[KH-alt] Prolog

Fast absolute Stille, die nur vom Flüstern des Windes gelegentlich unterbrochen wurde. Der Schein des Mondes und das glitzern der Sterne, die ewig währenden Beobachter am Himmelszelt. Das kühle Lüftchen, was ihn umwehte. All dies genoss er, als er in dieser Nacht auf das Dorf hinab blickte.
Noch schlummerte Konoha friedlich vor sich hin. Eine Ruhepause, die nicht nur die Bewohner hatten, sondern auch sein Schützling. Doch lang würde diese Pause nicht mehr anhalten. Wie auch in den letzten Jahren hatte Kakashi es sich auf dem Steinkopf des 4. Hokage niedergelassen. Es war zur Gewohnheit geworden, dass er die Nacht zum 10. Oktober an diesem Ort verbrachte. Nachdenklich und in Erinnerungen versunken, statt sich wie alle anderen Bewohner zuhause und im Bett zu befinden.

Es war der 12. Todestag seines Senseis Minato Namikaze, welcher damals zum 4. Hokage ernannt wurde. Der Grund, warum er sich ausgerechnet auf diesem Steinkopf niedergelassen hatte. Für ihn war diese Nacht die Ruhe vor dem Sturm – und der erwartete Sturm war es, der ihm jedes Jahr aufs Neue den Schlafen raubte. Er wusste nur zu gut, wie sich die Bewohner an diesem Tag verhielten. Sein Freund und Lehrer war sein Ruhepol, von dem sich Kakashi die Kraft erhoffte, diesen Tag zu überstehen.
Langsam hellte sich der östliche Horizont sich auf. Nicht mehr lang würde es dauern, bis auch die Sonne sich zeigen würde und ein neuer Tag begann. Ein weiterer 10. Oktober war angebrochen und ein weiteres Jahr war somit vergangen. Für seinen Schützling Naruto war heute der 12. Geburtstag. Für die Bewohner war der Junge nichts weiter als ein Monster, dem sie das Leben schwer machten.
Speziell an den Geburtstage musste Naruto einiges ertragen und nicht immer war Kakashi rechtzeitig zur Stelle, um dem Jungen zu helfen. Es war nicht einfach ein Kind, vor dem man sich nicht zeigen durfte, vor einem ganzen Dorf zu beschützen. Doch Kakashi tat es gerne. Immerhin war der kleine Naruto der Sohn von seinem Sensei und fast wie ein kleiner Bruder für ihn. Er würde so ziemlich alles für den Kleinen tun – und dieser Tag würde sicher wieder einige Anstrengungen von ihm fordern.
Die Zeit verging und langsam erhob sich der leuchtende goldene Ball am Horizont. Die nächtliche Ruhe war dahin. Bereits in diesen frühen Morgenstunden war auf den Straßen Konohas einiges los, wie Kakashi von seiner Position aus sehr gut erkennen konnte. Die ersten Geschäfte öffneten und auch einige Ninja waren bereits unterwegs, manche zum Training, andere zum Hokage.
Einige Minuten konnte der Hatake noch dort oben sitzen und dem Treiben zusehen, doch dann musste auch er sich langsam auf den Weg machen.

