[KH-alt] Kapitel 33 – Fuchs und Katz‘

Keine fünf Minuten war es her, seit Hayate seine Welle von Allergie bedingtem Niesen hinter sich hatte. Die Medizin hatte ihre Wirkung komplett entfaltet und die Blumen, die ihren Platz auf einem ungewöhnlichen Wohnzimmertisch gefunden hatten, waren zum Glück außerhalb seiner Reichweite abgestellt worden.

Auch der Fuchs streunte nun durch das Wohnzimmer. Von seiner Leine war er wieder befreit worden, doch das Halsband musste er natürlich weiterhin tragen. Leicht genervt und auch leicht humpelnd, da er noch immer ein leicht unangenehmes ziehen im Hinterteil verspürte, gesellte er sich zu Kin und legte sich zu dessen Füßen vor das Sofa.
Seit sie die Wohnung betreten hatte, lag ihm ein Geruch in der Nase. Ein Geruch, der ihn deutlich störte. Nicht weil er diesen Duft nicht mochte. Nein, der Grund war ein anderer. Kurama witterte eine Katze, offenbar das Haustier des Paares und am Geruch dieses Tieres konnte er schon erkennen, dass es sich um ein Weibchen mit einem äußerst kratzbürstigen Charakter handelte. Und sie war nicht weit entfernt.
Zunächst jedoch hielt sich die Mieze von ihm fern und beobachtete den Fuchs vorerst aus sicherer Entfernung. Hoch oben auf ihrem Kratzbaum hatte sie sich auf die Lauer gelegt und warf dem vierbeinigem Gast einige äußerst feindselige Blicke zu. Zu verwirrt war sie jedoch, um etwas gegen diesen Störenfried zu unternehmen. Etwas an dem Tier war falsch – und nicht nur an ihm. Auch das Kind, kam der Katze seltsam vor. Etwas an dem Jungen war anders, als bei normalen Menschenkindern. Ihr Instinkt gab ihr deutliche Warnzeichen, wodurch sie bisher zurückgehalten wurde und einfach nur beobachtete.

Ruhig saß Kin auf dem Sofa und beobachtete die Erwachsenen, welche sich alle um einen großen Esstisch versammelt hatten. Größere Zusammenkünfte von befreundeten Personen waren ihm unbekannt. Dies galt sowohl für seine angebliche Vergangenheit, wie auch für seine tatsächliche. Er kannte es einfach nicht und wusste daher auch nicht, wie er sich verhalten sollte. Andere Kinder waren ebenfalls nicht anwesend, doch dies hatte Kakashi ihm zuvor schon prophezeit. Er war in seinem Freundeskreis der Einzige mit Nachwuchs. Bei den Anderen gab es zwar Kinder in den Familien, doch diese waren nur Neffen und Nichten, wie bei Asuma. Oder sie waren noch um eine Ecke weiter in der Verwandtschaft entfernt.
Sein Vater hatte sich neben Asuma niedergelassen. Auf der anderen Seite des Sarutobis saß Kurenai und schien sich eher von dem Mann distanzieren zu wollen, während sie unter dem Tisch jedoch mit ihm Händchen hielt. Es war ein seltsames Bild. Wussten die Freunde von ihnen gar nicht, dass die beiden zusammen waren? Vielleicht sollte er besser nachfragen, bevor er etwas ausplauderte, was sie noch nicht öffentlich bekannt geben wollten. Andererseits waren sie ja selbst schuld. Sie waren immerhin diejenigen, die vor SEINEN Augen herumgeknutscht haben. Wenn er dies also irgendwann mal erwähnen sollte, dann war es doch ihre eigene Schuld, oder etwa nicht?
Kin beschloss sich später darüber Gedanken zu machen und lauschte wieder dem Gespräch der Älteren. Sie unterhielten sich darüber, wie Kakashis erste Zeit als Vater war und den zweiwöchigen Ausflug, den er mit seinem Spross und Asuma gemacht hatten. Dabei erzählten sie viel aus der Zeit, wo Kin seine Erinnerungen an Naruto noch nicht zurück hatte.

