sie wollte unbedingt alles aus eigener Tasche besorgen. Asuma vermutete zudem, dass es niemandem auffallen würde, wenn er sich jetzt etwas davon nahm. War er doch der Einzige, der vielleicht mal auf die gelagerten Sachen zurückgreifen würde.
In der aktuellen Situation war es Ideal. Kakashi hatte vor Jahren sein Elternhaus verkauft und war in eine kleine Wohnung gezogen. Er wollte nichts mehr um sich haben, was ihn an seine Eltern erinnerte. Dabei hatte er auch alles verkauft oder weggeschmissen, was er selbst nicht mehr brauchte. Er besaß somit nichts, was er für seinen neuen Sohn gebrauchen konnte.
Es dauerte eine Weile, bis er die richtigen Kisten gefunden hatte, doch schließlich hatte er seine alte Kleidung in der Hand, die er im Alter von etwa drei Jahren getragen hatte. Er erkannte sie von seinen Kinderfotos wieder. Viel wollte er nicht mitnehmen, nur ein bisschen was, damit Kakashi dem Jungen etwas anziehen konnte. Mehr als einen halben Rucksack voll sollte es nicht werden. Mit einem Stofftier und einen kleinen Beutel voller Holzklötzchen füllte er den Restplatz aus. Für den Anfang sollte es reichen. Alles Weitere konnten sie später noch besorgen.
Nachdem Asuma alles beisammenhatte, beschwör er seinen vertrauten Geist. Zu seiner Enttäuschung erschien jedoch nicht der, nachdem er gerufen hatte. Als Sarutobi hatte er den Vertrag mit den Affen, Oberhaupt war Enma, der König der Affen. Nach ihm hatte Asuma gerufen. Vor ihm zeigte sich jedoch der kleine Coco, eines von Enmas Kindern.
Seufzend besah sich Asuma dem kleinen Äffchen. Coco war nicht mal halb so groß, wie er. Vergleichbar mit einem vierjährigen Kind – und genau so benahm er sich auch.
»Asumaaa«, rief der kleine Affe freudig, als er den Mann vor sich erkannte. Strahlend hüpfe er um Asuma herum und war kaum zu bändigen. »Hast du mich zum Spielen gerufen?«
»Nein, habe ich nicht«, antwortete er ehrlich und Cocos Gehopse fand ein abruptes Ende. »Ich wollte eigentlich mit deinem Vater sprechen.«
»Mit Papa sprechen?«, wiederholte das kleine Äffchen mit fragendem Ausdruck in den Augen und neigte dabei seinen Kopf leicht zur Seite. Dutzende kleine Fragezeichen schienen sich über Coco im Kreis zu drehen. Einige Sekunden vergingen, in denen der kleine Affe diese Haltung beibehielt, ehe er »Papa ist nicht da« von sich gab und erneut um Asuma herumsprang.
Das dachte sich Asuma schon, schließlich kam Enma immer, wenn er verfügbar war. Seufzend besah er sich dem kleinen Wirbelwind, den er nun anstelle des Affenkönigs vor sich hatte. Es gab nur eine Person, die über den gleichen Tiergeistvertrag verfügte und das war sein Vater. Demnach müsste Enma derzeit bei ihm sein.
Nachdenklich beobachtete Asuma, wie Coco den Raum inspizierte. Für eine ernsthafte und gefährliche Mission war der kleine Affe noch zu jung, da würde er wirklich Enma brauchen, aber vielleicht konnte Coco ihm dennoch helfen. Er musste es nur richtig angehen.
»Komm mal her Coco«, sprach er das Affenjunge an und es dauerte auch nicht lang, da kam es auch schon angelaufen. Asuma hockte sich zu dem Kleinen, um mit ihm auf gleicher Höhe zu sein und fragte dann: »Möchtest du mir vielleicht helfen?«
Aus großen Kulleraugen sah Coco ihn an und war vollkommen überrascht von dem Angebot. Asuma konnte sich gut vorstellen, was in dem kleinen Affen vor sich ging. Der geistige Reifeprozess verlief ähnlich wie die Menschen und als kleines Kind war er bisher aus allem herausgehalten worden. Es war daher etwas vollkommen Neues für Coco, das er bei helfen zu dürfen.
