[KH-alt] Kapitel 2 – Hyperaktiv?

„Uuuh… Sexy!“ Das war der erste Gedanke, welcher sich in Tsunades Verstand mogelte und alle anderen Dinge kurzzeitig außer Reichweite schob. Leider hatte sie ihn ausgesprochen, weshalb Kakashi nun leicht errötet vor ihr stand. Ohne Maske, ohne Oberteil, nur in Jogginghose und überwiegend nass – weshalb die Sannin nun ein leises kichern von sich gab.

>Ähm, ja. Danke! War das jetzt nur laut gedacht oder als Kompliment gemeint?< Kakashi war sich nicht sicher und beschloss den Gedanken vorerst zu verdrängen. „Hallo Tsunade, komm doch rein.“, bat er die Ältere und trat einen Schritt zur Seite um sie vorbei zu lassen.
„So wie du aussiehst, tippe ich mal… das Kin in der Wanne sitzt.“
„Ist das so offensichtlich?“ Kakashi schloss mit einem seufzen die Tür.
„Wenn man ein kleines Kind badet, ist man danach oft auch selbst gewaschen.“, gab sie mit einem weiteren Kichern von sich und marschierte direkt in Richtung Bad, wo gerade ein nasser Fuchs aus der Wanne flüchtete – oder es zumindest versuchte. Schnell fischte sie Kurama aus der Wanne und drückte ihn Kakashi in die Arme. „Leg du mal den Fuchs trocken, ich passe solang auf Kin auf.“
„Wie bist du den in der Wanne gelandet?“, wollte er kurz darauf vom Fuchs wissen, nachdem er diesen in ein Handtuch gewickelt hatte und ins Wohnzimmer trug.
„Kin war offenbar der Meinung, das ich auch ein Bad nötig habe. Da passt man einen Moment nicht auf und schon wird man ertränkt.“, schmollte dieser und ließ sich darauf grob abtrocknen.
Kakashi musste sich ein kichern verkneifen. Der große böse Kyuubi fast ertränkt von seinem eigenen Sohn. Toller Badeunfall. Den Mann erstaunte es in den letzten Tagen immer wieder, wie gelassen der Fuchs doch war und gar nicht so bösartig, wie man sich diesen vorstellte. Ob Kurama diese Seite nur von sich zeigte, weil er jetzt einen Sohn hatte, für den er ebenfalls da sein wollte, oder ob er allgemein so war, das konnte Kakashi nicht einschätzen.
Ein Blick auf die Uhr verriet dem Jonin, das es schon fast Mittag war und Kin schon über eine Stunde in der Wanne saß. Wurde langsam Zeit, den Kleinen aus dem Wasser zu holen. Er wollte sich gerade Richtung Bad wenden, da kam Tsunade bereits mit Kin auf dem Arm ins Wohnzimmer und setzt den Jungen auf dem Sofa ab. Kakashi staunte nicht schlecht. Kin war überwiegend trocken – bis auf die Haare, die waren noch leicht feucht – und auch schon angezogen. Ein Blick auf Tsunade offenbarte ihm noch eine andere Kleinigkeit.
„Wie hast du es geschafft ihn so schnell aus der Wanne zu bekommen? Und wie kommt es das du noch trocken bist?“ Kakashi war verblüfft. Woher hatte Tsunade nur soviel Erfahrung mit Kindern? Sie hatte selbst doch keine gehabt.
„Das bleibt mein kleines Geheimnis.“, antwortete sie mit einem Grinsen und setzte sich zu Kin auf das Sofa. „Mit etwas mehr Erfahrung schaffst du das auch.“
„Oma“ Erstaunt blickte Tsunade nun zu Kin, der sie doch wirklich gerade als Oma bezeichnet hatte. So alt sah sie doch gar nicht aus. Leicht verwirrt warf sie nun mit einen fragenden Blick zu Kakashi.
„Das hat er nicht von mir!“, stellte dieser sofort klar und hob abwehrend die Arme.
„Wie kommst du den auf Oma?“ Tsunade war nun wirklich neugierig. Sicher, sie fand es toll, das der kleine so einen Bezug zu ihr zu haben schien. Aber wie kam er darauf? Ein weiteres Mal ließ Kin die beiden Erwachsenen staunen und stellte sich vor Tsunade auf das Sofa. Er strich sanft über ihre Stirn, an der Stelle, wo eine kleine lila Raute zusehen war.
