[KH-alt] Kapitel 16 – Umstellung

Es war ein sehr langer Abend geworden. Kin frage die Männer über alles mögliche aus. Dazu zählten zum Leider der Männer auch unangenehme Dinge, welche unter anderem auch ihr Liebesleben betrafen. Für die Ninja war es seltsam mit einem kleinen Jungen darüber zu reden. Im Anschluss stellte der kleine Junge eine weitere unangenehme Frage. Er wollte wissen, warum sie ihm früher nie geholfen hatten.

Bei Kakashi war dies schnell geklärt. Er war immerhin Narutos geheimer Beschützer gewesen und erzählte das dem Jungen auch. Kurama bestätigte dies zusätzlich noch und von dem Moment an waren alle insgeheim noch vorhandenen Zweifel bei Kin komplett verschwunden und er freute sich um so mehr, das er nun einen Vater hatte – und das dieser Vater Kakashi war.
Nicht geholfen wurde ihm dagegen von Asuma und die Gründe dafür waren etwas kompliziert: „Nun, ich habe dir ja erzählt, das ich der Sohn von unserem Sandaime Hokage bin. Als Sohn eines Hokage ist das Leben nicht unbedingt einfach. Jeder erwartet etwas von dir und nie darf man ein Fehlverhalten zeigen.“, seufzte der Mann und schloss darauf die Augen bevor er weiter erzählte.
„Ich weiß von meinem Vater, dass der Ältestenrat damals beschlossen hat, dass du nicht von deinen Eltern oder dem Kyuubi wissen darfst, welcher in dir versiegelt war. Niemand durfte dir dies erzählen. Und auch vor dem Dorf blieben viele Details verborgen. Nur wenige, wie Kakashi und ich, wussten, dass der Yondaime Hokage dein Vater war und unter welchen Umständen der Kyuubi bei dir versiegelt wurde. Die Dorfbewohner und die Meisten Ninja wussten nur, dass der Fuchs in dir versiegelt war und hielten dich selbst sogar für den Fuchs und einen somit für einen Dämon. Letzteres stimmt zwar, wie sich ja jetzt herausgestellt hat, aber das ist für mich unwichtig, da mir schon immer der Charakter wichtiger war. Wie du schon weißt, hat Kakashi dich immer beschützt. Für ihn war das einfach, da er auch lange Zeit ein ANBU tätig war und ihn somit eh niemand erkennen konnte. Des weiteren hat er auch noch andere Möglichkeiten, wenn er nicht gesehen werden will. Das war bei mir anders. Ich war der Hokage Sohn und musste perfekt sein. Ich konnte meinem besten Freund nicht helfen, obwohl ich es hasse, wenn man Kindern etwas tut. Damit hätte ich öffentlich gegen die Beschlüsse des Rates agiert. Hätte ich wiederum gegen Kakashi gehandelt hätte ich meinen besten Freund und meine Prinzipien verraten. Somit hing ich immer zwischen den Stühlen und hielt mich einfach aus allem raus, so schwer mir das auch fiel. Meinem Vater gefiel dies übrigens auch nicht, aber auch er als Hokage konnte nicht gegen die Entscheidung des Rates handeln. Er war damals überstimmt worden und musste sich an den Beschluss halten. Als du zu Kin wurdest hat er das sofort ausgenutzt, um dich in bessere Hände zu geben. Niemand weiß, das Naruto noch lebt. Nur Vater, Tsunade, Iruka, Kakashi und ich. Für alle anderen bist du Kakashis Sohn und auch für den Ältestenrat ist Naruto offiziell Tod.“, schloss Asuma seine Erzählung und beim letzten Satz setzt er ein breites Grinsen auf. Er mochte die Ältesten nicht und fand es daher super Teil an einem Geheimnis haben zu dürfen, von welchem die Ältesten nichts wissen durften. Wie oft hatte man schon die Möglichkeit den Alten insgeheim eins reinzuwürgen?

Seit diesem Abend waren nun einige Tage vergangen. Ihren Weg hatte fortgesetzt und das Training vorerst ausgelassen. Durch den Zwischenfall mit den Banditen und der anschließenden Zwangspause hatten sie zu viel Zeit verloren, sodass sie diese nun zunächst wieder aufholen wollten. Zudem wollten sie den Jungen erst einmal etwas Zeit geben, sich umzustellen.
