[KH-alt] Kapitel 32 – Alle Jahre wieder

Mit gespielter Neugierde beobachtete Kin den älteren Jungen, welcher sich vorbildlich um das Wohlbefinden der Hunde kümmerte. Dies war etwas, was er früher schon an Kiba bemerkt hatte. Wenn es um Akamaru ging, oder um einen der anderen Hunde, welche zum Inuzuka Clan gehörten, dann wurde er immer sofort sehr fürsorglich. Die Inuzuka und ihre Nin-Ken. Sie gehörten einfach zusammen.

Eine weitere Sache die zu Kibas Charakter gehörte, war sein Größenwahn. Er ist der Größte, der Coolste, der Stärkste. Bildete er sich zumindest ein, aber Einbildung ist bekanntlich auch eine Bildung. Überraschenderweise war von dem Größenwahn im Moment nicht viel zu sehen. Hier bei den Hunden war er ein ganz anderer Mensch. Er wiegte sich in Sicherheit, da seines Erachtens niemand anwesend war, der ihn aus der Schule kannte. Neben den Tieren war nur Kin anwesend und dass Kin ihn von früher kannte, das ahnte der junge Inuzuka nicht.
Der kleine Hatake betrachtete einige jüngere Hunde beim Fressen und behielt aus dem Augenwinkel heraus den älteren Jungen im Auge. Sein Gefühl sagte ihm, dass Kiba ihn ebenfalls heimlich beobachtete, nur wieso? Er selbst war nur ein kleines Kind und durfte daher keine Andeutung dahin machen, das er etwas bemerkt hatte. Deshalb achtete er stark darauf, dass Kiba annahm, seine Aufmerksamkeit lag bei den Tieren.
Irgendwann war der Inuzuka fertig mit den Hunden und stellte sich neben Kin an die Wand. Einen Moment war es noch ruhig und Kiba schien nachzudenken. Auch glaubte Kin, dass er heimlich etwas beschnüffelt wurde, was ihn leicht amüsierte. Die Inuzuka verfügten alle über einen sehr guten Geruchssinn, dass Kiba ihn beschnüffelte, war daher nicht ungewöhnlich, doch dass wusste der kleine unwissende Junge, der bis vor kurzem im Wald gelebt hat und von einem Tier aufgezogen wurde ja nicht.
„Warum beschnüffelst du mich?“, fragte er daher mit gespielter kindlicher Unwissenheit und schaute den älteren Jungen verwirrt an.
„Du riechst anders, als die anderen Dorfbewohner. Mehr nach Wald, Erde und … stark nach deinem Fuchs.“, erklärte Kiba darauf und schien erneut nachdenklich.
„Du riechst stark nach Hund, am Meisten nach dem Kleinen da.“, meinte Kin darauf und deutete auf Akamaru. Diese Feststellung kam nicht nur aus seinem Wissen heraus, bemerkte er recht schnell. Er konnte es wirklich riechen, was ihn doch etwas verwunderte. Außer den Hunden bemerkte er auch noch etwas anderes an Kiba. „Und nach vielen Kindern …“, ergänzte er und drehte sich schnuppernd in Kibas Richtung bevor er noch einen weiteren Geruch deutete. „… und Onkel Iruka?!“, fragte er leicht überrascht, da er den Geruch des Mannes deutlich an Kiba wahrnehmen konnte.
„Onkel Iruka?“, wiederholte Kiba darauf nicht weniger überrascht. Meinte der kleine etwa Sensei Iruka? Woher kannten sie sich? Und warum nannte er ihn Onkel? Verwundert betrachtete er den Jungen neben sich und versuchte ihn einzuordnen. Aus der Akademie kannte er ihn nicht. Den Geruch hätte er auf den Pausenhof schon einmal wahr genommen, weshalb er nicht glaubte, dass er bereits zur Schule ging. Dies fand er jedoch etwas seltsam, da er genau so groß war, wie die Anfänger, welche sich zur Zeit im ersten Schuljahr befanden. Wenn er nicht sogar größer, als einige von ihnen.