Nach etwa einer halben Stunde verschwand Kakashi dann in einem der Nebenräume. Irgendwas in Kin sagte ihm, dass sein Vater auf dem Klo war, weshalb er schleunigst versuchte den Gedanken daran zu verdrängen. Denn das war nicht unbedingt etwas, was ihn interessierte. In dieser kurzen Zeit der Abwesenheit klingelte es erneut und Yuugao ging die Tür öffnen.
Auf dem Flur konnte Kin zwei Frauen reden hören, doch das Gespräch interessierte ihn nicht, weshalb er es ausblendete und stattdessen die Katze beobachtete, die noch immer oben auf den Kratzbaum lag und ihn ebenfalls zu beobachten schien. Erst als die Frauen den Raum betraten schenkte er dem Neuankömmling Beachtung.
„Anko! Mit dir haben wir gar nicht mehr gerechnet.“, kam es witzelnd von Itaka. Der kleine Bruder von Kurenai kannte Anko von allen am Besten, da er mit ihr im gleichen Jahrgang in der Schule war.
Die Angesprochene legte darauf ein schelmisches Grinsen auf und verpasste dem Redner direkt einen Klaps auf dem Hinterkopf. Von Kin wurde diese Handlung mit gemischten Gefühlen beobachtet. Zwar strahlte sie etwas gefährliches aus, doch war er sich gleichzeitig auch sicher, dass sie für ihn nicht gefährlich war. Gut möglich also, dass diese Ausstrahlung nur daher kam, dass sie eine fähige Kunoichi war. Einerseits wirkte sie nett und freundlich andererseits auch wieder etwas brutal und … verrückt? Kin wusste es nicht einzuordnen
„Ach kommt schon. Ihr wisst doch, dass ich mich immer etwas verspäte.“, war kurz nach Ankos Attacke auf Itaka von ihr zu hören und ihr Grinsen wurde noch eine Spur breiter. Gepaart mit ihrem seltsamen Blick, hatte dieses Grinsen jetzt schon fast etwas wahnsinniges an sich.
„Stimmt, genau so wie unser Hatake. Allerdings war er heute sogar fast pünktlich.“, kommentierte Asuma die letzte Aussage von Anko und kicherte in sich hinein. Von seinem Vater wusste er, dass Anko fast drei Monate auf Mission war und erst am Mittag des Tages wieder das Dorf betreten hatte. Von Narutos Tod, Kins Existenz und Kakashis Vaterpflichten wusste die Frau demnach noch nichts.
Anko staunte auf diese Information hin und konnte nicht glauben, dass Kakashi wirklich mal eher anwesend war, als sie. „Was? Nie im Leben!“
„Doch. Er war sogar nur 15 Minuten oder so zu spät.“, bestätigte diesmal Gai und schien darüber etwas verwundert. Allerdings hatte sein ewiger Rivale ja jetzt einen Sohn und somit auch neue Pflichten, denen er nachkommen musste. Auch wenn er nicht glauben konnte, dass veränderte Familienverhältnisse jemanden so schnell verändern konnten.
„Kaum zu glauben.“, staunte Anko und war schon fast sprachlos. Etwas, dass bei ihr nur sehr selten vorkam. „Wo steckt er denn überhaupt?“, fragte sie dann und sah sich im Raum um. Kakashi war jedoch nicht zu entdecken. Dafür aber ein kleiner Junge, der dem Mann verteufelt ähnlich sah.
Den verwirrten Blick hatte Hayate sofort bemerkt und gab schnell den anderen Anwesenden ein Handzeichen, damit sie nichts sagten. Er und auch alle anderen waren jetzt auf Ankos Reaktion gespannt und die kam auch schneller als Gedacht.
