Über die Echtheit von fiktionalen Welten

Meine Eda Welt ist kein Hirngespinst. Gleiches gilt auch für andere Welten, wie Mittelerde & Co. Sie existieren wie du und ich, nur auf einer anderen Ebene.
Wir Autoren sind keine Schöpfer von neuen Welten, wir sind Empathen und Astralreisende. Unsere Empfindungen führen unser Unterbewusstsein zu jenen fremden Orten, von denen wir schreiben. Wir sehen sie vor uns und bewegen uns in ihr.

Wir erleben unsere Geschichten gleichermaßen real, wie ein Spaziergang am frühen Morgen zum Bäcker. Man unterhält sich mit seinem Nachbarn oder anderen Bekannten und tauscht sich kurz über die neuesten Geschehnisse der Welt aus, die für alle Kunden deutlich sichtbar auf der Titelseite der Tageszeitung prangern.
Es macht für uns einfach keinen Unterschied, was wohl auch der Grund dafür ist, dass einige von uns im Laufe der Zeit eine berufsbedingte Schizophrenie entwickeln. Einige sind auch etwas verrückt. Manche mehr, manche weniger. Aber hey? Wieso auch nicht?
Etwas verrückt zu sein hilft ungemein, um den ganzen oftmals vor Idiotismus strotzenden Wahnsinn des Alltags zu ertragen. Man kann heut zu Tage doch nicht mal mehr die Nachrichten schauen, ohne einen fetten Ironiefilter drüberlaufen zu lassen. Ohne eine eingebaute Wahnsinnsbremse bekäme man heutzutage doch Erstrecht einen Dachschaden.
Aber genug davon, ich schweife ab.

Wir waren bei der Echtheit fiktionaler Welten.
Tief im Herzen eines jeden Autors lebt seine Welt. Sie atmet, freut sich über jeden seiner Besuche. Sie ist traurig, wenn er mal keine Zeit hat. Sie will behütet werden, wie ein Küken im Ei, dass sich unter dem warmen Gefieder von Mama oder Papa Autor fortwährend entwickelt. So lang, bis wir unsere Geschichte als vollendet ansehen und unser Küken schlüpft.
Dann folgt die Aufzucht. Betaleser und Lektoren tummeln sich in unserer kleinen Welt. Agenten und Testleser vielleicht ebenfalls. Sie erkunden das Land und die Geschichte. Stellen Dinge in Frage, an die wir bisher vielleicht nie gedacht haben. Mit jedem kleinen Schritt der ersten Besucher nimmt unser Küken an Masse zu. Mit jedem kleinen Makel, den wir ausbügeln müssen, reift sie und schlägt neue Wurzeln. So lang, bis Welt und Geschichte bereit sind, um auch von Anderen besucht zu werden.
Fiktive Welten existieren sehr wohl, nur eben auf andere Art und Weise.

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2 Antworten zu Über die Echtheit von fiktionalen Welten

  1. Smolderdash schreibt:

    Wow… da hast du recht, diese Welten, die so viele als Fiktion sehen, existieren neben unserer Welt, in der wir geboren sind, und in unseren Herzen. Ich mag deine ansicht der dinge. Viele halten uns Autoren ja für bekloppt, weil wir so viel in einer „nicht realen welt“, einem Hirngespinnst verbringen. Kann ich nicht vestätigen, für uns ist und bleibt sie real.

  2. Madlen schreibt:

    Hi.
    Was du da geschrieben hast ist richtig, Tolkien hat eine Fabelhafte Welt mit Mittelerde geschaffen, das gleiche gilt für jeden anderen Autoren der eine Welt ins leben rufen,
    in der alles anders ist und dann auch wieder nicht.
    Sie Existieren wie Alternativ Realitäten bzw. Dimensionen neben der unseren und
    die Bücher sind die Türen die man auf stösst.
    Wenn man die Herr der Ringe/Hobbit bücher liest taucht man in diese Welt ein,
    erlebt mit den Helden Abenteuer und kann die Reale Welt hinter sich lassen.

    Mache weiter so.
    Bye

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