Etwas später streifte Kakashi durch die Straßen Konohas und beobachtete die freudigen Gesichter der Dorfbewohner und die hektischen Vorbereitungen für den Abend. Wie in jedem Jahr am 10. Oktober wurde ein Fest zu Ehren des 4. Hokage gefeiert, ihren Helden. Wenn sie doch nur wüssten, wie sehr sie ihn mit ihren Verhalten seinem Sohn gegenüber beleidigten. Leider gab es fast niemanden im Dorf, der die Wahrheit über Naruto wussten. Keiner der Bewohner wusste, dass der Junge der Sohn von Minato war, womit ihn leider auch nicht bewusst war, was sie dem Kind und auch dem 4. Hokage mit ihrem Verhalten antaten. Die wenigen Personen, die wie Kakashi in dieses Detail eingeweiht waren, mussten Stillschweigen bewahren. Es war ihnen nicht einmal erlaubt, dem Jungen davon zu erzählen.
Fast jeden Tag in den letzten Jahren hatte Kakashi beim dritten Hokage darum geben, dass er Naruto bei sich aufnehmen durfte. Immer wurde es ihm verwehrt. Es war für ihn schon einfacher die Tage abzuzählen, an denen er nicht beim Hokage war, was eigentlich nur Missions bedingt der Fall war. Er hätte den Jungen gern bei sich gehabt. Naruto immer nur heimlich zu beschützen, war ihm nicht genug.
Zur aktuellen Zeit hatte Kakashi nicht viel zu tun. Es gab nur zwei Orten, an denen sein Schützling befinden konnte. Die Akademie, wo Naruto sich in der sicheren nähe seines dortigen Senseis befand, oder er war noch zuhause, weil er sich gar nicht erst vor die Tür traute. An seinem Geburtstag ging der Junge nur selten freiwillig durch das Dorf. Zuviel konnte passieren, da bunkerte er sich lieber in seiner Wohnung ein. Diesen Ort befand Kakashi daher auch als wahrscheinlicher.

Von weiten erkannte der Hatake einen jungen Mann in der Menge, ein Chunin namens Iruka, welcher sich um diese Zeit eigentlich in der Akademie befinden sollte, denn Iruka unterrichtete die Klasse, zu welcher auch Naruto zählte. Statt in der Schule zu sein, rannte er jedoch durch die Straße, wich mühsam den vielen Passanten aus und sah sich immer wieder hektisch um, als würde er jemanden suchen.
Seufzend blieb Kakashi an einer Stelle stehen, wo er niemandem im Weg war, der Lehrer ihn aber trotzdem gut finden konnte. Es gab nur zwei Personen, nach denen Iruka so verbissen suchen würde. Einer von beiden war Naruto. Der Andere war Kakashi, weil er die Hilfe des Jonins bei der Suche nach Naruto brauchte.
Und wieder einmal wurde Kakashi bewusst, dass er manche Dorfbewohner einfach viel zu gut kannte, denn kaum hatte der Chunin ihn erreicht, wurden seine Gedanke auch schon bestätigt. „Kakashi, hast du Naruto heute schon gesehen?“, fragte dieser  schwer atmend, als er bei dem Hatake zum stehen kam.
Erneut seufzend schüttelte Kakashi den Kopf. Gesehen hatte er den Jungen noch nicht. „Ist er den nicht in der Schule?“, wollte er darauf von der Lehrkraft wissen, doch Iruka verneinte dies mit einem Kopfschütteln.
„Dann ist er sicher noch zu Hause. Heute ist immerhin sein Geburtstag und du weißt ja, was das für ihn heißt.“, vermutete Kakashi und drehte sich bereits in die Richtung, in welche Narutos Wohnung lag. Da der Junge ein spezieller Sonderfall war, wollte er doch lieber nachsehen gehen, ob auch wirklich alles bei ihm in Ordnung war und auch der Chunin war sofort an seiner Seite, um nach dem Rechten zu sehen.
Es gab nicht viele Personen in Konoha, die um Narutos Herkunft wussten und noch weniger, die dem Dorftratsch keinen Glauben schenkten und denen es dementsprechend egal war, wie anderen von dem Jungen dachten und sich lieber ihre eigene Meinung bildeten.
Einer dieser wenigen Personen war Iruka, der ebenfalls keine Ahnung hatte, wer die Eltern von Naruto waren und trotz seines Unwissens zu Naruto stand. Mit ihm zusammen war Kakashi der einzige Mensch im Dorf, der sich Sorgen um den Jungen machte und sich zumindest etwas um das Kind des 4. Hokage kümmerte. Der 3. Hokage war eine weitere Person, jedoch hatte dieser aufgrund seiner Position viel zu oft keine Zeit für den Kleinen.