„Oh mein Gott, was habt ihr denn mit Kakashi angestellt?“, sprach sie Fassungslos und wusste einfach nicht, was sie dazu sagen sollte. Ihr Kakashi, den sie schon seit Jahren heimlich vergötterte war plötzlich wieder ein kleiner Junge? Das konnte doch nicht sein. Das durfte einfach nicht sein! Mehrmals rieb sie sich über die Augen und versuchte somit den seltsamen Tagtraum aus ihren Gedanken zu bekommen. Es half jedoch nichts, der Junge musste echt sein.

Grinsend stand Kakashi am Rahmen der Wohnzimmertür gelehnt und beobachtete Ankos geschockten Blick. Sie hielt Kin doch tatsächlich für ihn. Kurz schwankte sein Blick zu den Anderen, welche sich allesamt das Kichern verkneifen mussten. Es war schon etwas seltsam die Frau so zu sehen. Zunächst war sie einfach nur geschockt gewesen. Schnell hatte ihre Mimik dann zu Besorgnis gewechselt und er meinte auch einen Hauch von Enttäuschung in ihren Augen gesehen zu haben. Letzten Endes war sie dann fasziniert, wie so ziemlich alle, die seinen kleinen Kin schon einmal gesehen haben.
Früher hatte sie immer deutlich gemacht, wie wenig sie Kakashi doch mochte. Damit war sie definitiv die einzige Frau im Dorf, während die restliche Weiblichkeit ihn eher anhimmelte oder in seltenen Fällen zumindest gar nicht auf ihn reagierte. Ihr jedoch war deutlich Abneigung anzusehen. Eine Abneigung, die er oft genug auch zu spüren bekam, weil sie ihm bei jeder Gelegenheit eine Schelle verpasst hatte.
Geändert hatte sich dieses Verhalten minimal, nachdem sie vor sechs Jahren bei genau dem gleichen Geburtstag Wahrheit oder Pflicht gespielt hatten. An diesem Tag hatte er Anko küssen müssen. Damals eher widerwillig, doch er hatte zumindest das bessere Los gezogen gehabt. Genma war dazu verdonnert worden Gai zu küssen, da hatte er mit Anko noch richtig Glück gehabt. An diesem Tag hatte sich etwas bei ihr verändert. Zwar verhielt sie sich ihm gegenüber noch immer gleich, doch sie schien es nicht mehr so zu meinen.
Dass sie ihn irgendwo, ganz tief in ihr drin, doch etwas mochte, damit hatte Kakashi schon gerechnet. Wie weit dieses Mögen ging, dass musste sich noch heraus stellen. Zunächst erst mal musste er sie jedoch darüber aufklären, dass der kleine Junge auf dem Sofa eine andere Person ist. Langsam und möglichst lautlos bewegte er sich auf Anko zu und stellte sich direkt hinter sie. Sie war jedoch so mit ihren Gedanken beschäftigt, dass sie die Person hinter ihr nicht im geringsten bemerkte. Neben ihr am Tisch begannen die Ersten bereits zu kichern.
Kakashi sah kurz an Anko vorbei und schaute was Kin machte. Der Junge saß noch immer ruhig auf dem Sofa und betrachtete die seltsame Frau nur, als wenn er keine Ahnung hätte, was sie von ihm wollte. Das war wieder mal typisch Kin. Er war einfach perfekt, wenn es darum ging, dass er sich ahnungslos stellen sollte. So auch dieses Mal.
Nun widmete Kakashi seine Aufmerksamkeit wieder der jungen Frau, welche noch immer mit dem Rücken zu ihm stand. Sich jetzt ein Lachen zu verkneifen war gar nicht so einfach, weshalb er kurz einmal tief durch atmete und anschließend die Arme vor der Brust verschränkte. Zudem legte er einen nichtssagenden Blick auf.
„Hallo Anko.“, sprach er schließlich in gelangweilter Tonlage (so wie man es von ihm kannte) und kicherte in sich hinein, weil sie durch seine Worte sichtlich zusammenzuckte.
