[KH-alt] Kapitel 1 – Die ersten Tage

Nach dem sie einige grobe Einzelheiten bezüglich Narutos Tod und Kins Geburt geklärt hatten, gab der Hokage die Meldung heraus, das er das diesjährige Fest zum Gedenken an den Yondaime absagte und es am Abend stattdessen eine Dorfversammlung gab wo JEDER zu erscheinen hatte.
Dies gefiel den Bewohnern natürlich nicht und so waren sie am Abend ziemlich angefressen, als sie zur Versammlung erschienen. Für Kakashi hatte sich der Hokage einen Ort gesucht, wo dieser entspannt zuhören konnte, aber nicht gesehen wurde, da dieser Kin auf dem Schoss hatte und den Kleinen an diesem Abend noch niemand sehen sollte.

Sowie das Dorf weitgehendst vollständig versammelt war, begann der Hokage den Bewohner den Grund für den Ausfall des Festes zu vermitteln: Jemand hatte Naruto getötet!
Das einige sich freuen würden, hatten sich der Hokage, Tsunade, Kakashi und Iruka schon gedacht, aber das ein derartiger Jubel ausbrechen würde, darüber waren sie zum einen erstaunt und zum anderen machte es sie wütend. So ging der Hokage dazwischen und wies sein Dorf auf sehr strenge Art zurecht, wobei er sich zusammenreißen musste, um nicht einfach los zu brüllen. Da die Bewohner sich derart über den Tod des Blonden freuten, beschloss er das Geheimnis um dessen Geburt zu lüften und gab sowohl die Namen der Eltern, wie auch die Details Preis, welche mit der Geburt in Zusammenhang standen.
Viele Gesichter zeigte Schock, die Meisten auch Reue und einige wenige zeigten Unglauben, als sie hörten, wessen Kind der Junge war. Sie hatten den Yondaime gefeiert und seinen Sohn getötet.
Zu guter Letzt forderte der Hokage diejenigen auf, welche Schuld am Tod Narutos waren, dass sie sich bitte freiwillig bei ihm melden. Er wüsste bereits, welche Personen verantwortlich waren, und sie hätte eine Woche Zeit zu ihm zu kommen, sonst würde er seine ANBU aussenden.
Wer genau es war, wusste der Hokage zu dem Zeitpunkt noch nicht, jedoch hatte er bereits einige Einheiten, welche daran arbeiteten.

Für die neue kleine Familie gab es am nächsten Tag einige Dinge zu bewältigen. Körperlich gesehen war Kin gesund und fähig alles zu tun. Er bewegte sich, wie jedes andere Kind in seinem Alter. Geistig hingegen gab es einige Wissenslücken. Das er nicht sprechen konnte, hatte sie ja bereits festgestellt und so mussten sie ihm dies natürlich zunächst beibringen. Die erste große Herausforderung sollte jedoch nicht das Sprechen sein. Den Jungen auf die Toilette zu setzen war weitaus schwieriger. Nach einigen Fehlversuche verstand er jedoch den Sinn darin und von da an klappte es auch.
Motorisch gesehen lernte Kin sehr schnell, was er nicht konnte. Er konnte sich schnell (fast) allein anziehen und aß auch allein – wenn auch mit den Fingern, den mit den Essstäbchen kam er nicht sofort klar. Aus Bechern oder Gläsern trinken klappte ebenfalls sehr schnell. Geistig lernte er auch schnell und verstand alles, was man ihm erklärte. Nur sprechen wollte er nicht, bis auf Papa,  womit er bereits am ersten Abend Kakashi bezeichnete, wollte er zunächst nichts sagen.
Tsunade hatte sich um eine Geburtsurkunde gekümmert und zur Sicherheit auch einen Vaterschaftstest gemacht – dessen Ergebnis  sie natürlich gefälscht hat. Es sollte niemand eine Möglichkeit finden, den kleinen von Kakashi wegzuholen.