„Iruka ist ein Freund von meinem Papa. Er ist mein Patenonkel.“, erklärte Kin in erneut kindlichen Ton und betrachtete nun den Jungen neben sich. Früher war er mit Kiba gleichauf gewesen, was die Größe betraf. Nun war er etwas mehr als einen Kopf kleiner, als der Hundejunge.
„Dein Onkel ist mein Klassenlehrer. Er hat mir heute eins übergebraten, weil ich ihn geärgert hab. Deswegen rieche ich wohl auch nach ihm.“, erklärte der Ältere leicht beschämt, als er den verwunderten Blick des Kleineren bemerkte.
„Du hast einen guten Geruchssinn.“, stellte Kiba darauf fest und ein Lächeln legte sich auf seine Lippen. „Es gibt nicht viele Menschen im Dorf, die über so gute Nasen verfügen.“
>Erstens: Ich bin kein Mensch! Und Zweites: Ein Lob aus deinem Mund? Ich fühle mich geehrt!<, dachte sich Kin dazu und grinste innerlich. Zwar hatte Kiba früher zu den Jungs gehört, die am ehesten so etwas wie Freunde für ihn waren, doch freundliche Worte hatte er auch von ihnen nicht viel bekommen. Vor allem von Kiba nicht, dafür war dessen Größenwahn einfach zu extrem gewesen.
„Ich hab dich in der Akademie noch nie gesehen – und auch bisher nicht gerochen. Gehst du nicht zur Schule?“, wollte Kiba dann wissen und betrachtete wieder die Hunde.
„Papa und Onkel Iruka meinen, ich bin noch zu Jung für die Schule.“, antwortete Kin darauf und für den Älteren klang es, als wäre Kin traurig darüber, dass er noch nicht zur Schule ging.
„Zu Jung?“, wunderte sich Kiba über die Aussage. Der Kurze war doch sicher schon sechs, wie konnte er da zu Jung sein? „Wie alt bist du denn?“, wollte er nun wissen, weil er neugierig wurde. Vielleicht irrte er sich ja auch mit seiner Schätzung.
„Noch bin ich vier, aber ich werde bald fünf.“, grinste Kin nun und spielte seine kindliche Freude zur Abwechslung mal nicht. Allein der Gedanke daran, dass er bald seine erste richtige Geburtstagsfeier haben würde, mit Geschenken und Freunden, machte ihn hibbelig. Etwas was er jedoch zu verbergen wusste, womit seine Freude darüber nur an seinem strahlenden Gesicht festgestellt werden konnte.
Staunend betrachtete der Hundejunge den Jüngeren. Dass er sich so sehr verschätzt hatte, wunderte ihn doch sehr. „Kein wunder, dass du noch nicht zur Schule gehst. Du bist echt groß für dein Alter.“, merkte er darauf an und suchte mit den Augen die Welpen ab, da Akamaru in der Meute verschwunden war.
Nachdem er seinen Partner ausmachen konnte, holte er den jungen Hund zu sich auf den Arm und verließ mit Kin das Hundehaus, was in etwa die Ausmaße eines größeren Kuhstalls hatte. Nur war es anders eingerichtet und hatte im inneren eher die Ähnlichkeit mit einem Hundezwinger. Eingesperrt waren die Tiere allerdings nicht, denn der Ausgang zur Wiese stand ihnen immer offen.

Geschockt und wie zur Salzsäule erstarrt lag Kurama auf dem Behandlungstisch. Nun gut, er lag nur mit der vorderen Hälfte, die Vorderpfoten über seinen Augen liegend, während sein Hinterteil eine äußerst verkrampft stehende Haltung angenommen hatte. Hana hatte sich schon vor Minuten samt Fremdkörper wieder aus ihm zurückgezogen. Kurz hatte sie gewartet, bevor sie mit ihrer Untersuchung fort fuhr. Einzig am Schweif, der nach oben hin ab stand und ganz langsam – fast Zeitlupen gleich – vor sich hin wedelte, konnte man erkennen, dass es sich bei dem Fuchs um ein Lebendes Wesen handelte.