Hastig drehte sie sich zu dem Sprecher um und fiel ihm regelrecht um den Hals, was Kakashi nun doch etwas überraschte. Doch er durfte es sich jetzt nicht anmerken lassen. „Kami sei dank. Ich dachte schon ich halluziniere. Ich hab dich eben im Miniformat gesehen!“, hörte er sie sagen und schmunzelte in sich hinein.
„Ähm!“, machte sie kurz darauf und starrt für einen Moment Kakashi fassungslos an. Etwas war an dem Mann anders als sonst und sie begriff auch recht schnell, was da anders war. Als sie zudem noch bemerkte, dass sie ihrem offiziellem Lieblingsfeind und heimlichem Schwarm um den Hals gefallen war, legte sich deutlich sichtbarer Rotschimmer auf ihre Wangen.
„Was ist?“, wollte Kakashi dann wissen, obwohl er wusste was mit der Frau los war. Zudem war er fasziniert von der Tatsache, das sie wirklich rot geworden war.
„Du trägst keine Maske!“, sprach Anko ihre Entdeckung an und begutachtete nun auch den Rest von dem Mann. „Und keine Uniform!“
„Ach, das fällt dir erst jetzt auf?“, konterte Kakashi darauf und ein winziges, kaum wahrnehmbares Lächeln schlich sich in sein Gesicht. So ganz konnte er es doch nicht mehr verbergen. Die übrigen Erwachsenen fingen darüber an zu lachen, weil Ankos Blick wirklich zu herrlich war.
„Du hast übrigens nicht halluziniert. Das Kind auf dem Sofa ist mein Sohn.“, meinte er kurz und bemerkte nun erneut die Umarmung, in welcher er noch immer gefangen war. Dagegen musste er etwas unternehmen! Aus dem Augenwinkel heraus bemerkte er, dass Kin noch immer Aufmerksam zuschaute.
Anko hingegen war etwas verpeilt und hatte noch nicht begriffen, was der Hatake eben gesagt hatte. „Was?“, kam es von ihr. Ein Sohn? Ihr Kakashi hatte einen Sohn? Seit wann? Und mit wem? Unmengen Fragen schossen ihr durch den Kopf und in gewisser Weise machte sich auch etwas Eifersucht in ihr bemerkbar. In erste Linie war es jedoch Enttäuschung, die sie verspürte. Enttäuschung, weil er ein Kind mit einer anderen Frau hatte, gepaart mit einer riesigen Portion Verwirrung.
„Ich habe einen Sohn“, sagte er nochmals, da Anko dies offenbar noch nicht so ganz begriffen hatte. „und wenn du mich nicht gleich loslässt, wird er sauer. Er schaut schon ganz beleidigt, weil du dich so an mich klammerst.“
Kin hatte den Wink sofort verstanden und wechselte zu einer extrem beleidigten und auch etwas schmollenden Mimik und verschränkte schnell die Arme vor der Brust. Anko hingegen wurde sofort wieder rot und ließ schnellstens von Kakashi ab, ehe sie sich traute zu dem Jungen zu sehen.
Der kleine Kakashi hatte starke Ähnlichkeit mit seinem Vater, doch fiel ihr jetzt auch auf, dass der Junge eine ganz andere Augenfarbe hatte. Weitere Unterschiede fand sie auf Anhieb jedoch nicht. Nachdem sie einmal tief durchgeatmet hatte ging sie dann auf den Jungen zu und reichte ihm die Hand.
„Hallo, ich bin Anko.“, stellte sie sich vor, doch reagierte der Junge darauf anders, als sie es erwartet hatte. Sie erkannte deutlich, wie er die Nase mehrmals rümpfte und sie genauestens begutachtete.
„Kin“, sagte er schließlich. Statt ihr jedoch ebenfalls die Hand zu reichen nahm er Reißaus und sprang seinem Vater in den Arm. Eigentlich hatte er ja nichts gegen die Frau. Da er jedoch den Beleidigten spielen sollte, würde sie noch etwas unter seiner abweisenden Haltung leiden müssen. Es war ja nicht seine Schuld, auf die Schnapsidee war immerhin Kakashi gekommen.
