[KH-alt] Kapitel 38 – Sora’s (genialer) Plan

Es war Samstag und nachdem Kin am Vormittag auf dem Spielplatz ständig von anderen Kindern belagert wurde, hatte er sich für den Nachmittag vorgenommen mit seinen Freunden und Kurama in den Park zu gehen. Da für Konohamaru noch Schonung angesagt war, durften sie es beim Spielen nicht so übertreiben. Er hatte am Tag zuvor bei der Prügelei auf dem Schulhof einiges abbekommen, weshalb er viel mit Hanabi auf der Bank saß und den beiden Jüngeren dabei zusah, wie sie mit dem Fuchs spielten.

Leider wurden sie auch im Park von ihren Fans gefunden. Im Dorf war Sasuke schon lang nicht mehr der einzige Junge mit einem Fanclub. Auch Konohamaru hatte seit Jahren seine Fans, was bei ihm jedoch daran lag, dass er der Enkel des Hokage war. Mit Kin kam nun der dritte Junge, der von Fans belagert wurde – und allen dreien ging es gleichermaßen auf die Nerven. Leider gab es nichts, was gegen die Fangirls helfen würde.
Mehr als einmal wurden Kin und Konohamaru dort von anderen Kindern angesprochen. Überwiegend die Mädchen waren es, die versuchten an die Jungs heranzukommen, was bei Sora und Hanabi nicht gern gesehen war. Sie wollten ihre Jungs für sich haben und sie nicht mit den Fangirls teilen. Der Einzige, dem das Schauspiel gefiel, war Kurama, der immer wieder von neuem belustigt dabei zusah, wie Kin vor den Mädels flüchtete.

Am späten Nachmittag machten sie sich auf den Weg zu Kin. Zumindest wollten sie dort hin. Leider war es nicht so einfach, wie sie zunächst angenommen hatten. Wiedereinmal wurde sie von Fans verfolgt, weshalb sie einen größeren Umweg machten. Dass die Mädchen herausfinden könnten, wo die Hatake wohnen, darauf konnte Kin wirklich verzichten.
Nach einigen Seitenstraßen und einen Trip durch die Einkaufspassage, hatten sie die Fangirls dann offenbar abgeschüttelt. Dafür kam nun das nächste Problem auf sie zugelaufen.
„Ehrenwerter Enkel!“, rief der Mann ihnen entgegen, den Kin als Ebisu erkannte. Einige Tage zuvor beim Geburtstag von Hayate hatte er ihn bereits kennen gelernt.
„Bei Kami! Nicht der schon wieder.“, seufzte der Sarutobi auf, da er die Stimme sofort erkannt hatte.
Verwundert betrachtete Kin den älteren Jungen, der genervt die Augen verdrehte und sich scheinbar an einen anderen Ort wünschte. Was hatte Konohamaru den gegen den Mann? Kin verstand es nicht. Noch nicht!
Nur wenige Augenblicke später hatte Ebisu sie erreicht und begann auch sofort damit dem „Ehrenwerten Enkel“, wie er den jungen Sarutobi nannte, mit einem Vortrag über Disziplin, Loyalität, Stärke und Ausdauer zu beglücken – und was für ein Glück Konohamaru doch hatte, dass er so einen super tollen Elite-Jonin als Privatlehrer hatte. Viel zu oft benutzte er dabei die Worte Elite und Stärke und lobte auch ständig sich selbst.
Sehr schnell begriff Kin, warum sein Freund so eine Abneigung gegen den Mann hegte. Er redete definitiv zu viel und war sehr in sich selbst verliebt. »Ob er seinem Spiegelbild schon einen Heiratsantrag gemacht hat?«, fragte sich der kleine Hatake in Gedanken und musste darauf schmunzeln.
Auch wenn der kleine Engel sich kurzzeitig etwas amüsiert hatte, so war der Redeschwall des selbsternannten Elite-Ninjas auf Dauer zu viel für den Jungen. „Redet der immer soviel?“ Sein recht genervter Blick sprach dabei Bände.
