[KH-alt] Kapitel 37 – Wie der Vater, so der Sohn

Keine fünf Minuten waren vergangen, seit Kin an die Tür zur Trainingshalle zurückgekehrt war. Eigentlich wollte er ja noch nach seinen beiden Freunden schauen, doch Konohamaru war sofort ins Krankenzimmer gebracht worden und Hanabi war mit ihrer Schwester ebenfalls dorthin unterwegs. Der Rest der Klasse war Kin stumm gefolgt, um weiterhin der Aufgabe ihres Senseis nachzugehen und auf den Jungen aufzupassen.

Auch wenn der Kleine ihren Schutz offensichtlich nicht notwendig hatte. Es war nicht mehr zu übersehen, dass es ein weiteres Genie gab, welches mit seinem Verstand und dem praktischen Fähigkeiten die älteren Schüler in den Schatten stellte. Selbst Sasuke sah ein, dass er nun einen mehr als begaben kleinen Konkurrenten hatte – was er natürlich nicht offen zeigte.
Der offizielle Sasuke Fanclub betrachtete den Uchiha derzeit mit etwas Abstand. Für sie war es ein seltsames Bild, wie ihr Idol an der Mauer lehnte. Eigentlich stand er dort wie immer. Kopf und Körper lässig angelehnt, die Hände in die Hosentasche und das rechte Bein leicht angewinkelt, sodass der Fuß ebenfalls die Mauer berührte. Das Seltsame daran war mehr, dass Kin in genau der gleichen Pose direkt neben ihm an der Wand lehnte. Im Gegensatz zu Sasuke, der wie immer die Augen geschlossen hatte und recht abwesend wirkte, schaute der Jüngere jedoch in den Himmel und hatte ein Lächeln auf den Lippen.
Lang hielt sich der Fanclub jedoch nicht zurück und begann erneut damit den Uchiha zu belagerten. An vorderster Front wie immer Ino und Sakura, die sich zwischen Liebeserklärungen und Fragen nach Dates mal wieder Lautstark darum stritten, wenn Sasuke wohl von ihnen mehr mochte.
Kurze Zeit später hielten sie inne und betrachteten verwundert den zweiten Fanclub, der neben ihnen aufgetaucht war. Dieser bestand aus Mädchen und Jungs, die alle einige Jahre jünger waren und kamen allem Anschein nach aus dem ersten und zweiten Jahrgang stammten.
Mit dem überragendem Sieg über das Schlägertrio hatte sich schnell eine kleine Fangemeinde gebildet, die nun ihren kleinen Helden belagerte. Während die Jungs Kin mit Fragen über sein können bombardierten, wurde er von den jüngeren Mädchen gleichermaßen angehimmelt, wie Sasuke von den Älteren. Den Sasuke Fanclub störte dies weniger, denn so hatten sie immerhin auch weniger Konkurrenz bei ihrem Zielobjekt. Mehr störte es sie, dass ihr Sasuke den jüngeren Fans mehr Beachtung zu schenken schien, als ihnen.
Hätte Kin geahnt, wie sich die Schüler im Nachhinein ihm gegenüber verhalten, hätte er Iruka wohl ins Lehrerzimmer begleitet. Dummerweise hatte er nicht in diese Richtung gedacht. Jetzt war er umringt von anderen Schülern und er hatte nicht den Hauch einer Ahnung, wie er mit den vielen Anhängseln umgehen sollte, die ihn belagerten. Für einen winzigen Moment kam Kin der Gedanke, dass es ein Fehler war, seine Freunde zu retten. Er hätte stattdessen wohl lieber die Lehrer holen sollen. Dieser winzige Moment der Reue hielt jedoch nicht lang. Insgeheim genoss er es auch, dass man ihm mal etwas Respekt entgegen brachte. Die Lautstärke, mit der seine Fans auf ihn einredeten, war allerdings so enorm, dass es sehr schnell zu viel für ihn wurde. Da hörte er sich dann doch lieber unentwegt Chojis Chips gefutter an. Es kostete ihn sehr viel Mühe, sich nichts anmerken zu lassen.