Ob sein Papa was dagegen hatte, wenn er auch etwas Eifersucht mit einbaute? Kakashi war immerhin SEIN Papa. Welches kleine Kind konkurrierte schon gern mit einer völlig fremden Person? Der Entschluss stand fest und konnte nun auch nicht mehr von dem Hatake geändert werden. Wenn jemand seinen Papa erobern wollte, dann musste sie erst an ihm vorbei! Fast sofort schlich sich ein böser Blick auf sein Gesicht. Seine besitzergreifende Seite hatte würde seinen Papa für diesen Abend nicht mehr hergeben. Und dann schlich sich noch etwas anderes in seine Gedanken …
Verwundert schaute Anko dem Jungen nach, dessen Blick sie offenbar zu erdolchen versuchte. Bei Kakashi auf dem Arm waren ihre Köpfe so nah beieinander, dass die Ähnlichkeit der beiden noch viel deutlicher zu erkennen war. Doch auch etwas anderes erkannte sie, etwas in Kins Augen. Noch immer schaute er sie böse an, doch war auch deutliche Traurigkeit und Angst in den Augen zu erkennen. Und erneut war sie verwirrt …

Kakashi bemerkte Kins Stimmungswechsel fast sofort. Erneut schien es ihm, als könne er die Gefühle des Jungen wahrnehmen, ähnlich wie bei Kurama. Er musste sich wirklich mal mit dem Fuchs über dieses Thema unterhalten. Das war doch schon nicht mehr normal! Aber zurück zu Kin, dem er einen musternden Blick zuwarf. Besorgt stellte er fest, dass die Augen seines Sohnes einen feuchten Glanz zeigten. Einige kleine Tränen bildeten sich, liefen die Wangen des Kindes hinab und tropften auf seinen Pullover. Was war nur los? Und warum weinte der Junge den jetzt?
Dies galt es nun zunächst herauszubekommen. Am Besten ging dies, wenn er mit Kin frei reden konnte, weshalb er sich kurzerhand in die Küche begab, wo sie ihre ruhe hatten. Wenn ihnen jemand zu nahe kam, würden sie es schon bemerken. Schnell bemerkte Kakashi, dass Kurama ihnen folgte. Auch der Fuchs machte sich sorgen um den Jungen und zusätzlich konnte er aufpassen, damit niemand etwas mitbekam, was nicht für fremde Ohren bestimmt war.
Nachdem Kin einige Minuten geweint hatte, erzählte er was los war. Dadurch stellte sich recht schnell heraus, was an seinem Zustand schuld war. Er hatte Angst bekommen, dass Kakashi ihn alleine lässt, wenn er irgendwann eine feste Freundin oder eine Frau hat. Einerseits war es bescheuert so etwas zu denken, denn er kannte seinen Papa bereits gut genug um zu wissen, dass der Mann nicht so handeln würde. Andererseits hatte er ein tiefsitzendes Trauma. Durch die schlechte Kindheit, welche er zuvor als Naruto erleben musste, hatten sich Verlustängste gebildet. Kakashi war ihm einfach zu wichtig geworden, wodurch die Angst ihn wieder zu verlieren enorm war.
Nach weiteren Minuten kam Asuma zu ihnen in die Küche. Die Anderen traute sich nicht zu stören und da sich der Sarutobi mit Kin am Besten auskannte und auch gut mit dem Jungen verstand, hatte sie ihn daher in die Küche geschickt, damit er nachsehen ging, ob auch alles in Ordnung sei. Und da war er nun. Die einzige anwesende Person, die noch in alle Details eingeweiht war, die Kin betrafen. Auch Asuma wurde kurz erzählt, was los war und dann verschwand er wieder ins Wohnzimmer. Kurz darauf folgten auch Vater und Sohn.