Zusammen gingen Iruka und Kakashi zu einem abgelegenen und eher verwahrlosten Teil des Dorfes. Hier hatte Naruto seine Wohnung. Die anderen Menschen im Dorf wollten ihn nicht in seiner Nähe haben, wodurch der Junge gezwungen war in einer der hiesigen Bruchbuden zu leben. Ein weiteres Detail, welches Kakashi sehr störte, denn hier gab es nicht einmal warmes Wasser und oft ging auch der Strom nicht. An die Heizung im Winter wollte er gar nicht erst denken, denn diese ging schon seit Jahren nicht mehr.
Damit Kakashi die Wohnung im Notfall jederzeit betreten konnte, hatte der Sandaime ihm schon vor einigen Jahren den Zweitschlüssel gegeben. Würde er klopfen, würde Naruto ihm nicht aufmachen. Er kannte Kakashi nicht, da der Hatake sich gezwungenermaßen immer vor ihm verbarg. Doch selbst Iruka würde er nicht einfach so die Tür öffnen, obwohl er seinen Sensei sehr gut kannte. Zuviel Angst hatte er davor, dass die Dorfbewohner sich wieder einen dummen Scherz mit ihm erlauben würden. Tatsächlich war es bereits einmal geschehen, dass man seinen Lehrer imitiert hatte, um sich Zugang zu seiner Wohnung zu verschaffen. Der Zustand in welchem sie den Jungen darauf vorgefunden hatte, war erschreckend gewesen.
Nachdem Kakashi die Tür geöffnet hatte durchsuchten sie einige Minuten die kleine Wohnung. Es herrschte das übliche Chaos. Überall lag etwas herum. Sie fanden Zettel und Schriftrollen, welche teils bemalt und teils beschrieben waren. Manches davon konnte Iruka als Hausaufgaben entziffern. Kunai und Shuriken lagen großflächig verteilt herum und auch seine dreckige und saubere Kleidung – überraschender Weise auf zwei Haufen getrennt. Ordnung hatte der Junge nie gelernt. Wie auch, wenn es niemanden gibt, der sie ihm zeigt – davon mal abgesehen, dass es in der Wohnung eh keine Regale oder Schränke gab, wo er etwas hätte unterbringen können. Einzig Naruto konnten sie in der Wohnung nicht finden, was den beiden Männern doch einige Sorgen machte.
Um die Suche nicht unnötig in die Länge zu ziehen beschwor Kakashi seinen Nin-Ken Pakkun, damit dieser Narutos Geruch folgte. Die Spur führte den Hund und die beiden Männer zunächst in die Richtung der Akademie – offenbar war er doch auf dem Weg zur Schule gewesen. Einige wenige Straßen vom angepeilten Ziel entfernt blieb Pakkun jedoch kurz stehen und beschnüffelte eine Mauer an welcher der Blonde offenbar angehalten hatte. Wieder folgten sie dem Straßenverlauf und eine Ecke weiter bog der Mops ab. Er führte sie zu einem kleinen Hinterhof, welchen er nochmal genauer beschnüffelte. Auf dem Boden vor einer der Mauern konnte er einige Tropfen einer roten Flüssigkeit ausmachen. Es war Blut, frisches Blut. Dem Geruch nach, war es Narutos und Pakkun schätzte, dass dies nun etwa zwei bis drei Stunden her war.
Angriffe auf Naruto kannten beide Männer schon zu genüge und auch Pakkun hatte bereits öfter bei der Suche nach dem Uzumaki geholfen. Blut war auch nicht das erste Mal gefunden wurde, dennoch machten sie sich jedes Mal aufs neue Sorgen um den Jungen. Vom Hinterhof aus führte die Spur nun aus dem Dorf hinaus und in den Wald hinein. Dass Naruto ab und an in die Richtung des Waldes flüchtete, war den Dreien ebenfalls bekannt. Was sie an diesem Tag finden sollte, war ihnen jedoch neu und schlug ihnen auf den Magen. Iruka wurde sogar so schlecht, das er sich übergeben musste.
Naruto kniete auf dem Boden, hinter ihm war ein Baum. Seine Handgelenke waren mit einen dünnen aber stabilem Seil umwickelt, welches hinter den Baum verknotet war. Seine Hose war teils zerrissen uns sein Shirt lag vor ihm auf den Boden. Überall klebte Blut, aus viele Verletzungen sickerte es sogar noch immer heraus. Er war leicht vorgebeugt und sein Kopf hing schlaff herab. Wäre er nicht hinter dem Baum gefesselt, hätte er am Boden gelegen.
Pakkun wurde ins Krankenhaus geschickt. Er sollte Tsunade Bescheid geben, dass die Männer Naruto gleich dorthin brachten. Sie war immer mal wieder für einigen wenigen Tagen im Dorf und Kakashi hatte am Vortag zufällig mitbekommen, wie sie angekommen war. Er wusste, dass sie nicht nur die Einzige war, die Naruto behandeln würde, sonder auch die Einzige, die ihn vielleicht noch retten konnte.