Leicht genervt von dem doppelt so lautem Geschnatter der beiden Fanhorden, beobachtete der Uchiha den kleinen Hatake, der sichtlich überfordert mit dieser für ihn unbekannten Situation war. In sich hinein grinsend schaute Sasuke dem Schauspiel ein kleines Weilchen zu. Mit seinen Fans hatte er schon einiges erlebt und er wusste, wie nervig sie werden konnten. Dass der Knirps jetzt einen ähnlich nervigen Fanclub hatte, fand er daher belustigend.
Übertreiben sollten der zweite Fanclub es dann aber auch nicht. Immerhin war Kin erst 4 und soviel Aufmerksamkeit offenbar nicht gewohnt, weshalb der Uchiha es schlussendlich auch beendete indem er sich Kin einfach schnappte, ihn über die Schulter warf und sich mit seinem Leidensgenossen verdünnisierte. So schnell, wie er dabei verschwunden war, konnten die umstehenden Personen gar nicht schauen, wodurch er zwei überraschter Fanhorden, sowie ihre völlig verblüfften Mitschüler zurückließ.

Sehr weit hatte sich der Uchiha nicht vom Schulgelände entfernt. Bereits auf der Dachterrasse des Wohnhauses, welches sich gegenüber der Akademie befand, hatte er angehalten und ließ seinen Passagier wieder runter. Innerlich amüsierte er sich über den deutlich verwirrten Blick seines Leidensgenossen. Dabei war ihm jedoch nicht entgangen, wie angespannt der Jüngeren derzeit war.
Auf einer der Bänke ließ sich Sasuke nieder und deutet dem Jüngeren, dass dieser sich ebenfalls setzen sollte. Einige Minuten saßen sie dort und schwiegen sich an. Für Kin war das Verhalten des Uchihas seltsam. Erst nahm er ihn einfach so mit und nun saßen sie hier oben herum. Er wusste noch nicht einmal, wieso er überhaupt hier war. Was wollte Sasuke nur von ihm?
Beschweren wollte er sich nicht. Auf dem Dach war es weitaus angenehmer, als auf dem Schulhof, wo er von seiner Fans umringt wurde. Trotzdem musste Sasuke doch etwas damit bezweckt haben. Grundlos waren sie sicher nicht auf dem Dach. Da der Ältere nicht reden wollte, musste er es wohl selbst herausfinden.
Von selbst kam Kin allerdings auch nicht drauf. Dank seines guten Gehörs konnte er einige Gespräche verfolgen, die wohl bei seinen Mitschülern stattfanden. Einige überlegten schon, ob sie die Lehrer einschalten sollte, weil Sasuke einfach mit Kin abgehauen war. Dort unten ging man offenbar davon aus, dass sich der Uchiha abgeseilt hatte um gegen Kin zu kämpfen. Wenn dem so wäre, dann hätte dieser Kampf jedoch schon längst begonnen, weshalb er nicht an dieser Theorie glaubte. Der Grund für Sasukes Verhalten musste ein anderer sein.
„Warum hast du mich her gebracht?“, fragte er schließlich und ließ dabei das unwissende kleine Kind raus hängen.
„Unwichtig.“ Diese Antwort hatte Kin schon geahnt. Er kannte den Uchiha immerhin schon lang genug und hatte ihn oft genug analysiert. Allerdings war er sich nie sicher gewesen, ob sein Ergebnis auch Korrekt war. In dieser Hinsicht war Sasuke sehr speziell. Ihn zu analysieren war weitaus schwieriger, als bei jeder anderen Person.
„Auf dem Schulhof glauben sie, du versucht deine Konkurrenz auszuschalten. Meinen die mich damit?“ Versuchte er es mit einer anderen Frage. Diesmal zeigte der Eisblock sogar eine Reaktion, auch wenn sie nur aus einem kurzen verwundertem Blick und einer erhobenen Augenbraue bestand.