Erneut horchte Hana ihn ab, da sie zuvor damit nicht fertig geworden war. Kontrollierte seinen Körperbau, welcher sich jedoch nicht um geringsten von anderen Füchsen unterschied und war schließlich noch einen Blick in die Ohren. Nichts davon realisierte Kurama. Erst als sie seine Vorderpfoten leicht anhob, weil sie in seine Augen sehen wollte und auch der Innenraum des Mauls begutachtet werden musste, zeigte er eine Regung.
Wortlos ließ er seinen Hintern auf den Tisch nieder sinken. Er war sprachlos, im wahrsten Sinne des Wortes. Zu den vielen unschönen Erlebnissen seines langen Lebens, hatte sich ein weiteres Ereignis gesellt. Eines, welches er problemlos hätte verhindern können, wenn er es gewollt hätte. Aber nein. Er hatte ja beschlossen, bei diesem menschlichen Unsinn mitzumachen. Er hatte sich freiwillig dieser Untersuchung gestellt. Und jetzt war ihm zum Heulen zumute. Er wollte nur noch zurück nach Hause, sich in die nächstbeste Ecke verkriechen und stumm vor sich hin heulen. Dies war der mit Abstand schlimmste Tag seines bisherigen Lebens gewesen. Gefüllt mit Erniedrigungen und Schmerzen, welche seinen Stolz mehr als nur ein kleinen Wenig angekratzt hatten.
Wie er so mit sich selbst, seiner verlorenen Würde und seinem Schmerz beschäftigt war, entging ihm vollkommen das Gespräch der beiden Menschen. Einiges hatten sie nebenher bereits geklärt. So ließen sie unter anderem die zweiwöchige Quarantäne aus, welche Kurama hätte über sich ergehen lassen müssen. Diese hatte nun laut Akte bereits Anfang Oktober stattgefunden und war innerhalb von Kakashis alter Wohnung geschehen. Die Spritzen mit dem Impfstoff bekam er nicht mit und auch nicht, dass Hana die Tage nochmal nach  Kin und Kurama sehen wollte – diesmal jedoch als Hausbesuch. An dem Tag wollte sie auch das Thema Gefiederpflege angehen, welches in einer vertrauteren Umgebung für den Jungen sicher angenehmer war, als in der Praxis.
Nur am Rande bekam Kurama mit, wie Kakashi ihn auf den Arm hob. Er bemerkte jedoch den vertrauten Geruch des Mannes und die Wärme, die sich in ihm ausbreitete, als sich ein Arm schützend um ihn legte. Es war für Kurama kaum zu glauben, wie sehr er sich in diesem einen Monat an Kakashi gewöhnt hatte. Er vertraute ihm blind und hatte ihn sogar zu einem Teil seines Rudels gemacht.
Eine kleine Hand fuhr ihm über den Kopf und streichelte ihn sanft im Nacken. War das etwa Kin? Verwundert schenkte Kurama seiner Umgebung etwas mehr Aufmerksamkeit. Es war wirklich Kin, der ihn streichelte. Wo kam den der Junge auf einmal her? Und wann hatten sie die Praxis verlassen? Ein kurzer Blick genügte ihm, um zu wissen, dass sie bereits fast zu Haus angekommen waren.

In der Wohnung hatte Kakashi den Fuchs auf dem Sofa abgesetzt und direkt von Leine und Halsband befreit. Besorgt musterte er seinen animalischen Mitbewohner. Seit dem unangenehmen Vorfall bei der Behandlung hatte Kurama keinen Ton mehr von sich gegeben. Auch wenn auf dem Heimweg kurz auf Kin reagiert hatte, schien der Fuchs geistig abwesend und … ja, irgendwie traurig und niedergeschlagen. Verwunderlich war dies nicht, bei dem was Kurama hatte durchmachen müssen. Dennoch konnte Kakashi es sich nicht erklären, woher seine gelegentlichen Eingebungen kamen. Oft wusste er einfach, was in dem Fuchs vor sich ging. Nur warum?