Erst seit einer halben Stunde saßen Kakashi und Iruka vor der Tür des Behandlungszimmer, in welchem Tsunade ihren Naruto behandelte. Der Hokage war ebenfalls benachrichtigt worden und hatte sich vor einigen Minuten zu ihnen gesellt. Alle drei sorgten sich um den Jungen. Sein Zustand war so erschreckend gewesen, dass sie ihn zunächst sogar schon tot geglaubt hatten.
Zu der Sorge kam bei Kakashi noch eine weitere Emotion, welche er nur mit Mühe unterdrücken konnte. Er war wütend. Wütend auf sich selbst, wütend auf das Dorf und allen voran: Wütend auf den Hokage, weil er den Jungen nicht hatte aufnehmen dürfen. Doch nun war es zu spät. Der Schaden war bereits angerichtet. Selbst wenn der Junge noch zu retten war, würde es ihn stark verändern.
Seine Gedankengänge wurden von Tsunade vorzeitig beendet, worüber er etwas froh war. Er wollte nicht wissen, wo diese wohl noch hingeführt hätten.
Sie bat die Drei in den Raum hinein, in welchem sie Naruto behandelt hatte. Da niemand vom Personal ihr helfen wollte, war sie allein gewesen. Nachdem die Drei den Raum betreten hatten, schloss sie die Tür und lehnte sich an die Wand. Sie hatte keine Kraft mehr. Einen Moment stand sie dort, dann ließ sie sich langsam an der Wand hinunter gleiten und saß schließlich auf dem Boden. Ihre Tränen konnte sie schon längst nicht mehr zurück halten. Ein weiteres Mal starb eine Leben in ihrer Obhut. Ihr einzige Trost: Sie war nicht daran schuld. Sie war nicht schuld daran, dass die Bewohner des Dorfes ihn als Sandsack missbrauchten. Sie war nicht Schuld, das ihr niemand bei der Behandlung hatte helfen wollen. Diese Schuld würde sie nicht auf ihr Gewissen laden. Und dennoch …
Dieser weitere Verlust eines Lebens zerrte an ihren Nerven. Sie hatte damals ihren Mann nicht retten können und auch ihren kleinen Bruder nicht. Und nun hatte sie auch noch den Sohn eines sehr guten Freundes verloren.