„Woher weißt du, worüber die dort unten reden?“
Diese Frage traf Kin fast wie ein Schlag, was mehrere Gründe hatte. Zunächst einmal war der Klang von Sasukes Stimme nicht kalt gewesen, sondern eher verblüfft. Dazu kam die Tatsache, dass der Uchiha doch wirklich mehr als ein Wort verloren hatte. Für einen kurzen Moment schaute Kin daher gleichermaßen verblüfft zurück. Schnell fing er sich jedoch und verzog leicht beleidigt das Gesicht. „Ich hab gute Ohren, aber das hast du offenbar nicht mitbekommen.“
Kurz musste Sasuke überlegen, wovon der Junge redete. Ansehen konnte man ihm diesmal nicht, dass er etwas verwirrt war, da er seine Mimik wieder völlig unter Kontrolle hatte. Recht schnell begriff er, worauf Kin hinaus wollte. Er hatte am Rande mitbekommen, wie der Junge über sein Gehör geredet hatte. Das war kurz vor der Schlägerei gewesen. Viel war jedoch nicht hängen geblieben, da seine Fangirls viel zu laut waren, als dass er dem Gespräch hätte folgen können. Nur einzelne Bruchstücke waren bei ihm angekommen.
„Ja, sie meinten dich – und nein, ich hab nicht vor gegen dich zu kämpfen.“, sagte er schließlich und schaffte es, dass er dabei nicht ganz so kalt wirkte, wie es sonst der Fall war.
„Und warum bin ich dann hier?“, fragte der kleine Hatake auf kindlich neugierige Art weiter, was Sasuke ein Seufzen entlockte.
„Wegen unserer Fans.“, gab der Ältere schließlich leicht genervt zu und klang bei seinen folgenden Worten vergleichsweise freundlich. „Hier oben flüchte ich oft hin, wenn meine Fangirls zu sehr nerven – und du hast ausgesehen, als hättest du eine Pause dringend nötig.“
Wenn Kin sich zuvor schon gefühlt hatte, als wäre er von einem Schlag getroffen worden, so musste sein jetziges Empfinden deutlich mit einem ganzen Hagelschauer verglichen werden. Nur mit viel Mühe konnte er es verhindern, dass ihm ein „Wer bist du und was hast du mit Sasuke gemacht?“ heraus rutschte. Stattdessen gab er simples aber vielsagendes „Danke.“ von sich.
Er konnte es einfach nicht fassen, dass der Uchiha – der Junge mit dem Verhalten und dem Ego eines Gletschers – wirkliche eine rein Soziale Handlung vollzogen haben sollte. Für gewöhnlich ignorierte Sasuke gekonnt die Empfindungen und Bedürfnisse seiner Mitmenschen, weshalb er mit seine Tat deutlich von seinem gewohnten Verhaltensmuster abwicht. Es passte einfach nicht zu ihm.
Oder Kin sich früher so sehr in dem Jungen geirrt? War Sasuke vielleicht gar nicht so eiskalt und abweisend, wie er anderen immer vorspielte? Trug auch der Uchiha eine Maske, mit der er anderen etwas vorgaukelte, so wie er selbst es getan hatte, als er noch Naruto war?
Fragen über Fragen schwirrten Kin durch den Kopf und beschäftigten ihn die gesamte restliche Pause über. Er als Sasuke ihm auf die Schulter tippte, nahm er seine Umgebung wieder wahr und zusammen gingen sie zur nächsten Unterrichtseinheit.

Nach Unterrichtsschluss war Iruka mit Kin in einer nahe gelegenen Sushi-bar etwas essen gewesen, da man Kins Magen wohl schon am anderen Ende des Dorfes hören konnte so lautstark grummelte es aus dem Körperinneren des kleinen Jungen. Danach waren sie noch kurz bei Iruka zuhause gewesen und hatten einige Kleinigkeiten geholt, ehe sie sich zu Wohnung von Familie Hatake aufmachten.
Nun befanden sie sich auf dem Heimweg. Schnell war beiden aufgefallen, dass sie verfolgt wurden. Sie waren immerhin fähige Ninjas und ihre Verfolgern fehlte es deutlich an Erfahrung. An einer recht belebten Straßenecke, wo es neben Einkaufsmöglichkeiten auch einen kleinen Bäcker gab, hielten sie schließlich an. Der Ältere begab sich in das Geschäft, während Kin sich so vor der Fensterfront platzierte, dass Iruka ihn von innen heraus sehr gut beobachten konnte.