„Papa, ich hab Hunger!“, erklang Kins Stimme neben ihm, was seine Gedanken unterbrach. Ein kurzer Blick auf die Uhr genügte. Es war schon nach drei Uhr Nachmittags. Kein Wunder also, dass sein Knirps Hunger hatte. Viel Zeit zum Kochen hatten sie jedoch nicht, da er auch noch eine Kleinigkeit besorgen wollte. Immerhin konnte er nicht ohne ein Präsent bei einem Doppelgeburtstag auftauchen. Sein Kumpel Hayate hatten nämlich nicht allein Geburtstag. Auch dessen Freundin Yuugao wurde wieder einmal ein Jahr Älter. Zwar erst am nächsten Tag, aber sie feierten ja nicht ohne Grund bis nach Mitternacht.
Da Kurama offensichtlich seine Ruhe haben wollte und sich in die nächstbeste Ecke verzogen hatte, stellte Kakashi dem Fuchs eine Kleinigkeit in die Küche und ging mit Kin zusammen ins Dorf. Bevor er sich dem Geschenke kauf widmete, mussten sie zunächst die wichtigeren Dinge erledigen. Erste Punkt auf der Liste: Ein Besuch beim Bäcker um Kins knurrenden Magen zu besänftigen. Punkt Nummer Zwei: Iruka besuchen.
Unterwegs lief zu besagtem Chunin lief ihnen Asuma über den Weg, welcher auch gleich mit eingesammelt wurde. Der Besuch wurde recht kurz gehalten. Sie weihten beide Männer in Kins angebliche Kindheit vor Konoha ein und Iruka wurde für den Nächsten Abend zu Kakashi nachhause bestellt, da Hana sich dann dem Thema Gefiederpflege widmen wollte. Da sollte vorsichtshalber auch der Pate anwesend sein, da Kakashi ja zwischendurch auf Missionen musste. Nachdem sie auch diesen Punkt auf der mentalen Aufgabenliste abgehackt hatten, konnte sie sich dem eigentlichen Thema ihres Ausfluges widmen.
Alle Jahre wieder … Nein, hier ist nicht das Weihnachtslied gemeint! Alle Jahre wieder hatte Kakashi das gleiche Problem. Was schenkt man zum Geburtstag? Beide Geburtstagskinder kannte er schon von klein auf. Mit beiden ging er früher zur Schule – wenn auch nur für kurze Zeit. Die Freundschaft war jedoch geblieben. Mit Yuugao war er sogar zusammen bei der ANBU gewesen. Geschenke waren trotzdem immer ein Problem. Er wusste einfach nicht, was er ihnen besorgen sollte. So ganz ohne wollte er dann aber auch nicht auftauchen. Zum Glück hatte er in diesem Jahr etwas Hilfe bei der Suche, ob sie diese auch als nützlich erwies, musste sich allerdings erst noch herausstellen.
Und nach zwei Stunden Irr lauf durch die Kaufhäuser hatte es sich herausgestellt. Beim Geschenke kauf war Kin in etwa so nützlich wie ein Löffel beim Zwiebelschneiden. Planlos wie er selbst schaute sich der Junge alles an, hatte aber selbst keine Ahnung, was man kaufen könnte. Dafür fehlte dem Knips schlicht die Erfahrung. Etwas, dass eindeutig fehlte wenn man noch nie zu einer richtigen Geburtstagsfeier gegangen ist. Leicht genervt saßen beide auf einer Bank und zermarterten sich den Kopf. Was sollten sie nur mitbringen?