Erneut kamen sie zu dem See, an welchem sie ihre erste Nacht verbracht hatte. Bis nach Konoha war es nicht mehr weit und am nächsten Tag würden sie ihr Dorf erreichen. Zuvor mussten sie jedoch sicher sein, dass Kin nun mit seinem neuen ‚Ich‘ ausreichend klar kam. Trotz der übermächtigen Erinnerungen an sein Leben als Naruto hatte sich der kleine Junge schnell umgewöhnt. Mit seinem Namen war dies jedoch etwas schwieriger. Die Männer machten sich unterwegs absichtlich einen Spaß daraus, ihn immer mal wieder mit Naruto anzureden. Zu Anfang hatte Kin auch darauf reagiert, doch mit der Zeit hatte der Junge gelernt, dies zu Ignorieren.
Die größte Umstellung war für ihn jedoch, dass er ein 12-jähriger Junge war und nun im Körper eines 4-jährigen lebte. Durch seine überwiegend negativen Erlebnisse war Naruto weit aus schneller Erwachsen geworden und das immer fröhliche und grinsende naive Kind war nichts weiter als eine Fassade. Ein Trugbild, mit welchen er allen vorgegaukelt hatte, dass ihm die Missachtung seiner Mitmenschen nichts ausmachte.
Dieses sehr erwachsene Verhalten zeigte sich nun erneut und das war ein kleines Problem. Klein war dies Problem, weil es an sich nicht schlecht war, wenn er im Hinterkopf wie ein Erwachsener dachte. Immerhin besaß er durch seine dämonischen Gene einige Kräfte, mit denen er für anderen sehr gefährlich sein konnte. Durch sein älteres Denkverhalten war er aufmerksamer und konnte Probleme schneller erkennen und besser auf sich aufpassen, um andere nicht unnötig zu gefährden.
Solang er noch mit Kakashi und Asuma unterwegs war, stellte es kein Problem dar, wenn Kin sich älter verhielt als er aussah. Dennoch musste er lernen, sich auch seinem Alter entsprechend zu verhalten – und auch so zu reden. Da er jedoch schon als Naruto hervorragende Schauspielkünste bewiesen hatte, mussten sie nur noch einige kleine Macken ausgebügelt werden, welche zu sehr an Naruto erinnerten.
So kam es unter anderem, das sein „echt jetzt“ komplett aus seinem Vokabular gestrichen wurde. Ramen war nicht mehr sein Leibgericht und gab es allerhöchstens einmal in der Woche – was bei dem Jungen natürlich für einigen Protest sorgte, aber da musste er durch. Orangene Kleidung war tabu, was er wiederum befürwortete, da er die Farbe ohnehin nicht ausstehen konnte. Und zu guter Letzt wurde ihm von Kakashi auch noch seine Eigenkreation verboten: das „Sexy-Jutsu“. Dafür war immerhin Naruto bekannt und der kleine Kin hat den blonden Chaoten nie kennengelernt. Zeit technisch gesehen zumindest, wenn man von der erdachten Geschichte ausgeht. Kin dürfte dieses Jutsu daher nicht einmal kennen.

An diesem Tag am See gab es zum ersten Mal wieder Training für Kin. Da Naruto bereits zur Akademie ging und auch das Abschlussjahr besuchte hatte, wollten sie Wissen, wie es um seine Fähigkeiten stand. Das war immerhin ein unterschied für den Jungen, da er jetzt zwar körperlich jünger war, dafür auch stärker als zuvor.
Durch seine Verletzung viel Kakashi noch immer aus und so übernahm Asuma das Tai-Jutsu Training. Dabei musste der Mann ganz schön einstecken, bis der Junge das richtige Kraftmaß gefunden hatte. Letztlich brach Asuma schon nach einer halben Stunde ab. Kin hatte  herausgefunden, wie stark er zuhauen durfte, um niemanden ernsthaft zu verletzten. Das hatte bei Asuma allerdings für einige blaue Flecke gesorgt. Dem Mann tat alles weh und er fühlte sich, als wäre er von einer Dampfwalze überrollt worden.