„Da“, sagte der Kleine darauf und nahm die Hand anschließend wieder weg.
„Kann er etwa sehen, was dein Siegel macht?“ Kakashi setzt sich aufs Sofa und zog Kin auf seinen Schoss. „Kannst du es sehen?“, fragte er darauf den Jungen nochmal und sah dem Kleinen in die Augen.
Tsunade schien noch über die Frage nachzudenken und so bekam sie nicht sofort mit, was Kin als nächstes machte. Er schob das Stirnband von Kakashis linkem Auge und sah in dessen Sharingan. „Da“, meinte der Junge ein weiteres Mal und legte seine rechte Hand auf die Wange seines Vaters.
„Tsunade, schau mal! Seine Augen…“ Kakashi starrte noch immer seinem Sohn in die Augen, welche fast so aussahen wie zuvor, mit einer kleinen Veränderung.
Kurz betrachtete sie Kins Augen, konnte auf dem ersten Blick jedoch nichts erkennen. „Sie sind golden. Was meinst du?“
„Die Punkte.“, meinte dieser nur und ein weiteres Mal blickte sie in die Augen des Jungen.
„Stimmt. Die waren da vorher nicht.“, stellte sie darauf fest und betrachtete weiter die Augen.
„Denk dir das Gold mal weg und mach ein Rot daraus.“
Leicht verwirrt kam Tsunade dem nach und begriff nun endlich, worauf Kakashi anspielte. „Sharingan… Imitiert er gerade dein Sharingan?“
„Möglich. Die Punkte sind die Gleichen, nur die Farbe ist anders. Sie sind auch erst aufgetaucht, nachdem er sich auf mein Sharingan fixiert hatte.“
„Papa?“, gab der Kleine kurz darauf von sich und sah seinen Vater fragen an. Seine Hand hatte Kin wieder aus Kakashis Gesicht genommen und die Punkte waren kurz darauf verschwunden. „Was möchtest du?“ Kin antwortete seinen Vater nicht. Stattdessen kniff er die Augen einmal kurz zusammen und blinzelte darauf einige Male, bevor er sich bei seinem Papa anlehnte und weg döste.
„Das scheint ihn angestrengt zu haben.“ Sanft strich Kakashi über Kins Rücken, worauf sich der Junge noch etwas näher an seinen Vater kuschelte. Tsunade untersuchte ihn kurz, nur um sicher zu gehen, das dem Kleinen nichts fehlte. „Ist aber alles in Ordnung. Er ist nur etwas müde.“
„Kurama, was genau ist das für eine Fähigkeit?“, wollte Kakashi kurz darauf vom Fuchs wissen. Dieser lag auf dem anderen Sofa und hatte bisher nur zugehört. Da der Junge nun aber zu schlafen schien, konnte er nun reden.
„Woher soll ich das wissen?“, war zunächst das Einzige, was sie als Antwort bekamen.
„Du hast ihm doch die Augen gegeben.“, merkte Kakashi darauf an und schien verwirrt.
„Das heißt aber nicht, das ich weiß, was sie machen.“, stellte der Kyuubi darauf klar und erklärte den Menschen seine Gedanken dazu: „Ich wollte ihn etwas einmaliges schenken, was ihn besonders macht. Ich hab mein Chakra in seine Augen fließen lassen, um ihre Farbe zu ändern. Das sich dadurch auch ein neues Don-Jutsu entwickelt, konnte ICH doch nicht ahnen.“
„Also noch eine Sache, über die ich Buch führen muss.“
„Was den noch?“, fragte Tsunade darauf verwundert.
„Schlafzeiten.“, deutete er kurz an seufzte darauf. „Gestern war er um 4 Uhr morgens wach und ich hab ihn erst gegen 23 Uhr ins Bett bekommen. Heute war er dann auch schon wieder um 5 Uhr auf den Beiden.“
„Das könnte an mir liegen.“, sprach der Fuchs und bekam zwei fragende Blicken zugeworfen. „Wir Dämonen haben allgemein mehr Energie und brauchen kaum Schlaf – und er hat immerhin etwas von meinen Genen in sich. Durch die Veränderung kann es sein, dass seine dämonischen Gene nun auch etwas aktiver sind als vorher. Wenn sie ihn in dieser Hinsicht beeinflussen sollten, dann braucht er nicht soviel Schlaf wie andere Kinder.“
„Oder anders ausgedrückt: Kin leidet an einer dämonischen Version von Hyperaktivität.“, kicherte Tsunade darauf und hätte fast laut losgelacht, als sie Kakashis entsetzten Blick bemerkte.