Suchend schaute Kin sich um. Vielleicht fiel ihm ja etwas ein, wenn er sich von der Umgebung inspirieren ließ. Viel war jedoch nicht zu sehen. Es war bereits Abend und viele Bewohner eilten an ihnen vorbei und waren wohl auf dem Weg nachhause. Der Himmel hatte ebenfalls sein Kleid gewechselt und zeigte nun seine dunkle Pracht aus welche unzählige kleine helle Punkte aufleuchteten. Langsam aber sicher ging ihnen die Zeit aus. Nur noch eine halbe Stunde und dann sollten sie schon eintreffen. Darüber machten er sich jedoch weniger sorgen. Von Kakashi wusste Kin bereits, dass der Hatake für sein Zuspätkommen berüchtigt war. Wenn sie also etwas später auftauchten, würde sicher niemand etwas sagen. Blieb immer noch das Problem mit dem Mitbringsel.
Von seiner Position aus nahm Kin nochmals die Läden unter die Lupe, welche sie hier um sich herum hatten und verglich das Angebot mit den Informationen, die er über beide Geburtstagskinder hatte. Und dann kam ihm eine Idee!

Mit einer Verspätung von gerade Mal dreizehn Minuten (für Kakashi absoluter Tiefenrekord, denn seine Freunde waren weitaus schlimmeres von ihm gewohnt) standen Vater und Sohn vor der Haustür des Paares. Diesmal war auch Kurama wieder mit von der Partie, welcher neben Kin stand und erneut mit der Leine gedemütigt wurde. Kurz gingen sie noch die wichtigen Einzelheiten durch, ehe sie schließlich an der Tür klingelten.
Es dauerte nicht lang, bis die Tür geöffnet wurde und eine junge Frau vor ihnen stand, mit langen violettfarbenen Haaren und speziell den älteren Hatake verblüfft anstarrte. Für einen Moment musste er doch wirklich überlegen, warum sie dies tat – bis ihm einfiel, dass sie ihn ja nur mit seiner Maske kannte, welche er jetzt ja nicht mehr trug.
„Kakashi?“, fragte sie unsicher und musterte den Mann von neuem. Es war eindeutig Kakashi, da war sie sich sicher. Allein das schief sitzende Stirnband, welches sein linkes Auge verdeckte, war schon Beweis genug dafür. Ihn jedoch  unmaskiert und in Freizeitkleidung zu sehen war etwas, dass für sie sehr ungewohnt war und auch sehr überraschend kam.
Nachdem sie die erste Verwirrung verdrängt hatte bat sie die kleine Familie nun auch herein. „Mit dir haben wir noch gar nicht gerechnet.“, spielte sie schließlich auf seine Unpünktlichkeit an und grinste schelmisch.
>War ja klar, dass der Spruch kommen musste!<, dachte sich der Ältere und drückte Yuugao zur Antwort einen Blumenstrauß in die Arme. Ja, so kannten sie ihn. Unpünktlich. Da der Hauptgrund für seine Unpünktlichkeit jedoch nicht mehr vorhanden war, würde sich jetzt einiges ändern. Früher hatte er immer viel Naruto beobachtet, um den Jungen zu schützen. Zu Verabredungen kam er dadurch häufig (bzw. immer!) zu spät.
Die Herrin des Hauses war über die Blumen viel zu verwirrt gewesen um sofort darauf zu reagieren. Pflänzchen bekam sie selten bis gar nicht geschenkt, was bei in ihrem Haushalt auch einen Grund hatte, von dem alle ihre Freunde normal wissen sollten. Auch Kakashi war dieser Grund bekannt, dass wusste sie, doch warum hatte er ihr dennoch Blumen mitgebracht. Oder war er durch den Jungen so durch den Wind, dass er dies Detail schlicht und einfach vergessen hatte?
„Kakashi, ich finde die Blumen wirklich wunderschön, aber … du weißt, dass der Strauß nicht unbedingt eine gute Idee waren, oder?“, fragte sie vorsichtig nach und erkannte zu ihrem erstaunen ein fettes Grinsen auf dem Gesicht des Hatake. Eine Antwort bekam sie von ihm jedoch nicht. Verwundert brachte sie die Blumen in die Küche und stellte sie dort in eine Vase.