Konohamaru, das eigentliche Opfer dieses verbalen Angriffs, schien nicht weniger genervt und verdrehte auf die Frage hin die Augen. „Ja, leider! Opa hat ihm erlaubt, mich zu unterrichten – aber das Einzige was ich bekomme sind seine Vorträge.“
„Hör mir gefälligst zu, wenn ich mit dir rede.“, fauchte der Erwachsene und stemmte seine Hände in die Hüften. Offenbar hatte Ebisu sogar mitbekommen, dass Konohamaru seinen Worten keine Aufmerksamkeit schenkte. Welch ein Wunder, so gern, wie er sich selbst reden hörte.
„Wozu? Von dir lerne ich eh nichts.“, gab der Sarutobi darauf giftig zurück und verschränkt die Arme vor der Brust.
„Werde ja nicht frech, kleiner. Ich gehöre zur Elite.“, hörte Kin den Mann sagen und grinste mal wieder in sich hinein. Bei den nächsten Worten seines Freundes hörte er nun seinen eigenen Namen heraus. „Tz. Von Kin könnte ich sicher mehr lernen, als von dir.“ »Warum ziehst du mich da jetzt mit rein? Aber recht hast du ja. Ich könnte dir wirklich mehr beibringen.«
Kin? Den Namen hatte Ebisu doch schon mal gehört, aber wo? Verwundert schaute er auf die anderen drei Kinder – und den weißen Fuchs. »Ach stimmt ja, Kakashis Sohn. Der kleine Engel.«
Schnell kehrte seine überhebliche und selbstverliebte Art zurück. Mit seinem Mittelfinger schob er sich lässig die Sonnenbrille wieder richtig auf die Nase und legte den Kopf leicht in den Nacken. »Gleich zwei Kinder, die vor Genialität nur so strotzen. Damit werde ich sicher zu einem der besten privaten Ausbilder, die Konoha je hatte.«
„Der kleine Hatake ist also mit dir befreundet.“ Vor seinem geistigen Augen liefen schon die Bilder an ihm vorbei, wie er von allen gelobt würde, weil er zwei so toller Schüler hatte. Jetzt musste er Kin nur noch auf seine Seite ziehen, aber das sollte nicht all zu schwer werden. Immerhin war der Kleine erst vier. „Ich könnte euch auch beide Unterrichten. Mit mir als Lehrer werdet ihr in kürzester Zeit zu Genies.“
Mit einem äußerst skeptischen Blick betrachtete Kin daraufhin den Mann vor sich. Er hatte weder das Interesse daran, noch verspürte er bei Ebisu ausreichend Sympathie, um in dieses Vorhaben einzuwilligen. Davon mal abgesehen, dass er es im Gefühl hatte, dass er von seinem Vater definitiv mehr lernen könnte. Mit den Worten „Nein danke, ich verzichte.“ lehnte er daher freundlich ab. Er konnte es sich allerdings nicht verkneifen noch einmal einige nicht ganz so freundlichen Worte nach zusetzten: „Ich lasse mich nur von einem richtigen Elite-Jonin unterrichten, wie meinen Papa.“
Offenbar hatte der Satz gefruchtet, den Ebisu schäumte sofort über. „Ich bin ein richtiger Elite-Jonin!“, keifte er den kleinen 4jährigen an, dessen spöttisches Grinsen ihn nur noch mehr aufregte. Stellte dieser Zwerg hier wirklich eine Kompetenz in Frage? Was erlaubte der sich eigentlich?
„Ach ja? Beweise es!“, forderte Kin den Älteren heraus.
Das war zu viel. Niemand – wirklich NIEMAND!!! – hatte es je gewagt, ihn in Frage zu stellen und nun kam so ein kleines Kind daher, dass bis vor wenigen Wochen noch im Wald gelebt hatte und zweifelte seine Fähigkeiten an! „Kannst du haben. Wann und wo?“, ging Mr. Elite sofort darauf ein, ohne auch nur einen weiteren Gedanken an die Tatsache zu verschwenden, dass er sich von einem kleinen Jungen Herausfordern ließ.
Ein kurzer Blick an Ebisu vorbei verriet Kin, dass sich seine Fangirls wieder in der Nähe befanden. Innerlich seufzte er auf. Diese Weiber waren mindestens genau so nervig, wie dieser Möchtegern Elite-Ninja. Aber vielleicht ließ sich damit ja etwas sinnvolles anfangen. Ein schelmisches Grinsen schlich sich auf sein Gesicht, als er die passende Idee hatte, wie er gleich beide Parteien zeitweilig loswerden konnte.