Es dauerte keine Minute und Iruka konnte sehen, wie ihre Verfolger auftauchten. Einige Mädchen und Jungen in Kins Größe hatten sich zu seinem Schützling gestellt und redeten wie Besessen auf Kin ein. Das war dann wohl der Fanclub, den Kin erwähnt hatte. Bereits beim Essen hatten sie über das Thema geredet und sich über das Verhalten der Kinder lustig gemacht. Kin hatte sogar gemeint, dass er Sasuke und seine abweisende Art gut verstehen konnte. Dies Geschnatter wäre einfach fürchterlich.
Amüsiert schüttelte er leicht den Kopf und konzentrierte sich auf sein Vorhaben. Laut Kin brauchten sie noch Brot, da er und Kakashi am Vormittag wohl den Rest aufgebraucht hatten. Kurze Zeit später war er dann auch schon an der Reihe und bestellte bei der Verkäuferin, was sie benötigten.
Als Iruka kurz darauf den Laden verließ, konnte er einige Kinderstimmen hören, die wild durcheinander redeten. Von Bewunderungen und Trainingsanfragen der Jungs, bis hin zu den ersten Liebesgeständnissen von der weiblichen Hälfte des Fanclubs, war alles dabei. Eines der Mädchen fragte doch tatsächlich, ob sie Kins Freundin sein durfte, was dem Umino ein Seufzen entlockte. In diesem Alter schon an so ein Thema zu denken, war wirklich nicht ganz normal. Die Sasuke Fangirls waren wirklich ein schlechtes Vorbild für die jüngeren Mädchen.
Nachdem der Umino sein Patenkind aus der Menge gefischt hatte, begaben sie sich nun endgültig zur Wohnung und ließen den Tag entspannt ausklingen. Natürlich wurde Kurama bis ins kleinste Detail in die Begebenheiten des Tages eingeweiht.

Am Abend saßen im Hause der Naras die Oberhäupter Shikaku von Nara Clan, Inoichi vom Yamanaka Clan und Chouza vom Akimichi zusammen mit ihren Frauen und Kindern beim Abendessen. Dies war schon eine Art Tradition geworden. Die Männer hatten in jungen Jahren ein sehr erfolgreiches Dreierteam gebildet, wodurch eine starke Freundschaft zwischen ihnen entstand. Ihre Kinder kannten sich von klein auf und waren ebenfalls gut befreundet. Jeden Freitag wurde abwechselnd bei einer der drei Familien zu Abend gegessen. So auch an diesem Tag.
Neben dem gemeinsamen Mahl wurde natürlich auch viel geredet und so kamen sie auf das Thema Akademie und die Kinder wurden über die Schule ausgefragt. Schnell wurden die Leistungen der eigenen Sprösslinge nebensächlich, als die Kinder auf den kleinen Gast zu sprechen kamen, der für einige Tage in ihre Klasse ging.
Sie erzählten von seiner überragenden Leistung während des Mathe Unterrichts, von dem Gespräch auf dem Schulhof in der Pause und von den drei Schlägern, die der Junge so problemlos besiegt hatte. Kein Detail wurde ausgelassen. Sogar beim darauf folgenden Wurftraining mussten sie feststellen, dass der kleine Junge um einiges weiter war als sie. Er hatte Ino sogar ihren Fehler zeigen können und dadurch ihre Wurfkünste stark verbessert.
Die Erwachsenen waren sehr überrascht von dem, was sie an diesem Abend zu hören bekamen. Ein kleines vierjähriges Kind mit derart überragenden Fähigkeiten war selten. Allerdings war ihnen der Vater des Jungen auch kein Unbekannter. Der Hatake Clan hatte zuvor schon einige sehr starke Ninja hervorgebracht. Sakumo Hatake, der als legendärer ‚Weißer Reißzahn‘ bezeichnet wurde. Er war bei den Gegnern gefürchtet und soll sogar einst die legendärer Sannin in den Schatten gestellt haben. Sein Sohn Kakashi besaß einen ähnlichen Ruf in der Ninjawelt. Er war der Träger des Sharingan. Der Kopierninja, der schon mehr als 1000 Jutsus kopiert haben soll. Es war daher nicht all zu verwunderlich, dass der jüngste Spross des Hatake Clans ebenfalls ein kleines Genie war.