Kichernd zwinkerte Kakashi seinem Jungen zu. Die Idee des Jungen war wirklich außergewöhnlich gewesen. Speziell weil er die häusliche Situation kannte. Wer kommt bitte auf so ein Mitbringsel? Allerdings fehlte ja noch die zweite Hälfte des Geschenkes, welches für den Hausherren bestimmt war. Dieser war wie zu erwartend im Wohnzimmer aufzufinden, zusammen mit den anderen Gästen. Darunter waren auch Genma, Kurenai, Asuma und Gai, welche Kin ja bereits kannte. Die restlichen Personen waren dem Jungen bisher unbekannt.
„Hayate!“, sprach Kakashi den Gastgeber an und warf ihm ein kleines Päckchen zu, als er dessen Aufmerksamkeit hatte. „Gratulieren tue ich nicht nochmal. Wir haben ja heute morgen schon.“, grinste er darauf, als er den verwunderten Blick des Mannes sah. Das Päckchen war sehr klein und in schlichtes weißes Papier eingewickelt, welches offenbar von Kin zuvor bunt angemalt worden war. Was da wohl drin war?
Während Hayate sein Geschenk inspizierte machte Kakashi mit seinem Knirps die Runde und begrüßte alle. Dabei stellte er auch seinen restlichen Freunden seinen kleinen Spross vor, denn bisher hatten nur einige wenige den kleinen Jungen kennengelernt. Die anwesenden Frauen waren natürlich sofort entzückt von dem kleinen Mini-Kakashi und nach den ersten Knuddel- und Knutschattacken wagte Kin es nicht mehr, den Frauen auch nur zu nahe zu kommen. Neben Kurenai und Yuugao waren noch drei weitere Mädels anwesend, deren Namen Hitomi, Kohada und Midori waren.
Die Männer waren für Kin da schon angenehmer zu ertragen. Ihm war recht schnell aufgefallen, dass es niemanden unter den Anwesenden gab, der ihn früher einmal angegriffen hatte. Somit hatten Kakashis Freunde alle schon einmal einen Pluspunkt bei ihm. Alle bis auf einer. Nachdem er Izumo, Kotetsu, Ebisu und Itaka kennengelernt hatte (letzterer war offenbar der kleine Bruder von Kurenai) kamen sie zu Ibiki. Dieser Mann war riesig und bäumte sich regelrecht von Kin auf. Die Arme vor der Brust verschränkt und einen strengen und abschätzenden Blick aufgelegt, starrte er Kin an und musterte den Jungen. Auch wenn Kin wusste, dass Ibiki ihm ebenfalls bisher nichts getan hatte, so hatte er den Pluspunkt bei diesem Mann schnell wieder gestrichen und mit einem fetten Minus ersetzt. Der Typ war gruselig, eindeutig! Dem wollte Kin nicht im Dunkeln begegnen.
Auch die anderen Anwesenden bemerkten Kins zögerliche und deutlich ängstliche Reaktion auf Ibiki. Als Kin sich schließlich hinter Kakashi versteckte mussten sie alle Lachen.
„Was zum Geier?“, kam es dann plötzlich von Hayate, der es nach minutenlangem herum fummeln endlich geschafft hatte das Geschenk zu entpacken. Kin war beim Verpacken äußerst kreativ und sorgfältig gewesen, womit es selbst für einen Erwachsenen nicht so einfach war dieses Päckchen vom Verpackungsmaterial zu befreien. Der Inhalt entpuppte sich als ein Medikament, mit welchem man einer allergischen Reaktion entgegen wirkt.
Das verwunderte Hayate natürlich, doch kaum hatte Yuugao das Geschenk ihres Freundes gesehen, ging der Frau ein Licht auf, weshalb sie nun in der Küche verschwand und kurz darauf mit Blumenstrauß zurück kam.
„Unsere Geschenke gehören eindeutig zusammen.“, sprach sie und präsentierte stolz die Blumen. Keine paar Sekunden später begann Hayate auch schon zu niesen.
„Da hast du dir ja was einfallen lassen.“, kam es kurz darauf halb grinsend, halb maulend von dem Allergiker. Sein Medikament hatte er nun zwangsläufig geschluckt, womit die Blumen für ihn zumindest erträglich wurden.

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