„Hier und jetzt!“, kam es fast sofort von dem kleinen Hatake und er begann auch so gleich damit, die Aufgabe zu schildern. „Du benutzt das Henge und musst hier 10 Minuten stehen bleiben und so tun, als wärst du ich! Weglaufen, das Jutsu auflösen und dich verraten ist verboten.“
„Viel zu einfach.“ Schnell formte Ebisu Fingerzeichen und stand gleich darauf als zweite Ausgabe des kleinen Kin vor der Kindern. Dieser Aufgabe würde er mit Leichtigkeit bestehen.
»Warts ab!«, dachte sich Kin zu den Worten des Jonin und grinste in sich hinein. Wenn er sich da mal nicht täuschte. „Jetzt drehst du dich um, zählst langsam bis 30 und dann winkst du den Mädchen dort hinten zu.“, wies er den falschen Kin daraufhin an und zeigte an ihm vorbei in die Richtung seiner Fangirls, die ihn bisher noch nicht entdeckt hatten. Wie befohlen drehte Ebisu sich um und begann zu zählen.
In der Zeit verschwand Kin mit seinen Freunden hinter der nächstbesten Hausecke und hinterließ dort einen Schattendoppelgänger. Diese Technik hatte Kakashi ihm vor einigen Tagen beigebracht. Sein richtiger Vater Minato soll sie wohl damals gern mal verwendet haben.
Während sich die Kinder nun auf den Weg zur Wohnung der Hatake machten, beobachtete der Doppelgänger, wie Ebisu mit dem Zählen offenbar fertig war und den Mädchen zuwinkte. Keine zwei Sekunden dauerte es, bis sie ihn umstellt hatten und ihren Kin erneut mit Liebesbotschaften bombardierten. Dass es sich um den falschen Kin handelte, ahnten die Mädchen nicht im geringsten. Und Ebisu? Tja, der war sichtlich überfordert und wusste nichts mit den Mädchen anzufangen. Kichernd löste sich der Doppelgänger auf und gab die Erinnerungen an das Original weiter.
Nicht weit vom angepeiltem Ziel entfernt, begann der echte Kin nun ebenfalls zu kichern. Er konnte es nicht glauben, dass der ach so tolle Elite Jonin wirklich auf so einen simplen Trick hereingefallen war. Seinen Freunden berichtete er natürlich sofort, warum er kichern musste, weshalb auch Konohamaru und Hanabi sofort anfingen zu lachen. Nur Sora verstand es nicht so richtig, aber gut – wenn die anderen es lustig fanden, dann war es das wohl auch.

Vor der Wohnhaus angekommen, entdeckten sie auch schon Asuma und Kurenai, die aus einer anderen Richtung kamen. Nachdem Kin ihre Beziehung entlarvt hatte, waren sie nun auch offiziell ein Paar und das zeigten sie deutlich, indem sie händchenhaltend durchs Dorf gingen.
Nachdem auch sie vor dem Haus angekommen waren, redete Sora auch gleich drauf los und erzählte von dem Nachmittag im Park, wo sie mit Kurama gespielt hatten und von den vielen anderen Mädchen, von denen sie mehrfach gestört wurden. Dabei warf sie Kin immer wieder Blicke zu, die Kurenai sofort zu deuten wusste. Die Kleine war schwer verliebt und extrem eifersüchtig, weil ständig andere Mädchen um ihren Kin umher schwirrten. Überraschender Weise zeigten sich bei Hanabi die gleichen Anzeichen, allerdings schien sie da eher Konohamaru im Blick zu haben.
„Wenn ihr euch im Park und auf dem Spielplatz so sehr gestört fühlt, dann geht doch einfach hier bei Kin in den Garten.“, schlug Asuma dann vor und sah sich drei begeisterten und einem überraschten Kindergesicht gegenüber.
„Wir haben einen Garten?“, wunderte sich Kin, dem dieses Detail bisher offenbar entgangen war.
„Ja, den habt ihr.“ Grinsen setzte sich Asuma in Bewegung und führte seine Liebste und die Kinder zu einer kleinen Gasse rechts neben dem Haus, von welcher aus man die Gärten der angrenzenden Wohnhäuser betreten konnte. Die fast mannshohen Mauern boten einen guten Sichtschutz und auch durch das kleine Tor war der Garten nicht einsehbar. Ideal also, wenn man sich vor den lauernden Fangirls verbergen will. Von diesem Thema konnte auch Asuma so einige Geschichten erzählen, da er als Sohn des Hokage natürlich auch nicht verschont geblieben war.