Kakashi war an den Behandlungstisch heran getreten. Sein Stirnband hatte er grade gerückt, wodurch zwar auch sein linkes Auge mit dem Sharingan frei lag, aber dies war ihm egal. Er konnte seine Tränen nicht länger zurück halten und auf Dauer würde sich sein Auge nur entzünden, wenn es verdeckt bliebe, während er weinte. Erst drei Mal im Leben hatte er bisher geweint. Damals, als seine Mutter starb, dann der Tag an dem Rin starb und zu guter Letzt der Tag, an dem sein Sensei und dessen Frau starben. Nun gab es ein viertes Mal. Vorsichtig nahm er die Hand des blonden Junge, als ob er Angst hätte, dem Kleinen weh zu tun. Sanft streichelte er über den Handrücken.
Der Oberkörper des Jungen lag frei und das gesamte Ausmaß der Verletzungen war zu erkennen. Tiefe Schnitte, welche teils über die gesamte Brust oder den Bauch zogen, unzählige Blutergüsse und einige Stichwunden, die davon herrührten, dass man ihm Kunais in die Brust gebohrt hatte. Als sie ihn herbrachten hatte Tsunade auf den ersten Blick erkannt, das einige Rippen gebrochen waren. Eine davon hatte seine Lunge durchbohrt. Dass er überhaupt noch gelebt hatte, grenze an ein Wunder. Überlebt hatte er es letztlich doch nicht.
Einige seiner Tränen tropften auf Narutos Brust und dann geschah es …
Etwas blendete die vier Erwachsenen, so dass sie im ersten Moment nichts sehen konnten. Kurz darauf gewöhnten sich ihre Augen an die Helligkeit. Kakashi hielt noch immer die Hand des Jungen, doch dieser lag nun nicht mehr vor ihm auf dem Behandlungstisch. Er schwebte einen Meter darüber, hell leuchtend und begann kleiner zu werden. Der Junge drückte die Hand, welche ihn hielt und drehte sich etwas. Letztlich stand er vor ihnen auf dem Tisch und sah den Mann an, dessen Hand er festhielt. Das helle Licht verschwand langsam und gab einen kleinen Jungen preis. Die freie Hand des kleinen Kindes strich sanft über Kakashis Gesicht und wischte einige Tränen weg.
Die Erwachsenen waren verblüfft und bekamen kein Wort heraus und auch das Kin schien kein Wort sagen zu wollen. Er starrte Kakashi mit großen goldenen Augen an und schien auf etwas zu warten.