Der Hokage kümmerte sich derweil um eine neue Wohnung für Kakashi, da dieser bisher in einer kleinen 1-Zimmer Wohnung untergebracht war und mit einem Kind jetzt etwas größeres brauchte. Den Umzug verbrachte Kin in seinem neuen Zuhause, in dem er am Küchentisch saß und malte. Tsunade passte auf den Jungen auf und machte dabei die Wohnung sauber, während Kakashi mit Iruka seine Sachen holen ging.
Auch Kurama bekam sein Platz in der neuen Wohnung und war offiziell ein Haustier, was Kin mitgebracht hatte. Sprechen war ihm damit untersagt, sobald ’nicht eingeweihte‘ in der Nähe war. Auch mit Kin sollte er vorerst nicht reden, solang der Junge dies noch nicht verstand.

Am Abend dieses Tages saßen Kakashi, Iruka und Tsunade nochmals zusammen und feilten die Details aus. Kin lag bereits in seinem Bett, welches er jedoch nicht sofort akzeptieren wollte. Kakashi musste sich dazu legen und warten, bis der Junge eingeschlafen war. Solche Abende würde sicher noch öfter auf den Mann zukommen.
„Was antwortest du, wenn dich jemand fragt, wo der kleine herkommt?“, fragte Tsunade an den jungen Vater gewandt, als dieser wieder zurück ins Wohnzimmer gekommen war. Er musste die Details glaubwürdig rüber bekommen, damit niemand einen verdacht hegte.
„Er hat nachts vor meiner Tür gestanden mit einem Brief und seinem kleinen Fuchs. In dem Brief stand, das ich der Vater des Jungen wäre und auf ihn aufpassen soll.“, antwortete dieser.
„Wann war das?“, fragte sie weiter.
„Ende September war das bereits.“
„Warum hat das vorher niemand mitbekommen?“
„Er war Krank und wurde deswegen nicht im Dorf gesehen. Du hast ihn vom ersten Tag behandelt. Jetzt ist er wieder Gesund.“
„Bist du wirklich sein Vater?“, fragte diesmal Iruka.
„Zu Anfang wollt ich es nicht glauben, aber Tsunade hat es überprüft und ich bin wirklich der Vater.“
„Wer ist die Mutter?“
„Wissen wir nicht und Kin offenbar auch nicht.“
Kakashi seufzte. Das waren zwar nicht viele Details, aber dennoch musste er sie immer wieder durchgehen. So sehr, bis er selbst daran glaubte, das sie wahr sind. Auch wenn er die Wahrheit kannte.
„Was wollen wir sagen, wenn uns jemand fragt, was der kleine hatte? Immerhin behaupten wir ja, er wäre zu Anfang Krank gewesen.“, wollte Kakashi darauf von Tsunade wissen.
„Ich hab beobachtet, das kleine Verletzungen recht schnell heilen. Ich musste ihm ja auch Blut abnehmen, da ich morgen seine DNA untersuchen werde. Bei den Einstichstellen konnte ich zuschauen, wie sie innerhalb von wenigen Sekunden vollkommen verschwunden waren. Wie das bei größeren Kratzern oder Verletzungen aussieht, kann ich nicht sagen. Ich könnte in seiner Akte einen Eingriff am Blinddarm vermerken. Wenn der später nochmal Probleme machen sollte, dann behaupten wir einfach, der wäre wieder nachgewachsen – was bei der rapiden Regeneration von Kin nicht einmal so abwegig klingen würde. Das wäre unter anderem auch ein Grund, warum der Jung länger im Krankenhaus gewesen sein könnte und es sind vom Ende September nun immerhin knapp 2 Wochen, die er angeblich schon hier ist.“, schloss Tsunade ihre Überlegungen und seufzte einmal. Die Männer hatten ihren Gedanken aufmerksam gelauscht und nickten darauf.