Neugierig trat Kin durch das Tor und sah sich in seinem Garten um. Er war größer als der kleine Engel gedacht hatte. Sie wohnten im Obergeschoss eines recht geräumigen Zweifamilienhauses. Der gesamte Garten hatte in etwa die gleiche Fläche wie ihre Wohnung, nur war in der Mitte eine kleine Hecke gepflanzt, welche die Grünfläche aufteilte. Die linke Hälfte grenzte an die Terrasse und gehörte demnach zur Wohnung im Erdgeschoss. Darüber befand sich der Balkon, von welchem aus zusätzlich eine kleine Treppe in die andere Gartenhälfte führte. Die Hälfte, in welcher sie sich nun befanden.
Auch auf dieser Seite befand sich eine kleine Terrasse, auf welcher sich ein Tisch und einige Stühle befanden. Unter der Treppe befand sich ein Regal und eine Art Geräteschuppen und am anderen Ende des Gartens ein alter Baum, der offenbar schon öfter fürs Wurftraining missbraucht wurde, wie Kin anhand der vielen Einkerbungen von Kunais erkennen konnte. Die Rasenfläche war trotz der Gartenteilung noch recht groß und bot viel Platz zum Toben.
Begeistert sahen sich die Kinder um und schmiedeten bereits Pläne für den nächsten Tag. Lang verweilten sie jedoch nicht im Garten, da die Mutter von Sora und Konohamaru bereits mit dem Abendessen auf ihre Kinder wartete. Wieder zurück vor dem Haus konnten sie auch schon Neji sehen, der auf sie zukam um seine Cousine abzuholen. Sie verabschiedete sich von einander, wobei Sora ihrem Kin wieder einmal einen Kuss auf die Wange drückte, und machten sich auf den Heimweg.
Der Sonntag sollte allerdings etwas anders ablaufen, als sie es geplant hatten.

Mit einem lauten Krachen flog die Haustür zu. Kurz darauf konnte man Schuhe hören, die in einer Ecke landeten und ein genervtes Schnauben eines kleines Jungen, dessen Laune ganz offensichtlich nicht die Beste war. Wenige Momente später kam dieser Junge ins Wohnzimmer geschlürft und ließ sich rücklings auf  das freie Sofa fallen. Die beiden neugierigen Augenpaare, die ihn gespannt beobachteten, ignorierte er gekonnt.
Minutenlang saßen sie da, ohne das Jemand etwas sagte. Schließlich wurde die Stille von dem Jungen unterbrochen. „Papa killt mich, wenn er wieder da ist!“, seufzte der Kleine und schaute nun zum ersten Mal zu den anderen beiden Anwesenden hinüber.
Während der Fuchs den Kopf etwas schief legte und den Engel darauf verwundert anstarrte, versuchte Iruka den Grund für die Worte herauszufinden. „Was hast du denn angestellt?“
„Was ICH angestellt hab? Ich hab GAR NICHTS angestellt.“, regte sich Kin auf und funkelte die anderen Beiden wütend an. Warum musste auch immer er Schuld sein? Das war früher schon so, als er noch Naruto war – aber diese Zeiten waren vorbei! Etwas ruhiger fügte er schließlich „Das war Soras Schnapsidee!“ hinzu.
„Ach… Und was hat deine süße kleine Flamme … “ Weiter konnte man Kuramas Worte nicht verstehen – und weiter hatte er wohl auch nicht gesprochen – da er durch den Aufprall eines größeren Sofakissens in seinem Gesicht die restlichen Worte verschluckte.
Erneut war Kin, der Werfer des Kissens, in Rage und funkelte seinen Fuchspapa zornig an. „Sie ist nicht meine kleine Flamme!“, keifte er wutentbrannt und lief zudem noch rot an. Ob aus Wut oder Scham (oder auch eine Mischung aus beiden) war nicht zu erkennen.