Die nächsten Trainingseinheiten bestanden darin, das Kin erneut lernte, mit seinem Chakra umzugehen. Dies hatte nun eine andere Konsistenz als früher und auch war das Siegel nun nicht mehr vorhanden. Den Unterschied bemerkte der Junge sofort, denn es war nun viel einfacher für ihn sein Chakra zu formen und an bestimmten Punkten zu konzentrieren. Nachdem er einige Jutsus aus der Akademie getestet hatte war er noch mehr erstaunt. Sie haben alle auf Anhieb funktioniert. Sogar das >Jutsu der Doppelgänger<, welches ihm früher immer die größten Probleme bereitet hatte. Anschließend ließen sie den Jungen üben, wie man mit Hilfe des Chakras die Bäume hoch läuft. Da hatte den Junge allerdings schnell raus, weshalb sie ihn die gleiche Übung auf dem Wasser ausführen ließen, jedoch ohne ihm diesmal eine Anweisung zu geben. Er sollte es selbst herausfinden und damit war er dann einige Stunden beschäftigt.
Am Abend saßen sie Gemeinsam am Feuer. Die beiden Jonin spielten erneut Shogi, während Kurama seinem Sohn einfach nur kuschelte. Die letzten Tage hatte Kin sehr genossen und die Hoffnung war stark, das sein Leben nun besser verlief, als früher. Allerdings wusste er auch, das es erneut kompliziert werden konnte, da er nun einmal anders war. Viele Erinnerungen der letzten 19 Tage waren bereits zurückgekehrt. Meist dann, wenn seine Väter ihm von diesen Tagen erzählt hatten. Er konnte sich wieder an seine drei neuen Freunde erinnern und auch daran, das er von Sora einen Kuss bekommen hatte. Das war sein erster Kuss gewesen und auch wenn dieser nur auf die Wange war, er freute sich sehr, dass diese Erinnerung nicht verloren war.
Eine Weile grübelte der Junge vor sich hin und nach einiger Zeit schweiften seine Gedanken zu seinen Geburtstagen ab, welche er bisher immer allein und in Angst verbracht hatte. Ein Grinsen schlich sich in sein Gesicht, denn er wusste, dass er seine Geburtstage jetzt nicht mehr hassen würde. Er hatte jetzt zwei Väter, die ihn beschützen und er hatte Freunde, mit denen er Spaß haben würde.
„Du Papa?“, sprach Kin darauf den Hatake an, da sich in ihm eine Frage festgesetzt hatte, welche unbedingt geklärt werden musste.
„Welcher?“, kam darauf allerdings nur von dem Mann und er machte sich nicht einmal die Mühe, seinen Jungen anzuschauen. Stattdessen war sein Blick hochkonzentriert auf das Shogibrett gerichtet.
Ein genervtes Seufzend war von Kin zu vernehmen, eher er leicht gereizt antwortete: „Welcher wohl! Kurama ist zwar auch mein Papa, aber ich werde ihn sicher nicht so anreden. Sonst verplapper ich mich nochmal. Das vermeide ich doch lieber.“
„Stimmt, das wäre besser. Also, was ist los?“ Kakashi hatte sich nun doch zu Kin umgewandt und sah seinen Sohn fragend an.
Nachdenklich schaute Kin zum bereits dunklen Himmel. Der Mond war zu sehen und an vielen unbewölkten Stellen konnten man die Sterne sehen. „Ich hab gerade über meine Geburtstage nachgedacht. Die waren ja bisher am 10. Oktober, aber das wurde doch sicher auch geändert, oder?“
„Ja, das habe wir geändert.“, bestätigte darauf sein Vater und begann zu grinsen, als seinem Jungen bereits die nächste Frage aus dem Mund schoss.
„Und wann hab ich jetzt Geburtstag?“, wollte der Kleine unbedingt wissen und sah seinen Vater mit großen Augen an.
„Am 1. Januar.“, lautete die Antwort.
„Cool!“, freute sich Kin, als er das neue Datum hörte, während sein Vater auf diese Reaktion nur den Kopf schüttelte.
„Noch so ein Wort. Wenn das so weiter geht, muss ich eine Liste machen, damit ich mir auch alle merken kann.“, seufzte Kakashi und warf Asuma einen bösen Blick zu, da dieser auf sein Kommentar hin angefangen hatte zu lachen. „Kin, cool ist auch tabu. Damit wartest du bitte, bis du in die Akademie gehst und es dort ein paar Mal gehört hast.“
„Wenn es sein muss!“, schmollte der Junge darauf und wandte sich wieder dem Sternenhimmel zu.