„Die Erklärung ist gut. Vor allem da wir nicht wissen, ob er noch immer so resistent gegen die typischen Krankheiten ist, wie zuvor. Ich weiß, das Kushina damals auch einen Eingriff am Blinddarm hatte, obwohl sie als Jinchuuriki gegen fast alles resistent war.“, deutete Kakashi und Tsunade nickte darauf.
„Das Stimmt. Würde ich ihm eine typische Kinderkrankheit andichten und danach stellt sich raus, das er aber resistent dagegen ist, dann würde das spätestens in ein paar Jahren auffallen.“
„Und was machen wir jetzt?“, fragte Iruka nach einigen Momenten der Stille und gähnte darauf herzhaft.
„Ich werde mir morgen seine DNA genauer anschauen und mich auch um die Akten im Krankenhaus kümmern, damit Kin offiziell da war. Dann bin ich erst Mal wieder weg. Ich kann Shizune nicht zu lang mit Jiraiya allein lassen. Er ist recht Anstrengend und stellt sicher einen Haufen Dummheiten an, mit denen er Shizune nur überfordert.“, deutete Tsunade an und seufzte bei dem Gedanken an ihren Freund und ‚Pflegefall‘.
„Immer noch so schlimm?“, wollte Kakashi darauf wissen. Er machte sich auch große Sorgen im den alten Kauz. War dieser doch ein guter Freund und der Sensei seines Senseis gewesen.
„Minatos Tod hat ihr sehr aus der Bahn geworfen. Ich will gar nicht wissen, wie er darauf reagieren wird, das nun auch Naruto  nicht mehr lebt.“ Tsunade wandte ihren Kopf in die Richtung der Tür hinter der Kin sein Zimmer hatte. „Der Kleine ist nicht mehr Naruto Uzumaki. Er ist Kin Hatake und dein Sohn Kakashi. Naruto IST Tod. Das muss uns allen bewusst sein, wenn wir verhindern wollen, das jemand die Wahrheit erfährt. Nur so können wir den Kleinen beschützen.“
Ein weiteres Mal trat Stille ein und Kakashi ließ sich die Worte nochmal durch den Kopf gehen. Er musste sie sich verinnerlichen.
„Iruka, sag mal…“, begann er einige Minuten später und sah den angesprochenen an. „Was hältst du davon Kins Pate zu werden?“
„Was?“ Iruka sah Kakashi erstaunt an und wusste zunächst nicht was er antworten sollte.
„Ich werde sicher trotz der Tatsache, das ich nun Vater bin, ab und an einige Missionen machen müssen. Es muss ja auch Geld reinkommen. Du bist der einzige, dem ich Kin anvertrauen würde, wenn ich nicht im Dorf bin. Neben dir Tsunade natürlich, aber du hast ja mit Jiraiya genug zu tun.“, erklärte er seine Gedanken und sah beim letzten Satz Tsunade an, welche zustimmend nickte.
„Ich wäre gern Kins Pate.“, gab Iruka mit einem lächeln zu und freute sich, das er weiter an dem Leben des kleinen Teilhaben durfte.

Der darauf folgenden Morgen begann für Kakashi früher als erwartet. Kin war bereits um vier Uhr morgens auf den Beinen, hell wach und wollte spielen. Vorzugsweise mit seinem Papa, in dessen Bett er gekrochen war. Kakashis Begeisterung hielt sich in grenzen und erreichten recht schnell den Nullpunkt, als er einen Blick auf die Uhr warf. Aber da musste er nun durch. Gedanklich machte er sich schon eine Notiz dafür, dass er die Schlafzeiten seines Sohnes in den nächsten Tagen beobachten sollte. Notfalls würde er Kin einfach etwas später ins Bett bringen, damit der Junge morgens etwas länger schlief.
Eine Zeit lang tobten sie in Kakashis Bett herum, bis ein lautes Grummeln zu vernehmen war, welches eindeutig von Kins Bauch zu kommen schien. Verwundert schaute der Junge zu seinem Bauch hinab und wusste den Grund für das Geräusch nicht einzuordnen.