»Eigentlich wollte ich ja deinen Vater fragen, aber du kannst das sicher genau so gut«, sprach Asuma weiter und beobachtete, wie die Augen des Äffchens zu strahlen begannen.
Verschwörerisch sah er sich nach möglichen Spitzeln um, auch wenn er sich bewusst war, dass es keine gab. Darauf zog Coco zu sich. »Ich habe eine geheime Spezialmission, etwas ganz Wichtiges«, erzählte er darauf seinem neuen Verbündeten.
»Uuuuhh«, gab Coco staunend von sich und wartete ganz gespannt, wie es weiterging.
»Willst du mir dabei helfen?«, fragte Asuma darauf und musste auch nicht lang auf eine Antwort warten.
»Klar, will ich«, posaunte Coco darauf lautstark heraus. Er war schon Feuer und Flamme und würde wahrscheinlich alles tun, was Asuma von ihm verlangte. Genau, wie es beabsichtigt war.
»Pst, nicht so laut«, zügelte er das Äffchen. »Nachher hört dich jemand.«
»Oh, natürlich. Geheime Mission«, flüsterte Coco darauf. Für ihn war es wahrscheinlich mehr ein Spiel, doch das war nicht schlimm. Einen gefährlichen Auftrag würde er Coco ohnehin nicht anvertrauen.
»Also gut«, begann Asuma und erklärte dem Affenkind darauf seine Aufgabe. »Ich benötige für meine Mission einige Gegenstände. Die sind alle in diesem Rucksack hier. Kannst du auf ihn aufpassen?«
Die Enttäuschung bei Coco war deutlich. Ganz offensichtlich hatte er sich mehr erhofft. »Ich soll auf deine Tasche aufpassen?« Beleidigt zog er einen Schmollmund und schaute zur Seite. »Nö!«
»Wenn du deinen Auftrag gut erledigst, bekommst du auch eine Belohnung«, lockte Asuma, doch Coco schien nicht überzeugt. Auch das Versprechen, dass Asuma mit ihm spielen würde, ließ das kleine Äffchen kalt. Trotz seiner Jungend zeigte sich Coco als knallharter Verhandlungspartner.
»Was muss ich tun, damit du für mich auf die Tasche aufpasst?«, versuchte es Asuma nun auf umgekehrtem Weg.
Coco sah aus, als ob er angestrengt nachdachte. Er ließ Asuma etwas zappeln, ehe er zu einer Gegenfrage ansetzte: »Bekomme ich Bananeneis?«
»Natürlich, wenn du Eis möchtest, dann gibt es Eis«, bestätigte Asuma mit einem Lächeln und konnte innerlich nur den Kopf schütteln. Sein Verhandlungspartner war eben noch ein Kind. »Aber erst, wenn ich mit meiner Mission fertig bin«, setzte er schließlich noch als Auflage.
Coco schien sich nicht an dieser Einschränkung zu stören und fragte stattdessen weiter: »Und du spielst mit mir?«
Als auch das von Asuma bestätigt wurde, glänzten die Augen des kleinen Affen vor Freude. »Dann helfe ich dir«, sprach der Kleine und grinste dabei so breit er konnte.
Asuma nahm sich den Rucksack zur Hand und half Coco beim Aufsetzen. »Trag ihn immer bei dir. Nimm ihn am Besten nicht ab und du darfst ihn nicht öffnen.«
»Warum?«, wunderte sich der kleine Affe.
»Weil du nicht weißt, wann ich dich wieder zu mir rufe. Ich brauche alles, was in der Tasche ist. Wenn etwas verloren geht, könnte ich Probleme bekommen. Deswegen lass sie geschlossen, dann bleibt alles, wo es ist«, erklärte er darauf und Coco schien es zu akzeptieren.
Als der Rucksack auf dem Affenrück angebracht war und Asuma alle Gurte an Cocos Größe angepasst hatte, sprach er ihn noch auf etwas anders an. »Warum wolltest du meine Belohnung nicht haben?«
»Weil ich lieber Eis haben möchte«, kam darauf von dem Äffchen.