Tsunade war aufgesprungen und zu dem Jungen gegangen um diesen ein weiteres Mal zu untersuchen.
„Er ist vollständig geheilt. Ich kann keine Verletzung oder sonstige Anomalien finden.“, stellte sie kurz darauf fest und war mehr als verwundert. So etwas hatte sie noch nie erlebt und bisher hatte sie auch noch keine medizinischen Aufzeichnungen gefunden, in welchen von einem derartigen Ereignis die Rede war. Konzentriert setzte sie die Untersuchung fort, um sich einen genaueren Eindruck von dem Jungen machen zu können. Von der Größe ausgehend hätte sie ihn auf etwa sechs Jahre geschätzt, doch sein Körper zeigte deutlich, dass dies nicht stimmt. Er war erst vier Jahre und vielleicht neun oder zehn Monate.
Eine weitere Kleinigkeit wollte sie prüfen und erschrak.
„Das Siegel ist verschwunden und ich kann auch den Kyuubi nicht wahrnehmen.“, erklärte sie und die anderen Anwesenden waren zunächst geschockt. Der Dämonenfuchs kann sich doch nicht so einfach in Luft aufgelöst haben.
„Aber… wenn er nicht mehr hier ist, wo ist er dann?“, fragte Iruka darauf und bekam seine Antwort von jemanden, den niemand zu diesem Zeitpunkt erwartet hatte.
„Ich bin hier unten.“
Bis auf Kakashi, welcher noch immer den Jungen betrachtete, sahen alle auf den Boden und bemerkten ein kleines Füchschen – mit nur einem Schwanz.
„Vor mir braucht ihn keine Angst zu haben. Ich werde niemanden etwas tun.“, erklärte der kleine Fuchs und kam dabei Tsunade etwas näher, ehe er auf den Behandlungstisch sprang und sich vor den Jungen legte.
„Du bist der Kyuubi?“, fragte sie und starrte den Fuchs misstrauisch an.
„Ja, der bin ich, aber mir wäre es lieber, wenn ihr mich mit meinem Namen ansprechen würdet und nicht mit meiner … »Bezeichnung«. Ich heißte Kurama.“, stellte sich der Fuchs vor und beäugte die Menschen um sich herum nicht weniger misstrauisch.
Über die ungewohnt freundliche Art des Fuchses waren sie natürlich verwundert, doch weit mehr überraschte es sie, als der kleine sich zu dem Fuchs drehte, um sich anschließend vor diesen zu hocken und ihn zu streicheln. Dabei strahlte der Kleine bis über beide Ohren. Ein Wort verlor der kleine dabei jedoch nicht.
„Was ist jetzt überhaupt passiert? Kannst du das erklären Kyu… äh Kurama?“, wollte der Hokage schließlich von dem Bijuu, welcher sich weiterhin von dem Jungen streicheln ließ. Er war nicht nur neugierig, sondern wollte auch die unangenehme Stille unterbrechen, die sich um Raum ausgebreitet hatte.
„Ihr glaubt doch nicht, dass ich meinen Sohn einfach sterben lasse, nur weil ihr Menschen unfähig seid ein kleines Kind so zu behandeln, wie man dies tun sollte?“
Die Worte des Fuchses sorgten für einige Verwirrung. Hatte er gerade Sohn gesagt? Kurama schien die Gedanken der Menschen gelesen zu haben und begann zu erklären: „Wie genau es passiert ist, dass kann ich mir ebenfalls nicht erklären, aber der Junge ist mein Sohn. Das habe ich damals schon festgestellt, als er geboren wurde. Er trägt das Erbgut von Kushina und Minato in sich, doch offenbar hat sich auch meines dazwischen gemogelt. Bis dato wusste ich nicht einmal, das so etwas möglich ist. Allein die Kreuzung aus Mensch und Dämon, galt bisher als unmöglich. Aber dennoch ist es geschehen.“
„Und was genau hast du nun mit Naruto gemacht?“, erkundigte sich Kakashi und betrachtete ein weiteres Mal den kleinen Jungen. Naruto war nicht nur jünger geworden, er sah auch anders aus. Davon mal abgesehen, dass seine Augen eine andere Farbe hatten, waren auch seine Gesichtszüge anders und seine nun schneeblonden Haare erinnerte Kakashi mehr an sich selbst, als an jemanden anderen.
„Nun zunächst ein Mal habe ich ihn mit meinem Chakra geflutet und seine dämonischen Gene geweckt. Damit wurde auch ein Schutz aktiviert, über den alle dämonischen Welpen verfügen, was ihn ins Leben zurück geholt und ihn geheilt hat. Anschließend hab ich ihn verändert, damit er ein neues Leben anfangen kann. Dadurch, dass du seine Hand gehalten hast, konnte ich auf deine DNA zugreifen und ihn an dein äußeres anpassen. Ihn als der Naruto zu lassen, der er war … Das wäre nicht gut gegangen. Die Bewohner hätten ihn nur erneut gequält.“, erklärte der Fuchs ohne dabei den Jungen aus den Augen zu lassen.
„Er sieht so aus wie ich?“, fragte dieser darauf etwas verwirrt und betrachtete den Jungen von neuem. Der neue Naruto hatte wirklich starke Ähnlichkeit mit ihm. Sie waren fast identisch, nur das der Knirps die niedliche Kinderversion von ihm darstellte.
„Ich weiß, dass du den Kleinen schon immer haben wolltest. Ich weiß auch, dass du ihn immer beschützt hast, wenn du konntest. Deswegen will ich, dass er zu dir kommt. Er sieht jetzt so aus wie du. Niemand wird seine Identität anzweifeln, wenn du behauptest, er wäre dein Sohn. Seine Augen sind jedoch ein Geschenk meinerseits, die könnt ihr ja notfalls als Erbe seiner Mutter ausgeben.“, erklärte der Fuchs seine Tat und grinste in sich hinein. Der Hatake war von dieser Aussage mehr als überrascht, dass war dem Mann deutlich anzusehen.
„Wenn kein Bezug mehr zu Naruto vorhanden sein darf, dann braucht er aber auch einen neuen Namen.“, stellte Iruka darauf fest und begann schon zu überlegen, wie man den Jungen nennen könnte.
„Hmm …“, überlegte der alte Hokage und zupfte mit einer Hand an seinem Kinnbart, während er konzentriert auf den kleinen Jungen schaute. „Wir nennen ihn Kin, dass passt zu seinen Augen.“, war schließlich sein Einfall und alle waren damit einverstanden.

Aus großen goldfarbenen Augen betrachtete der Junge die Erwachsenen um sich herum. Auf seinen neuen Namen hatte er sofort reagiert. Er verstand zwar den Sinn des Wortes nicht und auch nicht, dass er damit gemeint war, doch ihm gefiel der Laut.

Advertisements

Ein Kommentar zu “[KH-alt] Prolog”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s