„Tja, dein Bauch kann auch reden.“, kicherte Kakashi, der den verwirrten Blick seines Sohnes niedlich fand.
„Warum?“ Nun war Kakashi überrascht. Ein neues Wort!
„Du hast Hunger.“
„Warum?“
„Ähm…“ Ja? Was antwortet man jetzt darauf? Kann man einem 4 Jährigen schon erklären, warum man Hunger hat und das der Körper Nahrung braucht? Wohl eher nicht. Allerdings wusste Kakashi nicht, wie er dies sonst erklären soll. „Erkläre ich dir später. Komm mit in die Küche, da bekommst du was zu knabbern.“, wich er der Frage schließlich aus und rechnete schon mit dem nächsten ‚Warum?‘, doch sollte dies ausbleiben.
Es war noch immer sehr früh, gerade mal sechs Uhr morgens. Viel zu früh für Kakashis Geschmack, um schon zu frühstücken. Doch konnte er den Kleinen ja auch nicht hungern lassen, wenn dessen Bauch schon lautstark um Beschäftigung bettelte. Vorerst müsste sich Kin mit Cornflakes begnügen. Richtig frühstücken würden sie später.
Während Kakashi eine Schale aus dem Küchenschrank kramte, krabbelte Kin bereits auf einen Stuhl am Küchentisch und schaute anschließend neugierig seinem Papa zu.
Mit Milch oder lieber ohne? Eine Antwort würde Kakashi wohl nicht bekommen, daher stellte er dem Jungen die Schale Cornflakes zunächst ohne Milch hin und ließ den Jungen üben, mit einem Löffel umzugehen. Immerhin war dies das erste Mal für Kin, das er einen Löffel benutzte und so gab es keine unnötige Sauerei.
Amüsiert beobachtete Kakashi nun, wie der kleine Kin versuchte die Flakes auf seinem Löffel zu behalten. Es dauerte nicht lang und der Knirps hatte den Bogen raus, wodurch Kakashi sich nun von einem anderen Gedanken ablenken ließ. Eine Kleinigkeit hatte er bisher völlig verdrängt und nun sollte er sich doch mal überlegen, was er nun machen sollte. Maske oder keine Maske? Zu Hause, wenn er mit Kin allein war, würde er sie natürlich ablassen. Aber was machte er im Dorf? Er liebte es, ein Geheimnis daraus zu machen, was sich hinter der Maske verbarg. Aber wie sollte er Kin erklären, warum er im Dorf mit Maske herum lief und zuhause nicht? Er war sich auch nicht sicher, wie Kin allgemein darauf reagieren würde, wenn er die Maske nun wieder aufsetzte.
Seufzend und noch immer unschlüssig wandte er seine Gedanken wieder zu Kin und seinen Cornflakes. Der Knirps war fertig und schaute seinen Papa mit fragenden Blick an. Jedes andere Kind könnte Kakashi nun fragen, was der Junge möchte, doch nicht bei Kin. Noch nicht. Dafür müsste der Junge zunächst etwas mehr reden.
„Möchtest du mehr?“, fragte er den Jungen, doch Kin schüttelte nur den Kopf. „Möchtest du etwas trinken?“ Diesmal schien Kin zu überlegen und öffnete und schloss den Mund mehrmals, bevor er ein unsicheres „Ja“ heraus brachte, was mehr nach einer Frage, als nach einer Antwort klang.
Lächelnd schaute Kakashi den Jungen an und schüttelte leicht den Kopf. „Du brauchst keine Angst zu haben. Selbst wenn die Worte noch falsch rüber kommen sollten, vor mir kannst du alles sagen. Jedes Kind brabbelt anfangs Unsinn, wenn es sprechen lernt. Trau dich einfach.“ Es war ein Versuch den Jungen etwas Mut zu machen. Bisher war Kin sehr still gewesen, aber vielleicht redete er demnächst ja wirklich etwas mehr.