Nachdem Kin etwas getrunken hatte, setzte er den Jungen auf dem Boden ab, wo er mit Kurama beschäftigte. Er selbst setzt sich wieder an seinen Platz neben Asuma. Der Stuhl neben ihm wurde für Kin freigehalten und daneben hatte Hayate seinen Platz, womit der Junge nur Personen neben sich sitzen hatte, die er kannte. Anko hatte sich zwischen die anderen Mädels gequetscht, da sie es für besser gehalten hatte, zunächst außerhalb von Kins Reichweite zu bleiben.
„Und was war jetzt? Asuma hat nichts erzählt.“, wollte Kurenai dann wissen und beobachtete über ihre Rückenlehne hinweg, wie der Junge mit seinem Fuchs spielte.
Seufzend stemmte Kakashi seinen linken Ellenbogen auf den Tisch und stütze seinen Kopf darauf mit der dazugehörigen Hand ab. Er hatte geahnt, dass sie danach fragen. „Er hatte Angst.“
„Vor mir?“ Anko war sichtlich erstaunt darüber, dass der kleine Junge offenbar vor ihr Angst gehabt hatte. Immerhin hatte er erst angefangen zu weinen, als sie aufgetaucht war.
„Du bist ja auch zum fürchten.“, stichelte Itaka darauf. Da Anko außer Reichweite war, wiegte er sich in Sicherheit. Ein Klaps auf den Hinterkopf folgte trotzdem. Diesmal jedoch von Kurenai, worauf er sich schmollend selbst fragte, warum er sich ausgerechnet neben seine Schwester setzten musste.
„Indirekt.“, antwortete Kakashi auf Ankos Frage und sah dabei recht nachdenklich aus. Asuma bemerkte dies und half ihm aus der Klemme: „Er hat angst davor, dass du ihm seinen Papa wegnehmen willst.“
Jetzt staunten plötzlich alle. Sogar Ibiki, dem man meistens nicht viele Emotionen ansehen konnte. Mit den Gedanken bei dem, was sich beim Tierarzt Besuch ergeben hatte, versuchte Kakashi eine Erklärung zu finden. Kin war ein Junge, der von Tieren aufgezogen wurde. Menschliches Verhalten und ihre Gesten sind ihm daher weitgehendst Fremd! „Kin versteht viele Verhaltensmuster noch nicht so richtig. Wie soll ich das erklären …“
Ein weiteres Mal kam ihm Asuma zu Hilfe, der sich ebenfalls im Vorfeld schon einmal ein paar Gedanken darüber gemacht hatte, wie man es erklären könnte. „Als du Kakashi umarmt hattest, da hat sich eine für Kin völlig fremde Frau zwischen ihn und seinem Vater gedrängt. Kin lebt erst seit fünf Wochen hier bei uns in Konoha und kannte seinen Vater vorher auch noch nicht. Die Bindung zwischen den Beiden ist noch viel zu frisch und Kin ist auch noch zu jung und zu unerfahren um dieses Verhalten richtig zu begreifen.“

Von den Erwachsenen unbemerkt (Kurenai hatte ihre Augen wieder woanders) war nun die Katze von ihrem Aussichtspunkt herabgesprungen und näherte sich langsam und vorsichtig an Fuchs und Kind an, um beide einmal aus der Nähe zu betrachten. Von den beiden Dämonen blieb dies natürlich nicht unbemerkt, weshalb Kurama mit einem erhöhtem Maß an Alarmbereitschaft und Kin überwiegend mit Skepsis das Tier des Hauses beobachten.
Kakashi fehlinterpretierte diesmal leider sein seltsames Gefühl und nahm an, dass Kins Skepsis von dem kam, was sie am Tisch erzählten. Erst als Kurama ihm ohne Vorwarnung auf den Schoss sprang, seltsamer Weise den Fußboden anknurrte und kurz darauf ein ziemliche gruseliges Fauchen zu hören war, welches Kakashi deutlich seinem Jungen zuordnen konnte, bemerkten die Erwachsenen die Katze.

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