„Ja, ist klar – und du bist auch kein bisschen in sie verschossen.“, stichelte Kurama weiter und flüchtete bereits vor dem nächsten Kissen, dass ihm entgegen geflogen kam. Kichernd wich er auch noch einem Dritten aus – und einem Viertem. „Du magst sie, gib es zu! Wäre es nicht so, würdest du nicht zulassen, dass sie dich jedes Mal küsst.“
„KURAMA!“ Kins Geduldsfaden war kurz davor zu reißen, dies wusste auch Iruka, weshalb er jetzt schnellstens dieses kleine Feuer löschen musste, bevor der Fuchs es mit seinen Kommentaren noch zu einen Waldbrand ausweitete. „Schluss jetzt, BEIDE!“, befahl er schließlich und hatte dabei alle Mühe den kleinen Engel zu bändigen.
Nach einigen Minuten, in denen der Umino sein Patenkind umarmte und streichelte, hatte sich der Kleine endlich wieder etwas beruhigt. Etwas wartete er noch ab in der Hoffnung, dass Kin ihnen im Anschluss erzählte, was die Kinder an dem Tag getrieben hatten. „So, junger Mann. Dann erzähl doch mal von Sora’s Schnapsidee.“, forderte er den kleinen Hatake schließlich auf und wartete gespannt auf die Erklärung.
Seufzend begann Kin zu erzählen: „Ich bin ja heute Morgen zu Sora und Konohamaru, weil ich die beiden abholen sollte …“

Amüsiert stand Kin an der Wohnungstür der Sarutobis und beobachtete seine beiden Freunde dabei, wie sie hastig von einem Raum in den nächsten stolperten. Gerade hüpfte Konohamaru auf einem Bein vor Kins Augen vorbei und zog sich dabei seine Hose an, währen Sora mit der Zahnbürste im Mund aus dem Bad stürmte, ihren Bruder fast umrannte und in ihrem Zimmer verschwand, nur um kurz darauf mit ihrer Haarbürste zur Küchentür zu rennen, wo bereits ihre Mutter mit einem Zopfband wartete. Während Akemi, die Mutter der beiden, sich um die Haare ihrer Tochter kümmerte, putzte die Kleine penibel ihre Zähne.
Nur wenige Minuten später waren beide dann endlich bereit zu Abmarsch. Bevor sie jedoch gehen durften, wurden sie von ihrer Mutter in eine lange ausgedehnte Umarmung gezogen. Nachdem sie ihren Kindern auf jeder Wange ein Küsschen gegeben hatte (was Konohamaru sichtlich peinlich war, da Kin dabei zusah) und auch von beiden einen Abschiedskuss bekommen hatte (was dem jungen Sarutobi offensichtlich noch peinlicher war) ließ sie ihren Nachwuchs auch endlich los.
Kin hatte dies alles mit einiger Verwunderung beobachtet. Zwar wurde er von Kakashi auch zum Abschied umarmt, aber sein Vater übertreib es nicht so. Sein nicht zu deutender Blick war scheinbar von Sora aufgefangen worden, denn sie betrachtete ihn nun nicht weniger verwundert – und deutete seinen Blick leider völlig anders, als er gemeint war. Kaum hatte Akemi die Tür hinter sich geschlossen, fragte sie auch schon drauf los. „Bist du traurig, weil du keine Mama hast?“
„Ähm.“ Diese Frage kam für Kin etwas überraschend, weshalb er zunächst erst einmal darüber nachdenken musste. Er hatte zwei Väter, die ihm ein Familie waren – und dann war da ja auch noch Iruka. Wirklich traurig war er deswegen nicht. Er war schon froh, dass er nicht mehr allein war.
Erneut deutete Sora seinen Blick falsch und bevor er zu einer Antwort auf ihre Fragen ansetzten konnte, hatte sie einen Entschluss gefasst und zog ihn einfach mit sich. Den ganzen Weg zum Hyuuga Anwesen schwieg sie und grinste, als wären Geburtstag, Tag des Kindes und das Neujahrsfest auf den selben Tag gefallen. Irgendwas heckte sie aus und Kin war sich nicht sicher, ob er wissen wollte, was es war.