„Und was möchtest du nun trinken?“, wollte er kurz darauf wissen und drehte sich bereits zum Schrank, um ein Glas heraus zu nehmen.
„Saft.“ Mit einer so direkten Antwort hatte Kakashi nun nicht gerechnet. Eher hatte er angekommen ein weiteres Mal rätseln zu dürfen.
Den Vormittag wollte Kakashi mit seinem Jungen im Dorf verbringen. Einige Sachen hatten sie am Vortag schon besorgt, jedoch fehlte dem Jungen noch etwas Kleidung zum wechseln und auch um essen musste er sich noch kümmern. Das würde ein langer Tag werden. Nachdem er dem Jungen ein Glas Saft gegeben hatte, ging er ins Bad um sich frisch zu machen. Es war nun schon fast sieben Uhr und Kin musste ja auch noch fertig gemacht werden.
Anschließend in seinem Zimmer fiel Kakashis Aufmerksamkeit jedoch zunächst auf etwas anderes. Sein Icha-Icha Buch lag auf dem Nachttisch. Noch konnte Kin zwar nicht lesen und in dem Buch gab es zum Glück keine Bilder, aber für die Zukunft musste er sich einen anderen Platz dafür suchen. Ob Kin wohl auch Bücher mochte? Vielleicht sollten sie auch einen Stop im Buchladen machen und nach einigen Büchern schauen, die für Kin geeignet waren. Das würde wirklich ein langer Tag werden.
Bei einem Blick in seinen Kleiderschrank fiel Kakashi schließlich auf, das er selbst kaum neutrale Kleidung besaß. Seine Uniformen dominierten den Inhalt des Schrankes und neben den Shorts gab es nur noch zwei normale Shirts. Er selbst sollte sich vielleicht auch noch das ein oder andere zulegen.
Eine Stunde später stand Kakashi in einem blauen Shirt und einer schwarzen ANBU Hose – und ohne seine Maske – im Flur und hatte es endlich geschafft Kin einzufangen. Der Junge wollte sich zunächst nicht umziehen und flüchtete. Letztlich fand er das fangen Spielen so lustig, das er nicht mehr aufhören wollte. Nun wurde aber auch Kin umgezogen und bekam ebenfalls ein blaues Shirt an und dazu eine kurz blaue Hose.
Kurze Zeit später ging es dann auch schon los ins Dorf.

Gegen Mittag standen Vater und Sohn vor dem Buchladen und schauten sich einige Bücher an, welche vor dem Laden angepriesen wurden. Kakashi hatte einen guten Tag erwischt, den heute waren viele Kinderbücher für den halben Preis im Angebot. Kin blätterte gerade einem Buch mit vielen Tierbilden, als eine kleine Gruppe auf die beiden zukam.
„Kakashi, bist du das?“, fragte ein großgewachsener Mann mit dunklen Haaren. Er trug einen grünen Kampfanzug und die Weste der Konoha-Nin.
Kakashi atmete einmal tief durch und drehte sich zu dem Mann um, von dem er angesprochen worden war. „Wer sollte ich den sonst sein? Hallo Gai.“ Eigentlich wollte Kakashi keine Regung zeigen, aber bei diesem verwirrten Blick seines Rivalen musste er schmunzeln.
„Du trägst keine Uniform – und auch keine Maske.“ Die Verwirrung war perfekt. Wenn er gewusst hätte, das er Gai so einfach aus seinem Konzept bringen konnte, dann hätte er dies schon viel früher mal gemacht. Die anderen Drei waren eher sprachlos, aber nicht wegen Kakashi, den kannten sie ja kaum. Eher waren sie verwundert, weil ihr Sensei so verwirrt war. Lange kannten sie den zwar auch noch nicht, da sie erst seid einigen Wochen seine Schüler waren, aber so hatten sie ihn bisher noch nicht gesehen.