Auch im Anwesen des Hyuuga Clans kreisten einige Gedanken um die Geschehnisse in der Schule. In der Trainingshalle befand sich Hiashi mit seinen Töchtern und ließ diese wiedereinmal gegeneinander kämpfen. Zu seiner Überraschung hatte an diesem Tag Hinata deutlich die Nase vor, obwohl sonst Hanabi diejenige war, welche die Kämpfe gewann. Grundlos überließ sie ihrer Schwester nicht das Feld, da war sich der Hyuuga sicher. Es hatte mehr den Anschein, als wenn seine kleine Tochter abgelenkt war.
Nach einiger Zeit brach Hiashi das Training ab und setzte sich mit den Mädchen an die Seite. Es musste einen Grund haben, warum seine Jüngste so abgelenkt war. Ob es mit dem Veilchen zusammenhing, mit welchem sie heute nach Hause gekommen war? Er hatte sie zwar danach gefragt, doch bisher wollte Hanabi nicht antworten. Wieder saß sie neben ihm und hielt sich, wie schon einige Stunden zuvor, einen Eisbeutel gegen ihr blaues Auge.
Nach einigen Minuten war Hanabi es, die zuerst das Wort ergriff. „Papa, kennst du einen Kakashi Hatake?“, wollte die kleine Hyuuga wissen und schien dabei immer noch halb in Gedanken.
Ihren Vater verwunderte diese Frage sehr. Unter anderem, weil er sich nicht im klaren darüber war, woher sie diesen Namen überhaupt kannte. Und wieso fragte sie nun nach dem Mann? Offenbar hatte er etwas mit ihrem verwirrten Zustand zu tun, nur was genau es war, darauf konnte er sich keinen Reim machen. „Ja, der Mann ist mir bekannt. Woher kennst du diesen Namen?“
„Ich bin mit seinem Sohn befreundet.“, antwortete sie noch immer nachdenklich. Ihr Vater kannte den Mann also. Ob er vielleicht auch etwas mehr wusste?
Hiashi betrachtete kurz leicht überrascht seine Tochter und dachte nun selbst etwas nach. „Einen Sohn, hm?“, kam es kurze später von ihm. Er war früher gut mit Minato Namikaze befreundet gewesen. Kakashi war dessen Schüler und auch so etwas wie ein Sohn. Der Namikaze hatte seinen Schüler aufgenommen und aufgezogen, nachdem der Junge ein Vollwaise geworden war. Und nun sollte dieser Junge selbst ein Kind haben? „Ich wusste gar nicht, dass Kakashi einen Sohn hat.“
Einige Minuten hingen alle drei ihren Gedanken nach. Die Mädchen dachten dabei an das erlebte in der Schule. Mehr als einmal fragte sich Hanabi dabei, ob die starke des Jungen wirklich mit seiner Herkunft zu tun hatte. Kin hatte nach der Schlägerei so voller Stolz gesagt ‚Er sei ein Hatake‘. Hatte dieser Clan wirklich so eine Stärke?
Der Vater der Mädchen versuchte sich derweil einen Reim darauf zu machen, was der Junge wohl mit dem Veilchen zu tun hatte. Vielleicht war er auch gar nicht an dem Geschehnis beteiligt, was zu Hanabis Blauem Auge geführt hatte.  Er würde es wohl nur erfahren, wenn seine Tochter endlich darüber reden wollte.
Als seine Jüngste erneut zu sprechen begann, hoffte er schon, dass sie ihm nun endlich einige Informationen zukommen ließ, die mit der Herkunft ihres Veilchens zu tun hatten. Seufzend musste er jedoch feststellen, dass ihre Gedanken noch immer bei dem Hatake waren.
„Ist Kakashi ein starker Ninja?“, wollte sie wissen und starrte ihren Vater mit großen neugierigen Augen an.
„Er gehört zu den Stärksten des Dorfes.“
„Ist er auch stärker als du?“, fragte sie sofort weiter und entlockte ihrem Vater damit ein weiteren Seufzer.