In den letzten Tagen hatte er schon öfter gemerkt, dass auch die kleine Sora es faustdick hinter den Ohren hatte. In Bezug auf Dummheiten und hirnrissige Idee konnte sie ihm durchaus Konkurrenz machen. Während er sich jedoch über die Konsequenzen eines jeden Einfalls durchaus bewusst war, gingen an Sora diese Details noch vorbei. Ihm blieb daher nur zu hoffen, dass er nicht den Kopf für ihren Mist hinhalten musste.
Am Hyuuga Anwesen angekommen, sahen sie auch schon Hanabi auf sie warten, welcher natürlich sofort auffiel, dass Sora etwas ausheckte. Schnell verzogen sie sich hinter den nächsten Hausecke und das kleine Mädchen gab ihren genialen Plan preis.
„Heute wird mal nicht gespielt, wir machen etwas anderes.“ Bis über beide Ohren grinste Sora und sah jeden in ihrer kleinen Runde einmal genau an. Gespannt warteten alle drei auf das, was als nächstes kam. „Wir suchen heute eine Mama für Kin!“

„Hanabi war für diese Idee natürlich sofort Feuer und Flamme. Mädchen halt. Was soll man dazu noch anderes sagen? Hätte Konohamaru die Beiden nicht aufgehalten, wären sie wohl direkt losgestürmt und hätten jede Frau angesprochen, die ihnen über den Weg gelaufen wäre. Er schien als einziger einige Bedenken deswegen zu haben. Ein paar Minuten später sind wir dann doch los und die Mädchen haben wirklich fast jede Frau angesprochen.“ Mit einem weiteren Seufzer schloss Kin die Erklärung fürs erste und lehnte sich an Iruka an, der über die Worte des kleinen Jungen ganz schön schmunzeln musste.
„Und du hast sie nicht aufgehalten?“, wunderte sich Kurama, schien gleichzeitig aber auch recht amüsierte.
„Nein, wieso auch? Ich fand die Idee sogar recht niedlich.“, gab Kin zu und grinste in sich hinein. Zwar wäre er dieses Thema etwas anders angegangen, aber niedlich war es schon, wie die beiden Mädchen für ihn nach einer Mutter gesucht hatten. „Außerdem ist mir auf die schnelle kein logischer und für Kinder nachvollziehbarer Grund eingefallen, warum ich diese Aktion ablehnen könnte.“
„Und warum bist du dann der Meinung, dass Kakashi dich killen wird, wenn er wieder da ist?“, hackte Kurama weiter nach und kicherte dabei etwas.
„Naja, wie gesagt. Sie haben wirklich fast JEDE Frau angesprochen und die wollen ihm jetzt alle einen Brief schreiben – und dann war da natürlich noch die Sache mit Anko.“ Zum Ende hin wurde Kin immer leiser und nuschelte schon fast den Namen der Frau. Verstanden wurden seine Worte leider dennoch.
„Was war denn mit Anko?“, wollte diesmal Iruka wissen. Auch er kannte die überdrehte junge Frau. Sie war nur wenig jünger als er selbst und war mit ihm zusammen zur Schule gegangen.
„Beim Geburtstag letztens hatte man sehen können, dass sie Papa mag – und dass Papa sie irgendwie auch mag. Deshalb hab ich ihr versprochen, dass ich ihn dazu überrede, dass er mit ihr ausgeht.“, erklärte Kin und lief dabei leicht rot an.
Jetzt wo er genauer darüber nachdachte, was das eigentliche Problem wohl eher seine eigene Schnapsidee. Aber auf die war er ja nur gekommen, weil Sora unbedingt für ihn eine Mutter suchen wollte. Leicht verärgert verschränkte er die Arme vor der Brust und grummelte in sich hinein. »Alles ihre Schuld. ALLES!«, dachte er sich und lief vor Scham etwas rot an, als er bemerkte, dass Iruka sich vor Lachen den Bauch hielt und Kurama mit ähnlichen Geräuschen über das Sofa kugelte. Jetzt machten sie sich auch noch über ihn lustig, das war ja wohl die Höhe!
Nach einigen Minuten hatte sich Iruka dann wieder halbwegs beruhigt, doch er schnaufte noch immer und rang nach Atem. „Bei Kami! Da kann ich ja nur hoffen, dass du mich nicht auch noch irgendwann verkuppelst.“, sprach er grinsend und wuschelte seinem Patenkind über den Kopf.