„Und ich Leide demnächst an Schlafmangel!“, seufzte dieser kurz darauf und schüttelte leicht den Kopf. Ein Hyperaktiver kleiner Halbdämon brachte ihn um den Schlaf. >Halbdämon? Konnte man das wirklich so bezeichnen?< Kakashi war es in diesem Moment egal.
„Versuch es mit Training. Der Einsatz von Chakra erschöpft junge Dämonen noch stark. Das sieht man ja gerade auch ganz gut.“, schlug der Kyuubi vor und dachte noch einen Moment darüber nach. „Aber es wäre besser, wenn das erste Training nicht in Dorfnähe stattfindet.“
„Warum nicht?“, fragten Kakashi und Tsunade gleichzeitig und waren verwirrt.
„Wir wissen nicht, was meine Gene bei ihm bewirkt haben. Als er das Siegel noch hatte, war alles, was zu mir gehörte, unterdrückt. Seine dämonischen Gene waren allgemein kaum ausgebildet. Bis auf seine Regeneration war nichts vorhanden. Wenn Kin hier in der Nähe sein Chakra so benutzt, das anderes das mitbekommen, und eine dämonische Präsenz zu spüren sein sollte, dann könnte das unangenehme folgen haben.
„Eben ist doch auch nichts passiert.“, wunderte sich Kakashi. Er hatte kein Chakra bei Kin spüren können, als dieser das Sharingan imitiert hatte, wodurch der Jonin nun noch mehr verwirrt war.
„Das war ein passiver Einsatz von Chakra. Er hat das Sharingan zwar eben mit seinem Don-Jutsu imitiert, aber ansonsten nicht benutzt, wodurch es passiv blieb. Ich rede vom aktiven Einsatz.“
Immer wieder etwas neues. Was sie heute nicht alles über Dämonen und den kleinen Kin lernten. Verwirrt waren Kakashi und Tsunade dennoch ein wenig und das sah Kurama ihnen auch an, weshalb er beschloss es noch etwas genauer zu erklären: „Bei uns Dämonen ist das halt ein Unterschied. Die Regeneration ist auch ein passiver Einsatz von Chakra. Wenn man dies jedoch bewusst benutzt, oder auf eine andere Person ausweitet, dann ist es wiederum Aktiv. Dafür ist Kin jedoch noch viel zu Jung und es bedarf sehr viel Training, um sich dabei nicht versehentlich selbst tötet.“
Verstanden hatte Kakashi nun, was Kurama gemeint hatte. Blieb nur noch das Problem mit dem Training. Wie bekam er Kin aus dem Dorf, um mit ihm zu trainieren? „So weit kann ich dir folgen. Bleibt nur noch die Frage, wie genau ich das mit dem Training machen soll. Mit dem Knirps auf eine Trainingsreise zu gehen wäre unklug. Zum einen ist er zu jung und zum anderen würde es auffallen, wenn ich immer längere Ausflüge mit ihm mache, nur um ihn zu trainieren…“
Einige Minuten überlegten sie, was man des bezüglich tun könnte, bis Tsunade einen Blick auf die Uhr warf und feststellte, das sie spät dran war. „Ich muss jetzt erst einmal zum Hokage und ihm Bescheid geben, das ich nun wieder aufbreche. Ich wollt mich vorher nur von euch Beiden verabschieden. Vielleicht hat er eine Idee, was wir machen können. Solang wirst du Kin anders beschäftigen müssen.“
Nickend stimmte Kakashi dem zu und meinte darauf: „Notfalls lass ich ihn einfach wieder mein Sharingan für einige Minuten imitieren, wenn er gar nicht schlafen will…“
Leise lachend verabschiedete sich Tsunade und machte sich auf den Weg zum Hokageturm.

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