»Das hättest du doch bekommen«, deutete Asuma an, doch damit schien er Coco nur zu verwirren, weshalb er es genauer erklärte: »Ich hatte gesagt, du bekommst eine Belohnung, aber nicht was für eine. Was es geworden wäre, hättest du entscheiden dürfen.«
Nachdenklich blickte der Affe zu Asuma auf und schien im ersten Moment nicht zu begreifen, was Asuma ihm erklärte. Dann wendeten sich jedoch die Dinge und überraschenderweise zog Coco einen anderen Schluss, als Asuma ahnte. »Heißt das jetzt, das ich zwei Mal Bananeneis bekomme?« platzte es aus ihm heraus.
Überrumpelt starrte Asuma den Knirps an und zermarterte sich das Hirn. Wie kam Coco nur darauf? »Kinder!«, dachte er sich und seufzte. In jeder Hinsicht unberechenbar – und bei kleinen Affen war es noch schlimmer.
»Wenn es sein muss«, meinte er schließlich und ließ Coco in dem Glauben, dass seine Annahme korrekt war. Anschließend entließ er das Affenkind nachhause. Eine kleine Rauchwolke bildete sich auf dem Fleck, wo Coco zuvor noch stand und als sie sich auflöste, war der kleine Affe verschwunden.
»Bleibt mir nur zu hoffen, dass der kleine den Inhalt nicht überall verteilt«, meinte Asuma darauf mehr zu sich selbst und machte sich anschließend auf den Weg ins Dorf. Während seiner Suchaktion war einiges an Zeit vergangen. Nicht mehr lang und die Dorfversammlung würde beginnen.

Etwas später auf dem Dorfplatz befand sich Asuma direkt in der Menge. Viele Stimmen erklangen um Asuma. Die meisten Bewohner von Konoha waren bei der Versammlung erschienen und alle waren sie schlecht gelaunt. Das Fest war kurzfristig abgesagt worden, irgendwann am Nachmittag, als Asuma den Speicher durchsucht hatte.
Einige bekannte Gesichter fanden sich in Asumas Nähe. Neben ihm befand sich Kurenai und Gai stand ebenfalls nicht weit entfernt und posierte in seinem neuen Kampfanzug vor Hayate und Kotetsu. Noch grüner und noch hässlicher war das neue Outfit. Asuma fragte sich nicht zum ersten Mal, wie Gai es immer wieder schaffte, eine neue Stufe auf der Treppe der Geschmacklosigkeit zu erklimmen.
»Weißt du, was los ist?«, wollte Kurenai neben ihm wissen. Ihre Frage war nicht unbegründet gewesen. Als Sohn des Hokage wusste er oft mehr, als andere – wie auch dieses Mal.
»Nein«, log er. So gern er Kurenai auch mehr erzählen wollte, er durfte es nicht. Dieses Geheimnis war zu wichtig, als dass er seinen Vater oder Kakashi hintergehen würde.
Zu seinem Glück fragte sie nicht weiter nach. Er mochte es nicht, sie zu belügen. Sie war eine gute Freundin, mehr als das. Sollte sie jemals die Wahrheit herausfinden, so würde sie ihm seine Lüge hoffentlich verzeihen können.
Erneut sah Asuma sich um und suchte die Menge ab. Er versuchte Tsunade ausfindig zu machen. Nach der Versammlung sollte er zu Kakashi gehen. Vorher musste er aber noch mit ihr reden.
»Nach wem suchst du?«, fragte Kurenai, die ihn dabei beobachtete.
»Nach Kakashi«, log er erneut.
»Vielleicht hat er ja heute dienst«, meinte sie darauf.
Etwas weiter südlich konnte er erkennen, wie Tsunade aus einer der angrenzenden Straßen trat und sich zu der Menge auf dem Dorfplatz gesellte. Sie war also ebenfalls angekommen.
Beruhigt, dass er die Ärztin gefunden hatte, widmete er sich nun wieder Kurenai. Sie suchte die Dächer ab, wo sich die ANBU befanden und versuchte Kakashi unter ihnen zu erkennen.
»Seine Maske ist nicht dabei«, gab Asuma wissend von sich. Er wusste ja, dass Kakashi nicht anwesend war.
»Dann wird er irgendwo hier in der Menge sein«, vermutete sie und lehnte sich darauf bei Asuma an.
Innerlich seufzend legte er einen Arm um sie. Er war erleichtert, dass sie seine Lügen nicht bemerkt hatte. Gemeinsam warteten sie noch einige Minuten, bis schließlich der Rat zusehen war, der sich langsam auf den Dorfplatz zubewegte.

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