Vorsätze für den Jahreswechsel und ihre Umsetzung

Es war am Ende des letzten Jahres, als wir unsere neuen Vorsätze beschlossen. Nach einigen Diskussionen über die letztliche Umsetzung, war es dann so weit.

Mit Beginn des Jahres 2015 sollte sich einiges verändern. Mehr Struktur im Alltag, sowohl auf privater Ebene, wie auch bezüglich des Schreibens. Mehr Konsequenz in der Umsetzung. So war es gedacht.

Eine perfekt durchdachte Planung war die Grundlage. Der Haushalt wurde straff geregelt. Partner und Kinder kommen dabei nicht zu kurz und auch Schreibenzeiten wurden in den Plan mit eingearbeitet. Die Familie ist eingeweiht und hat es so akzeptiert.
Ideen fürs Buch sind genial (zumindest aus eigener Sicht). Gedanklich schwebt man schon fast im Wolkenreich und schlürft Cocktails mit Prominenten Kollegen.

Der Jahreswechsel kann kommen.

Jetzt 3 Monate später

Das Buchprojekt schreitet voran. Charaktere können sich sehen lassen. Die Story wirkt an den meisten Stellen gut durchdacht, während ich an anderen Stellen des Plots noch die Stützpfeiler in ihre endgültige Position rücke.
Eine grobgeschriebene Erstfassung existiert zumindest in einem kleinen Notizbuch.
Klingt an sich schon nicht schlecht, doch ich bin unzufrieden.

Für 3 Monate Arbeit ist es viel zu wenig. Zumindest empfinde ich es so. Der Grund für die geringbemessene Ausbeute meiner neuen Schreibzeiten ist mir auch sofort klar. Diese Zeiten existieren nämlich noch immer nicht. Trotz Tagesplan bekomme ich kaum etwas auf die Reihe, was mitunter daran liegt, dass sich außer mir niemand an diesen verdammten Plan hält.
Mein Mann spricht davon, mich zu unterstützen. Aber im Endeffekt tut er überhaupt nichts. Er geht nicht arbeiten. Er macht kaum etwas im Haushalt aus Eigenantrieb. Wenn der Plan es zeitlich vorschreibt, tut er es genauso wenig. Macht man ihn darauf aufmerksam, kommt entweder ein »Ja, Schatz. Mach ich gleich«, was gleichbedeutend ist mit »Mach ich irgendwann mal, wenn ich grad Lust darauf habe.«, oder es wird sofort rumgemeckert, weil ich ja grad wieder störe.
Aber ich fühle mich nicht gestört, wenn ständig jemand während meiner Schreibzeit ins Zimmer platzt und was von mir will, oder wie?
Die Kinder landen zudem vor dem Fernseher und er spielt nebenbei Computer. ABER er ist ja bei ihnen im Wohnzimmer und kümmert sich um sie.
Indem du Pfeife alle 90 Minuten den Film wechselst, oder wie? Kindererziehung stelle ich mir irgendwie anders vor. Hilfe und Unterstürzung im Übrigen auch.

Muss ich denn wirklich den gesamten Haushalt allein schmeißen und die Kindererziehen? Und das nur weil ich eine Frau bin? Alles bleibt hier an mir hängen. Nun ja. Fast alles. Einkaufen übernimmt mein Mann dann doch. Aber überwiegend nur, weil ich keinen Führerschein habe. Wenn ich den damals gemacht hätte, oder jetzt nachholen würde, dann müsste ich wohl wirklich komplett alles machen.

Der Kerl bringt mich oftmals nicht nur zur Weißglut, sondern auch zum Verzweifeln. Und da wundert er sich, warum ich manchmal so aggressiv reagiere. Irgendwann reißt halt der Geduldfaden.

Fazit:
Der Plan an sich ist zwar gut, feste Schreibzeiten zulegen, ist es wohl ebenfalls. Aber in dieser Familie macht es wirklich keinen Sinn. Zumindest nicht, solang ich noch ein Kind am Vormittag Zuhaus habe, da es noch nicht in den Kindergarten geht.
Im Sommer wird sich diese Tatsache zum Glück ändern. Dann sind beide morgens aus dem Haus und ich habe ein paar Stunden meine Ruhe.

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