„Das weiß ich nicht. Wie haben nie miteinander gekämpft. Aber möglich wäre es.“, gab er schließlich zu. Er wusste wirklich nicht, wie stark Kakashi genau war und bisher wollte er es auch nicht herausfinden.
Es gab Dinge, die wollte man einfach nicht wissen. Immerhin war er, Hiashi Hyuuga, das Oberhaupt des Hyuuga Clans. Von jemandem besiegt zu werden, der aus keinem der drei großen Clans stammt, wäre einfach nur peinlich und diese Schmach ersparte er sich daher. Wenn er nicht gegen den Hatake kämpfe, würde er zwar nicht wissen, wer der stärkere ist, aber einer eventuelle Niederlage wäre zumindest entgangen.
Erneut dachte Hanabi für einen Moment über Kin und den Hatake Clan nach – und auch über die Worte ihres Vater. Ihre Hauptfrage hatte sich jedoch bisher noch nicht von selbst beantwortet, weshalb sie diese nun direkt stellte. „Sind alle Hatake starke Ninja?“
„Hm…“ Nachdenklich starrte Hiashi vor sich hin. „Möglich.“ Viele Hatake kannte er nicht, aber er wusste wer Kakashi war und kannte seinen Ruf. Auch Kakashis Vater und dessen Ruf war ihm bekannt. Ob alle Hatake so stark waren? Er wusste es nicht. Aber möglich wäre es. „Kakashis Vater wurde damals als legendärer „Weißer Reißzahn“ bezeichnet. Er soll sogar mächtiger als die Sannin gewesen sein. Wie Kakashis Sohn ist kann ich nicht beurteilen, den Jungen kenne ich nicht.“
Für einen Moment schauten sich die beiden Mädchen gegenseitig in die Augen und wie auf ein stummes Zeichen hin, begann Hinata zu erzählen:
„Wir haben Kin Hatake für einige Tage als Gastschüler in unserer Klasse. Sein Vater ist auf einer Mission und in der Zeit passt Sensei Iruka auf den Jungen auf, weil er Kins Patenonkel ist. Der Junge ist erst vier Jahre alt, aber er kann problemlos unserem Unterricht folgen. Er ist so intelligent wie ein Nara, so talentiert wie ein Uchiha und hat trotzdem einen sehr freundlichen und hilfsbereiten Charakter.“, berichtete sie und zum Erstaunen ihres Vater tat sie dies ohne ein einziges Mal zu stottern.
Das neue Selbstbewusstsein seiner ältesten Tochter lenkte ihn jedoch nur kurz vom Thema ab. Der kleine Hatake sollte trotz seines jungen Alters schon so deutlich sichtbares Talent besitzen? Das war unfassbar. Andererseits: Hiashi wusste, dass Kakashi bereits mit 5 Jahren zum Genin wurde und man bei ihm auch schon sehr früh sein Talent sehen konnte. Vater und Sohn mussten sich wohl sehr ähneln.
Während er so seinen Gedanken nachhing, hatte seine Jüngste damit begonnen, ebenfalls etwas von ihrem Schultag zu erzählen. Als sie zu dem Vorfall in der Pause kam horchte er auf.
„ … das Veilchen hab ich von Bunta. Er und seine beiden Freunde sind wohl schon länger als Schläger bekannt, doch früher haben sie sich immer auf diesen Naruto versteift gehabt. Heute jedenfalls war ich ihr Ziel …“, meinte die kleine Hyuuga etwas traurig und rückte ihren Eisbeutel zurecht. „ … Du kennst du Konohamaru, den Enkel des Hokage. Mit ihm bin ich auch befreundet. Er hat versucht mir zu helfen, aber sie haben ihn einfach verprügelt. Erst als Kin dazu kam, haben sie von ihm abgelassen. Ich hatte erst richtig angst um Kin, weil er ja jünger ist, als ich. Bisher wusste ich auch nicht, dass er schon so stark ist. Er hat die drei einfach umgehauen. Bei ihm sah es so einfach aus. Er hat sich gar nicht groß angestrengt.“
„Tja, wie der Vater so der Sohn.“, gab das Oberhaupt der Hyuugas anschließend von sich und grinste in sich hinein. Das würden sicher spannende Jahre werden, mit so einem kleinen Talent im Dorf.

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