„Was heißt hier irgendwann? Für dich auch ich auch schon eine Freundin an Land gezogen …“, präsentierte der Kleine stolz und erzählte auch gleiche von einer ganz bestimmten Begegnung am Nachmittag.

Abgehetzt und leicht erschöpft standen die vier Kinder vorm Ichiraku-Nudelshop. Nur Kin war noch keinerlei Erschöpfung anzusehen, aber er hatte ja auch mehr Ausdauer, als die anderen Drei. Es war bereits kurz nach der Mittagszeit und sie berieten sich bereits darüber, bei wem zuhause sie etwas essen wollten, ehe sie ihre Suche fortsetzten.
Hinter dem Tresen vom Ichirakus entdeckte Sora Ayame, die an diesem Mittag offenbar als Bedienung bei ihrem Vater aushalf. Schnell sprintete sie zu der jungen Frau und kam kurz darauf mit ihr zu den anderen Kindern.
„Und was wollt ihr mich jetzt fragen?“, wollte sie wissen und lächelte alle Vier freundlich an. Diese Eigenschaft liebt Kin an ihr. Ayame war immer freundlich, zu jedem. Sie und ihr Vater waren immer nett zu ihm gewesen und hatten ihn immer akzeptiert und behandelt, wie jeden anderen auch. Ganz egal, was alle anderen von ihm gehalten hatten, als er noch Naruto war.
„Hast du einen festen Freund?“, kam es direkt von Hanabi, weshalb Ayame zunächst einmal etwas rot wurde. Mit solch einer Frage hatte sie nicht gerechnet. Wie auch? Immerhin hatte sie Kinder vor sich. Anhand der ernsten Kindergesichter konnte sie allerdings auch erkennen, dass sie auf diese Frage eine ernst gemeinte Antwort haben wollten.
„Nein, ich hab keinen Freund.“, antwortete sie daher wahrheitsgemäß und entdeckte nun zu ihrem erstaunen, dass die beiden Mädchen begannen zu grinsen.
„Wir suchen eine Freundin für Kins Papa, damit er bald auch eine Mama hat.“, erklärte Sora fröhlich ihren Plan und plötzlich sah sich Ayame vier neugierig abwartenden Kinder gegenüber die auf eine Antwort warteten.
„Wer ist den Kin?“, wich sie der Frage fürs erste aus und erkundigte sich erst einmal nach der Person, um die es ging.
„Ich bin Kin und mein Papa ist Kakashi Hatake.“, stellte sich der kleine Hatake vor. Sein neues Ich kannte Ayame ja noch nicht, da er bisher noch nicht wieder bei Ichirakus essen war.
„Du bist ja niedlich – und deinem Vater so ähnlich. Kakashi war schon einige Male bei uns. Ich fürchte jedoch, dass ich dich enttäuschen muss. Mein Herz gehört bereits einem Anderen, auch wenn diese Person es noch nicht weiß.“
„Wer ist es denn?“, wollten Sora und Hanabi sofort wissen.
„Er ist Lehrer und war früher sehr oft bei uns Essen. Er hat immer einen Jungen mitgebracht, einer seiner Schüler. Der Kleine hatte keine Eltern mehr, weshalb er sich etwas um ihn gekümmert hat. Er ist so ein netter Mensch, lieb freundlich, fürsorglich und er kann gut mit Kindern.“, schwärmte sie und träumte mit leicht gerötetem Gesicht vor sich hin.
Für Kin war der Fall eindeutig. Sie war schwer verliebt – und er hatte da so einen Verdacht, dass es sich bei dem Mann um Iruka handelte. „Früher?“, hackte Kin nach, um sicher zu sein, dass es sich wirklich um seinen Paten handelte. „Kommt er jetzt etwa nicht mehr?“
„Nein, leider nicht. Der Junge ist vor etwa einem Monat verstorben. Seitdem war er nicht mehr hier.“, erklärte sie und nun war Kin sich sicher. Sie hatte sich wirklich in Iruka verliebt – und von Iruka wusste er bereits, dass er Ayame mochte. Das war ihm schon vor längerer Zeit aufgefallen.

„ … Zu ihr gehen und sie einladen musst du allerdings selbst!“, endete Kin mit seiner kleinen Erzählung und grinste breit. Diesmal war es Iruka, dessen Gesicht knallrot anlief, während Kin und Kurama lachen mussten.

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