Da diese Frage nun geklärt war und Kin offenbar auch keine weitere mehr hatte, wandte Kakashi sich wieder dem Shogi zu. Einige Momente ruhte der Blick auf den Spielsteinen. Da stimmte doch etwas nicht!
„Du mogelst!“, stellte der Hatake darauf fest und warf seinem Gegner einen mehr als tödlichen Blick zu. Asuma jedoch legte einen ‚Ich bin total Unschuldig‘-Blick auf, wandte sich einen kurzen Moment den Sternen zu und war dabei mehr als froh, das Blicke nicht töten konnten. Oder doch? Kakashi hatte immerhin ein Sharingan. Nun bekam der Ältere eine unangenehme Gänsehaut. Ja, Asuma war älter als Kakashi. Ganze zwei Jahre älter. Krampfhaft versuchte der Mann seine Gedanken in ein anderes Thema zu lenken. Kin hatte nun also an Neujahr Geburtstag. Das war ein schönes Datum. Man konnte super Reinfeiern und es gab um Mitternacht sogar Feuerwerk. Ein schönes Datum für den Jungen, da hatte der kleine jetzt sicher viel Freude an seinen Geburtstagen. Die hatte er zuvor ja leider nicht.
„Hat an Neujahr nicht auch Gai Geburtstag?“, schoss es Asuma darauf durch den Kopf und er sprach den Gedanken auch sofort laut aus.
„Ähm. Kann sein …“, meinte Kakashi darauf nachdenklich und kratze sich zusätzlich noch am Hinterkopf. Er war sich leider nicht sicher.
„Ich dachte, du wärst so gut mit ihm befreundet.“, wunderte sich Asuma und wandte seinen Blick nun auch wieder zu Kakashi, welcher einen recht genervten Eindruck machte.
„Als Freundschaft würde ich das nicht unbedingt bezeichnen.“, kam darauf von dem Hatake, dessen Aufmerksamkeit wieder auf dem Shogibrett lag. Was auch immer Asuma da heimlich verändert hatte, der Mann hatte sich damit selbst ins Aus befördert. Einen Zug später starrte der Sarutobi verwundert auf das Spielbrett. Kakashi hatte ihn Schachmatt gesetzt.
„War Gai der Typ in dem grünen Strampelanzug?“, kam es in einem total naiven kindlichen Ton von Kin. So wie der Junge die Frage gestellt hatte (sowohl von den benutzten Wörtern, wie auch von der Tonlage) hätte in diesem Moment niemand bezweifeln können, dass der Junge erst 4 Jahre alt war.
Zunächst hatten die Jonin noch versucht sich zusammenzureißen, doch war beiden Schnell aufgefallen, das es unmöglich war, weshalb sie nun lauthals lachen am Boden lagen. Nach einigen Minuten konnte sich Kakashi soweit zusammenreißen, dass er seinem Sohn zumindest eine Antwort geben konnte. „Ja, genau der!“ Anschließend kam ihm allerdings sofort wieder die Bezeichnung Strampelanzug in den Sinn und sein Lachflash begann von neuem.
Nach einigen weiteren Minuten musste Kakashi sich dann dazu zwingen, das Lachen einzustellen, weil ihm bereits schmerzhafte Stiche durch die Seiten zogen und er unter anderem Mal wieder auf seinem Verletztem Arm gelandet war. Zwar war die Pfeilverletzung gut verheilt, dennoch musste er seinen Arm noch schonen – und  sonderlich angenehm fühlte es sich ebenfalls nicht an.
Die Dämonen schauten dem Spektakel von der Seite aus zu. Sie hatten den Witz offenbar verpasst und wunderten sich über den offenbar schrägen Humor der Menschen. Vor allem Kin wunderte sich, da er nicht wusste, was er gesagt haben sollte. Immerhin fing das Gelächter direkt nach seiner Frage an.
Traurig dachte er an seinen letzten Geburtstag zurück. Er hatte ihn gesehen gehabt, diesen Gai: „Ich hab ihn an meinem Geburtstag gesehen – bevor ich gestorben bin. Er hat mich vor drei Schlägern gerettet.“

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