„Ich wurde beurlaubt.“, meinte Kakashi nach einigen Minuten, in denen er von Gai angestarrt wurde.
Gai wollte dieser Aussage nicht glauben. Kakashi und Urlaub? Niemals! Da war doch etwas faul. „Hast du was angestellt?“, wollte er wissen und sah seinen Rivalen gespannt an.
„Nein, natürlich nicht.“ Kakashi verdrehte etwas genervt die Augen. Was Gai nur wieder dachte… Der Typ hatte echt einen Knall. Wie er wohl reagiert, wenn er den Grund kennt? Kakashi musste schmunzeln. „Ich bin nur … unerwartet Vater geworden.“, gestand er und kratzte sich am Kopf.
Der Schock stand Gai ins Gesicht gemeißelt. Mit großen Augen stand er da und starrte seinen Rivalen an. Kakashi… Vater… Kakashi… WAS BITTE? „Du willst mich wohl veralbern?“
„Nein, das war ernst gemeint.“ Kakashi drehte sich halb und warf einen Blick auf Kin. Dieser hatte das Buch bereits zur Seite gelegt und schaute zu seinem Vater – unschlüssig, ob er zu seinen Vater gehen oder lieber dort warten sollte. „Komm her Kin, die beißen nicht.“, winkte Kakashi den Jungen heran und nahm den kleinen an die Hand. Er hatte in den letzten Stunden bemerkt, das Kin bei Fremden recht schüchtern war.
„Die Ähnlichkeit ist verblüffend.“, stellte einer von Gais Schülern fest. Sein Name war Lee.
„Ist der niedlich.“ Die Bemerkung kam von Tenten, dem Mädchen des Teams.
„Die Augen sind anders. So eine Farbe ist sehr ungewöhnlich.“ Das kam von Neji. Dieser Junge war mehr der ruhigere der Genin Gruppe und sonst eher der abweisendere Typ, daher überraschte es Kakashi etwas, das dieser sich doch tatsächlich vor Kin hockte und sich die Augen genauer ansah. Kin hingegen schien gleichermaßen fasziniert und schaute in Nejis Augen, als wenn er ahnten würde, das an diesen etwas anders ist.
„Du und Vater. Ich glaub es nicht.“
„Nicht nur du Gai, ich kann es auch noch nicht wirklich glauben. Aber er ist mein Sohn.“ Kakashi war dankbar für die ständigen Wiederholungen des gestrigen Abends. Wenn er sich die Tatsache nicht hunderte von Malen erneut ins Gedächtnis eingebrannt hatte, dann wäre die Situation nun wohl etwas schwieriger. Doch zu seiner eigenen Überraschung fiel es ihm nun recht leicht die Behauptungen glaubhaft rüber zu bringen.
„Jeder, der was anderes behauptet, musste Blind sein.“
Noch eine Weile redeten sie mit einander und Neji half dabei einige Bücher für Kin auszusuchen. Durch seine kleine Cousine Hanabi, welche nicht viel älter war, wusste er noch, welche Art Bücher für das alter geeignet war. Tenten half beim aussuchen einiger Kleidungsstücke und Lee tobte mit Kin ein Weilchen über den Spielplatz.
Zu Kakashis Überraschung, war am Abend dieses doch recht aktiven Tages, noch immer kein Ende in Sicht. Nach dem Abendessen tobte der Junge noch eine ganze Zeit weiter. Wo nahm der Knirps nur die Energie her? Kakashi war schon völlig am Ende. Zuerst um vier Uhr morgens aufstehen, dann den ganzen Tag Aktion und nun? Er war kurz vorm einschlafen und Kin zeigte nicht einmal den kleinsten Anschein von Müdigkeit. Es war schon fast elf, als der kleine zu Kakashi aufs Sofa krabbelte und an seinen Vater angekuschelt einschlief.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s